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Teltow Wie erreicht man mehr Barrierefreiheit in Potsdam-Mittelmark?
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00:23 19.05.2019
Fahrdienstleiter Jörg Klingbeil übt mit der 86-jährigen Gertrud Kinzel das Einsteigen in einen Bus mit einem Rollator. Quelle: Konstanze Kobel-Höller
Region Teltow

Wie barrierefrei sind die Haltestellen in Potsdam-Mittelmark? Welche Station muss als nächste barrierefrei werden? Solche und ähnliche Fragen soll das Haltestellenkataster beantworten, an dem derzeit im Zusammenhang mit dem neuen Nahverkehrsplan im Landkreis gearbeitet wird. „Das ist ein Planungsinstrument für die Kommunen, aber auch ein Serviceinstrument für die Nutzer, wenn die Ergebnisse öffentlich gemacht werden“, sagt Udo Zeller, Behindertenbeauftragter für Potsdam-Mittelmark. Denn wer behindert ist und die öffentlichen Verkehrsmittel benutzen möchte, hat es nicht immer einfach.

Der Einstieg ist nicht immer leicht

Es beginnt mit der Frage, ob die Haltestelle über einen Bürgersteig erreichbar ist, ob sie erhöht und nur über eine Stufe zugänglich ist. Auch die Breite der Station ist ein Kriterium für ihre Barrierefreiheit: Kann man sich auch mit dem Rollstuhl gut bewegen und umdrehen? „Kleinmachnow arbeitet gerade daran, die Haltestellen hochzupflastern, damit die Höhenunterschiede zum Bus nicht mehr so groß sind“, berichtet Zeller von den Entwicklungen in der Region. Denn der Einstieg mit Rollstuhl oder auch Rollator ist selbst mit Rampe nicht ganz einfach. Ohne kann es jedoch zum richtigen Problem werden – etwa, wenn beim Aussteigen die Räder zwischen Bus und Bordstein geraten und der Fahrgast Gefahr läuft, nach vorn zu stürzen, schildert Jörg Klingbeil von Regiobus.

Mittelmarks Behindertenbeauftragter Udo Zeller (l, mit „Keimzeit“-Sänger Norbert Leisegang bei einer Benefizaktion) zeigt Möglichkeiten auf, wie Menschen mit Handicap geholfen werden kann.

Mechanische Rampen gehören in Potsdam-Mittelmark aber mittlerweile zur Grundausstattung der Busse, Hochflur-Busse seien meist mit Hub­liften ausgestattet, sagt Zeller. Natürlich wird nicht nur an Rollstuhlfahrer gedacht: „Bei Blindenleitsystemen, die wegführen, frage ich mich immer: Und was dann?“ So müsse bei Querungen mit Radwegen auf Achtungsfelder davor und Aufnahmefelder danach am Boden gedacht werden, die Nutzer müssten zudem an eine Hauswand oder ein anderes Objekt geführt werden, an dem sie sich weiter orientieren können. „Wir sind noch nicht überall fertig“, sagt Zeller. Insgesamt sei man aber beim Nahverkehr im Landkreis auf einem guten Weg. Auch auf dem barrierefreien Wohnungsmarkt sehe er viel Bewegung und bezeichnet Teltow in diesem Zusammenhang sogar als „Boomtown“.

Barrierefreiheit, die nicht auffällt

Doch nicht nur auf dem Land, auch auf dem Wasser und dem Weg dorthin gibt es oft jede Menge Hindernisse. Hier zeichnet sich der Teltower Stadthafen positiv aus: Von der Straße gelangt man vollkommen barrierefrei bis auf die Stege. „Es gibt keine Stufen und die meisten Stege sind so breit, dass man sie gut berollen und sich darauf begegnen kann“, erklärt Zeller. „Es funktioniert einfach, weil wir von Anfang an darauf geachtet haben.“ Es sei sein Ziel, Barrierefreiheit zu erreichen, die nicht auffällt. Das gelinge, wenn man früh genug miteinander plane. „Und das hilft dann wirklich allen.“

Drei Hauptpunkte werden geprüft

Der Hafen an sich würde als Bauwerk mit öffentlichem Zugang gelten und werde daher auf Barrierefreiheit geprüft, wie jedes andere öffentliches Gebäude auch. Dabei gebe es drei Hauptpunkte zu beachten: Er müsse mit dem öffentlichen Verkehr erreichbar sein, eine vorgeschriebene Anzahl an Behindertenparkplätzen anbieten und Behinderten-Toiletten haben. Letztere fehlen derzeit auf dem Teltower Hafen noch, sind aber wohl in der Ausbauvariante geplant. Als Behindertenbeauftragter werde er durch das Bauaufsichtsamt zwar ohnehin bei allen öffentlichen Bauvorhaben beteiligt, doch in diesem Fall habe Bürgermeister Thomas Schmidt (SPD) schon viel früher um seine Meinung gefragt, vor den ersten Plänen. So wurde darauf geachtet, dass die Anlegestege unterschiedliche Höhen und Breiten haben. „Als behinderter Bootsführer suche ich mir immer den passenden Steg aus, sofern noch Platz ist.“

„Saildream 1“ hält auch in Teltow

Zeller hat auch vor, seine Ankündigung wahr zu machen: Gemeinsam mit dem Verein „Saildream 1“ bietet er den ersten barrierefreien Segelkatamaran für Binnenseen in Brandenburg an. Stationiert wird das Boot, für das noch diese Woche ein Crowdfunding-Projekt läuft, in Potsdam sein, doch auch Teltow soll ab Sommer angefahren werden. „Und wenn das Boot von Teltowern genutzt werden soll, können wir sie dort direkt vor der Haustür abholen.“

Von Konstanze Kobel-Höller

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