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Teltow Kita „Käferland“ wird abgerissen
Lokales Potsdam-Mittelmark Teltow Kita „Käferland“ wird abgerissen
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06:19 29.08.2019
Das alte Gebäude der Kita „Käferland“ in Teltow soll abgerissen und an gleicher Stelle ein Neubau errichtet werden. Quelle: Konstanze Kobel-Höller
Teltow

Einen Abriss und Neubau der Kita Käferland schlagen Solveig Haller, Leiterin des Teltower Kita-Eigenbetriebes, und Bürgermeister Thomas Schmidt (SPD) den Stadtverordneten vor. Der Abschlussbericht zur Naphthalin-Belastung in der Einrichtung habe eine „sehr große“ Belastung im Küchentrakt, einem Kellerraum, einem Sanitärraum im Erdgeschoss sowie dem Essensraum ergeben, so der Gutachter Rainer Macholz. Eine Sanierung wäre zwar nicht teurer als ein Neubau, sagt Haller, doch man wolle die neue Einrichtung dann auch direkt für eine größere Anzahl Kinder errichten. Bisher konnte die Integrations-Kita insgesamt 64 Kinder aufnehmen, das Ziel wären künftig 90 Plätze.

Gebäude muss zum Stadtbild passen

Man wolle allerdings noch schauen, wie sich das Gebäude von der Größe her in das Stadtbild einfügt, so Haller: „Der Bedarf in Teltow ist jedenfalls immens.“ Unabhängig von der Naphthalin-Belastung sei ohnehin eine Generalsanierung in den nächsten Jahren geplant gewesen, meint die Werksleiterin. Die Sanierung wäre über Rücklagen und Spareinlagen des Eigenbetriebes finanziert worden. „Jetzt wäre es dann ein Investitionszuschuss von der Stadt.“

Es wird zwei bis drei Jahre dauern

Haller hofft, dass die Stadtverordneten im November beschließen, die nötigen Millionen für den Neubau einzuplanen. Dann könne die Ausschreibung für den Abriss erfolgen, parallel dazu die Planungen für das neue Gebäude. Zwei bis drei Jahre müsste man wohl rechnen, bis der Einzug erfolgen könne, schätzt sie. Bis dahin müsse man sich eben arrangieren, denn eine Verringerung der Zahl der Kita-Kinder, die aufgenommen werden, sei einfach nicht möglich. „Das Team ist dabei, das zu planen. Es muss für die älteren und für die jüngeren Kinder schon eine gute Lösung sein“, so Haller. Um die Situation etwas zu erleichtern, werden die Hortkinder ab der dritten Klasse künftig ab 14 Uhr auch teilweise in das „Legogebäude“ integriert, in dem die Käferland-Kinder ausgelagert sind.

Musik ist Trumpf im „Käferland“

Die KitaKäferland“ wird von Christiane Paul-Koch geleitet.

Von den 64 Plätzen für Kinder im Alter von acht Wochen bis zum Schuleintritt sind 20 Plätze als Integrationsplätze angelegt.

Die Einrichtung arbeitet nach dem Konzept der offenen Arbeit. Jedes Kind kann frei wählen, wo es was und mit wem spielt.

Den Schwerpunkt seiner Arbeit legt das Kita-Team auf die musikalische Früherziehung der Kinder. Die vorhandenen Bongos, Djemben und Orffschen Instrumente werden für verschiedene Musikprojekte der Kita eingesetzt.

Den Kindern stehen im Haus ein Atelier, eine Werkstatt, zwei Bauräume, ein Gesellschaftsspieleraum, eine Bibliothek, ein Rollenspielraum, ein Kinderrestaurant, ein Therapieraum und ein Snoezelenraum zur Verfügung.

Haller wünscht sich, dass durch das Aufeinandertreffen der Schul- und Kita-Kinder auch Lernmöglichkeiten für Sozialverhalten, Rücksichtnahme oder Solidarität entstehen. Außerdem hat die Schule die Mensa für die Hortkinder zur Verfügung gestellt. „Es sind Lösungen für die schlechtere Jahreszeit nötig“, sagt Haller. Die betreuten Erst- und Zweitklässler sind unterdessen im sogenannten Flachbau des Hortes untergebracht und bleiben damit noch mehr unter sich.

Naphtalin-Grenzwert weit überschritten

Im Februar dieses Jahres waren einer Mitarbeiterin unangenehme Gerüche in der Kita aufgefallen. Bereits eine erste Analyse durch den Stahnsdorfer Toxikologen Macholz hatte gezeigt, dass in dem Essensraum der Naphthalin-Grenzwert von 39 Mikrogramm pro Kubikmeter Raumluft überschritten war und bei rund 50 bis 60 Mikrogramm lag. Die Einrichtung wurde daraufhin geschlossen, die Kinder sind im „Legohaus“ des Anne-Frank-Hortes untergebracht. Die Hortkinder wurden dafür in die Räume der Schule übersiedelt. In der Folge wurden Kernbohrungen in Fußböden und Wänden vorgenommen.

102 Proben und 17 Analysen

102 Proben wurden in den vergangenen Monaten entnommen, 17 chemische Analysen auf Naphthalin und naphthalinähnliche Verbindungen sowie vier Untersuchungen auf Fasern erfolgten. In 13 der 17 Analysen wurden daraufhin zum Teil sehr hohe Gehalte der gesuchten Verbindungen gefunden, so Macholz. Auch die Kita „Schatzkiste“ und der Anne-Frank-Hort, die beide baugleich sind und aus der gleichen Zeit stammen, wurden geprüft. Bei ihnen ergaben die Raumluftmessungen allerdings keine Belastungen. Die Eltern und Mitarbeiter wurden über die Ergebnisse der Messungen bereits informiert.

Von Konstanze Kobel-Höller

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