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Teltow Neuere und barrierefreie Wohnungen teurer
Lokales Potsdam-Mittelmark Teltow Neuere und barrierefreie Wohnungen teurer
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02:21 12.04.2018
Nach dem Entwurf des erstmals eigenen Mietspiegels wird das Wohnen in Teltow teurer.. Quelle: Konstanze Kobel Höller
Teltow

Einen eigenen Mietspiegel könnte Teltow schon ab Ende April bekommen. In der Stadtverordnetenversammlung morgen soll darüber abgestimmt werden, ob ein entsprechender Entwurf gültig wird oder nicht. Aktuell gilt für die Stadt der „Qualifizierte Mietspiegel für Teltow/Kleinmachnow“ aus dem Jahr 2014. Kleinmachnow hat sich jedoch dafür entschieden, in der neuen Runde nicht mehr mit dabei zu sein. Die Gemeinde verfüge über zu wenige Mietwohnungen und habe damit nicht ausreichend Vergleichsmöglichkeiten, erklärt Pressesprecherin Martina Bellack. Teltow bleibt mit seinem Beschluss vom März 2017 allein zurück, den Mietspiegel zu erneuern.

In dem neuen Entwurf werden die Wohnungen nach drei Kriterien eingeteilt: Wann sie fertiggestellt wurden, wie ihr Sanierungszustand ist und wie groß sie sind. Keine Differenzierung gibt es hinsichtlich der Lage. Das war bei dem gemeinsamen Mietspiegel mit Kleinmachnow noch anders. Da wurde zwischen gut, mittel und einfach unterschieden. Die Preissteigerungen innerhalb der Kategorien sind dabei unterschiedlich: Gab der bisherige Mietspiegel Preise von durchschnittlich 5,32 bis 8,09 Euro je Quadratmeter an, so sind es jetzt 5,43 bis 9,53 Euro. Wer beispielsweise in eine innerhalb des Zeitraumes 1990 bis 2001 erstbezogene Wohnung ziehen möchte, die weniger als 80 Quadratmeter groß ist, muss nach dem neuen Entwurf mit einer Miete von 7,14 Euro im Durchschnitt rechnen, wenn das Haus einen Aufzug hat, oder 6,32 Euro ohne Lift. Nach dem bisher gültigen Mietspiegel handelte es sich im Schnitt um 6,65 Euro. Bei einer vollsanierten Kleinwohnung unter 45 Quadratmeter aus den Jahren 1961 bis 1969 liegt der Unterschied bei 13 Cent. Nach dem neuen Papier wären es 7,40 Euro gegenüber 7,27 Euro im bisherigen Mietspiegel. Am teuersten sind demnach Wohnungen, die ab 2014 fertiggestellt wurden. Sind sie barrierefrei zugänglich, wird der Quadratmeter mit 9,53 Euro Nettokaltmiete bewertet, ansonsten mit 8,66 Euro.

Mehr Wohnungen müssten gebaut werden

Hans-Peter Goetz (FDP) hatte sich schon bei der Aufstellung des ersten Mietspiegels vor acht Jahren kritisch geäußert und auch diesmal ist er ein Gegner: Das Papier gebe keine Rechtssicherheit, durchaus aber die Anregung, die Mieten zu erhöhen – was auch passiert sei, sagt er. „Das ist ein probates Mittel zur Mieterhöhung“, kritisiert Goetz. Gegen die steigenden Mieten in Teltow würden kein Mietspiegel und keine Mietpreisbremse helfen. Die einzige Möglichkeit wäre, mehr Wohnungen zu bauen. So könnte man der kommunalen Wohnungsbaubaugesellschaft Teltow (WGT) kostenfrei Grund für neue Vorhaben zur Verfügung stellen, damit sie den Kaufpreis dafür nicht in die Miete einrechnen müsse. Die WGT, die zu einhundert Prozent der Stadt Teltow gehört, solle ihre Wohnungen günstiger machen und auch Umzugshilfen anbieten. „Hier könnte man effektiv etwas tun“, ist Goetz überzeugt.

Bürgermeister Thomas Schmidt (SPD) findet die Art und Weise, wie der Mietspiegel aufgestellt wurde, „schlüssig“. Sie entspreche den gesetzlichen Anforderungen. Die Entscheidung liege aber jetzt bei den Stadtverordneten. Die haben sich in den zuständigen drei Ausschüssen bereits für eine Empfehlung des neuen Mietspiegels ausgesprochen. Trotzdem wird morgen Jürgen Veser, Geschäftsführer und Projektleiter des Institutes für Stadtforschung und Strukturpolitik, den Stadtverordneten den Inhalt des Papieres noch einmal vor der Abstimmung vorstellen.

Übersicht muss alle vier Jahre neu erarbeitet werden

Der Mietspiegel war ursprünglich als regionales Vorhaben von Teltow, Kleinmachnow und Stahnsdorf erarbeitet worden.

Bereits 2012 hatte Stahnsdorf entschieden, nicht mehr mit dabei zu sein. Kleinmachnow ist in diesem Jahr ausgestiegen, so dass Teltow erstmals einen eigenen Mietspiegel bekommen könnte.

Alle zwei Jahre muss dieses Papier zumindest durch eine Anpassung an den Lebenshaltungskostenindex überarbeitet werden, um seine Gültigkeit zu behalten. Alle vier Jahre muss es neu erstellt und beschlossen werden.

Unterstützt wird die Stadt dabei vom Berliner Institut für Stadtforschung und Strukturpolitik, das auch schon an den vorherigen Mietspiegel-Versionen der Region beteiligt war.

Von Konstanze Kobel-Höller

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