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Teltow Blindgänger detoniert in der Mittagsstunde
Lokales Potsdam-Mittelmark Teltow Blindgänger detoniert in der Mittagsstunde
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20:45 13.11.2019
Eine von sechs kontrollierten Explosionen auf einem Acker zwischen Großbeeren und Teltow. Quelle: Detlev Scheerbarth
Großbeeren/Teltow

Plötzlich ein dumpfer Knall, dann war alles vorbei. Truppführer Steffen Seliger und sein Kollege Jan Schulz vom Kampfmittelbeseitigungsdienst (KMBD) Brandenburg sprengten am Mittwoch um 12.02 Uhr eine 250 Kilogramm schwere amerikanische Fliegerbombe. Es rumste aber noch fünfmal, nur etwas leiser – das waren 18 alte Flakgranaten auf einem Acker an der Ortsgrenze zwischen Großbeeren und Teltow.

In der Siedlung Birkenhain bei Teltow wurde eine Weltkriegsbombe und Munition kontrolliert gesprengt. Anwohner mussten ihre Wohnhäuser verlassen.

Die Kriegsmunition war bei punktuellen Untersuchungen von 30 sogenannten Testfeldern auf der sechseinhalb Hektar großen Fläche nahe der Siedlung Birkenhain im Großbeerener Ortsteil Heinersdorf gefunden worden. Im Auftrag der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) hatte die Bohr- und Sprengtechnik Adolf Alexander GmbH aus Berlin die Testfelder mit digitaler Technik nach Metallen abgesucht. Die inzwischen beräumte Fläche wies eine der höchsten Konzentrationen an metallischen Gegenständen auf. „In den vergangenen drei Wochen haben wir mit der Firma 86 Brandbomben und tonnenweise Militärschrott entsorgt“, sagt Seliger. Darunter sei alles Mögliche dabeigewesen – vom Essgeschirr der Soldaten über ein Militärfahrrad bis hin zu Motorblöcken.

Ein sogenannter Zerscheller

Die 250-Kilogramm-Bombe sei ein sogenannter Zerscheller gewesen, so Seliger. So nennt der KMBD Bomben mit zwei Zündern, die beim Aufschlag auseinander gebrochen sind. Gefunden wurde aber nur die eine Hälfte mit einem verwitterten, aber noch intakten Zünder. „Die Hülle zersetzt sich meist, nicht aber der Sprengstoff und der Zünder. Der Sprengstoff kann mit dem Boden reagieren und entweder unschädlich oder noch sensibler werden“, erklärte der Sprengmeister.

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In Großbeeren und in Teltow hatten Einsatzteams aus Verwaltung, Feuerwehr und Polizei ab 8.30 Uhr die Häuser im Sperrkreis kontrolliert. Bis 9.30 Uhr sollten die Anwohner ihre Wohnungen verlassen haben. Daran hielten sich auch fast alle, lobten Teltows Ordnungsamtsleiter Liem Schmidt und sein Großbeerener Amtskollege Uwe Fischer. Ein Teltower, der gerade von der Nachtschicht gekommen war, packte noch schnell ein paar Sachen zusammen, bevor er mit dem Auto wegfuhr. In Birkenhain kam ebenfalls eine Anwohnerin aus dem Nachtdienst, war allerdings wenig begeistert, ihr Haus erneut verlassen zu müssen. Nach einigen klärenden Worten zeigte sie sich einsichtig.

Nicht die letzte gemeinsame Aktion

Großbeerens Bürgermeister Tobias Borstel (SPD), der am Mittwoch seinen 38. Geburtstag feierte, war bei seinem Besuch am Einsatzort überzeugt, dass dies nicht die letzte Aktion mit Teltow gewesen war und dass bei weiteren Untersuchungen sicher noch Kriegsmunition gefunden wird. In der Nähe hatte sich eine Flakstellung befunden.

Von Marlene Schmidt und Heinz Helwig

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