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Teltow „Himmelsgarten“ nicht mehr abgeschieden
Lokales Potsdam-Mittelmark Teltow „Himmelsgarten“ nicht mehr abgeschieden
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18:55 10.07.2019
Straßenbau: Biomalzspange in Teltow erschließt das Gewerbegebiet und führt vorbei an Himmelsgarten und Schafweide. Quelle: Gesine Michalsky
Teltow

„Wo mal hinten war, ist bald vorn“, sagt Juliane Karsten, Geschäftsführerin der Biomalz-Fabrik in Teltow. Mit dem Bau der sogenannten Biomalzspange vor ihrer Haustür setzen sie und ihre Mieter auf dem Gelände hohe Erwartungen in die wirtschaftliche Entwicklung des kleinen Gewerbeparks. „Wir rücken jetzt in eine exponierte Lage.“

Metallkünstler gibt sich skeptisch

Diese Freude teilt nicht jeder auf dem Gewerbehof. Der Metallkünstler Achim Schmidt blickt skeptisch in seine gewerbliche Zukunft. Bislang hat er eher abgeschieden im ruhigen hinteren Teil des Grundstücks seine Werkstatt, den „Himmelsgarten“, betrieben. Dieser rückt jetzt ebenso an die vorderste Front der Verbindungsstraße und wird vom Schnellrestaurant McDonald’s gegenüber zu sehen und schnell zu erreichen sein. Doch so viel Öffentlichkeit wollte Schmidt auch nicht gleich haben. „Wir werden keine zweite Einfahrt zur Biomalz-Fabrik an dieser Stelle einrichten. Dann müssten wir nämlich Erschließungskosten für die Straße bezahlen. Es bleibt bei der Zufahrt über die Iserstraße“, erklärt Karsten.

Weitläufiges Gelände

Seit 20 Jahren steht Schmidts Werkbank bereits auf dem weitläufigen Biomalzgelände – zumeist unbemerkt für das Publikum, beispielsweise der hier ebenfalls beheimateten Kreismusikschule. Schmidts schmucke Figuren findet man aber weiterhin an Wochenenden auf dem Kunstgewerbemarkt an der Straße des 17. Juni.

Biomalzspange erschließt Gewerbegebiet: Karsten Meißner bei der Strabag, Geschäftsführerin Juliane Karsten und Metallkünstler Achim Schmidt (v.l.). Quelle: Gesine Michalsky

Mit rund 80 Beschäftigten ist die Union Sozialer Einrichtungen (USE) ein bedeutender Mieter in den umgebauten Räumen der Biomalz-Fabrik. Jahr für Jahr kommen kontinuierlich neue Arbeitsplätze in den ausgebauten historischen Räumen dazu. In ihren Behinderten-Werkstätten arbeiten psychisch Kranke aus Teltow, Kleinmachnow, Stahnsdorf, Berlin und Potsdam. Leiterin Cornelia Fiedler berichtet, dass ihre Beschäftigten eine Attraktion jetzt schon sehr vermissen.

Schafe werden schon jetzt vermisst

„Die drei Schafe auf dem Feld, die waren sehr beliebt.“ Dort, wo Fix, Foxi und Big Mama grasten, verläuft jetzt die Jahrzehnte geplante Nordanbindung Stahnsdorfs. Ein Gebietsaustausch mit der Stadt Teltow ermöglichte die Führung der Biomalzspange über das Gewerbegebiet.

Lärmschutzwand wird noch begrünt

Der Abschnitt der 645 Meter langen kommunalen Straße Biomalzspange soll Ende Oktober eröffnet werden. Anfang Juli wurde die noch zu begrünende Lärmschutzwand errichtet.

Die Baustelle für die Landesstraße L 77n beginnt nahe dem Stahnsdorfer Hof und verläuft bis zur L 40 in Markgrafshof.

Die Biomalzspange wird in Höhe Ruhlsdorfer Straße über die Quermathe an die L77n angeschlossen. Der erste Abschnitt bis zum Kreisverkehr wird ab Ende Augst befahrbar sein.

Bis zum 15. August bleibt die Ruhlsdorfer Straße wegen des Neubaus L77n zwischen Mühlenstraße und Tellstraße und ab Ende August bis zur Quermathe voll gesperrt. Umgeleitet wird ab Ende August bis zur Fertigstellung der gesamten L77n am 20. Dezember auf den ersten Abschnitt bis zur Quermathe.

Der Verkehr auf der sogenannten Biomalspange wird Ende des Jahre fließen, sagt Polier Karsten Meißner von der Baufirma Strabag. Die Bauarbeiten verlaufen planmäßig.

Bei einer Führung durch das über 100 Jahre alte Fabrikgelände erfährt man bemerkenswerte Alltagsbeobachtungen von Juliane Karsten. Bisher hatten Schüler des evangelischen Gymnasiums auf dem Hoffbauer-Campus in Kleinmachnow den besten Überblick von der sechsten Etage über die beiden Gewerbegebiete in Teltow und Stahnsdorf, die jetzt eine Straße verbindet. Den besten Überblick über die Bauarbeiten an der Biomalzspange haben jetzt die Mitarbeiter im Büro der Teltomalz, einem Produzenten von Backmischungen. Voll des Lobes sind die Mitarbeiter, die vom kühlen Büro aus sehen, wie schnell die Bauarbeiten vorangehen.

Und man hat auch schon Ideen für die Biomalzspange zwischen Saganer Straße in Teltow und der Stahnsdorfer Quermathe. „Hier könnten Fahrradtouren beginnen, weil es hier viel zu entdecken gibt“, schlägt Juliane Karsten vor. Noch habe die Straße keinen Namen. Aber Biomalzspange, diesen Namen kenne doch inzwischen jeder. Warum nicht, so Karsten, den Namen beibehalten für die Verbindung, die Kleinmachnower, Teltower und Stahnsdorfer Gewerbetreibende zu direkten Nachbarn macht.

Von Gesine Michalsky

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