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Teltow Seniorenheim bietet Pflege aus einer Hand
Lokales Potsdam-Mittelmark Teltow Seniorenheim bietet Pflege aus einer Hand
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19:16 17.07.2018
Im evangelischen Seniorenpflegezentrum Bethesda in Teltow fühlt sich Monika Hampel (r.) sehr wohl. Quelle: Friedrich Bungert
Teltow

Mit dem Lebensabend, den letzten Jahren im Dasein eines Menschen, werden vor allem positive Begriffe verbunden – ruhig soll diese Zeit sein, erfüllt, glücklich. Die Realität sieht oft anders aus. Mehr als drei Millionen Rentner in Deutschland sind dem Bundesamt für Statistik zufolge pflegebedürftig. Sie brauchen Hilfe zu Hause, können den Alltag nicht mehr allein bewältigen. Oder sie müssen „ins Heim“, wie man landläufig sagt.

Gisa Ebeling, Shalien Blatter und Jakob Riedel arbeiten in der Teltower Senioreneinrichtung Bethesda in der Mahlower Straße daran, den Schritt in diese Hilfsangebote zu erleichtern. Dabei sind sie Teil eines besonderes Netzwerks: Ebeling, Blatter und Riedel sind jeweils Pflegedienstleiter in einer eigenen Abteilung des Seniorenzentrums. Gisa Ebeling leitet die Sozialstation, Shalien Blatter organisiert die ambulante Pflege und Jakob Riedel ist der Chef des Wohnheims. Es ist kein Zufall, dass diese drei Pfeiler genau den verschiedenen Anforderungen von Pflegebedürftigen entsprechen. „Das aufeinander aufbauende Konzept mit den sektorenübergreifenden Häusern hat gerade seinen fünften Geburtstag gefeiert und ist eine Seltenheit“, sagt die Geschäftsführerin des Bethesda-Zentrums, Eva-Maria Dressler. „Je nachdem, wie viel Hilfe ein Patient im Alltag benötigt, findet er hier alles aus einer Hand.“

Am Anfang steht Shalien Blatter. „In der ambulanten Pflege betreuen wir die Patienten zu Hause“, sagt die 28-Jährige. Körperpflege, Frühstück, medizinische Unterstützung – jeder bekommt, was er braucht. „Ungefähr 100 Patienten sind in der ambulanten Betreuung bei uns. Dazu kommen noch einmal achtzehn in Wohngemeinschaften hier auf dem Gelände“, sagt Blatter.

Das aufeinander aufbauende Konzept mit den sektorenübergreifenden Häusern im Seniorenpflegezentrum Bethesda in der Mahlower Straße in Teltow hat sich in den vergangenen fünf Jahren offensichtlich bewährt. Quelle: Friedrich Bungert

Wenn ein Leben in den eigenen vier Wänden schwieriger wird, kommt Gisa Ebeling ins Spiel. „Wir sind sozusagen die zweite Stufe in der Betreuungskette“, sagt die Leiterin der Tagespflege. An fünf Tagen in der Woche verbringen die Patienten mit steigendem Pflegegrad bei ihr einen Teil ihres Alltags. „Die meisten Besucher nutzen parallel auch die ambulante Pflege“, erklärt Ebeling. In der Tagespflege wird dann gemeinsam gegessen, aufgeräumt, im Garten gewerkelt. „Immer so, wie jeder kann und will“, sagt Ebeling. „Wichtig ist, dass man nicht allein zu Hause sitzt.“ Das Konzept soll auch Ängste abbauen. „Die Schwelle, sich Hilfe zu suchen oder in die stationäre Pflege zu gehen, ist sehr hoch“, weiß Ebeling.

96 betagte Menschen leben im Wohnheim.

Im Bethesda-Zentrum können Besucher und Bewohner sich verabreden, gemeinsam im Bistro essen oder einfach ihre Ruhe haben – im Notfall ist jederzeit Hilfe vor Ort. „So sehen unsere Tagesgäste, dass man auch dauerhaft gut unterkommt“, so Ebeling. Wenn es in der eigenen Wohnung nicht mehr geht, steht Jakob Riedel bereit. 96 betagte Menschen leben in seinem Seniorenwohnheim. Eine von ihnen ist Monika Hampel (77). Sie wohnt seit vier Jahren im Heim. „Ich habe ein schönes Zimmer, das ich mir gemütlich gemacht habe“, sagt die Seniorin. „Mir blieb auch nichts anderes übrig.“ Hampel ist Epileptikerin. Einen Anfall kann sie nicht vorhersehen. „Da kann eine Hauskrankenpflege nicht viel machen, die ist im entscheidenden Moment nämlich überhaupt nicht da“, sagt Hampel.

Deshalb war die Entscheidung für das Zimmer im Altersheim für sie alternativlos. „Schlimm sind allerdings die Kosten“, sagt Hampel offen. Sie habe ihr Leben lang gearbeitet, erst in ihrem Lehrberuf, nach der Geburt ihres Sohnes dann in der Elektropneumatik. Auch Monika Hampels mittlerweile verstorbener Ehemann war beruflich erfolgreich. „Als Ingenieur war er viel unterwegs, wir waren oft im Ausland“, erinnert sie sich.

Die Bewohner richten ihre Zimmer nach ihrem persönlichen Geschmack ein. So bleibt ihnen auch im Seniorenpflegezentrum ihre vertraute Umgebung erhalten. Quelle: Friedrich Bungert

Doch heute schmelzen die Ersparnisse. Genau 1511 Euro muss Monika Hampel im Monat für das Heim bezahlen – die Kosten sind bundesweit in etwa einheitlich. Sie setzen sich aus Pflege, Unterkunft, Verpflegung und Investitionen zusammen, Hampels Beitrag macht die Hälfte der Gesamtsumme aus. Die andere Hälfte trägt die Pflegekasse. Zur Einordnung: Im Jahr 2016 betrug jede zweite Altersrente in Deutschland weniger als 800 Euro.

Monika Hampel wird bei diesem Thema ungehalten. „Man kann Heim und Pflege kaum noch bezahlen“, klagt die alte Dame. Ihr Blick wandert durch den geschmackvoll eingerichteten Aufenthaltsraum zum Fenster. Draußen picken Hühner im Teltower Nieselregen Körner auf. „Ich kann hier wunderbar leben“, sagt Hampel, „das Essen schmeckt, ich habe nette Nachbarn, wunderbar.“ Aber wenn die Senioren weiterhin so zur Kasse gebeten würden, nütze das beste Konzept nichts. „Dann schlafen wir künftig wohl unter der Brücke.

Von Saskia Kirf

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