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Teltow Pro-Kopf-Verschuldung sinkt auf acht Euro
Lokales Potsdam-Mittelmark Teltow Pro-Kopf-Verschuldung sinkt auf acht Euro
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08:02 05.01.2019
Der Bedarf an Kita-Plätzen in Teltow ist gestiegen. Ihm kommt unter anderem die Kita „Traumland“ mit einer 24-Stunden-Betreuung nach. Quelle: Julian Stähle
Teltow

„Vieles von dem, was der Sozialbericht aussagt, wussten wir schon als subjektive Wahrnehmung. Aber jetzt haben wir es Schwarz auf Weiß, dass wir gut aufgestellt sind – und er gibt uns den Grund, uns weiter zu entwickeln“, erklärt Marcel Hochmal, Sozialkoordinator der Stadt Teltow.

So ist etwa die Pro-Kopf-Verschuldung der Stadt Teltow seit 2012 konsequent von 19 Euro auf acht Euro im Jahr 2017 gesunken. Hochmal: „Da schauen viele Städte neidisch auf uns.“ Zum Vergleich dazu: Im Landkreis Potsdam-Mittelmark lag sie im Jahr 2016 bei 427 Euro pro Einwohner.

Marcel Hochmal ist Sozialkoordinator in der Stadtverwaltung Teltow. Quelle: Stadt Teltow

Während die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Stadt über den Beobachtungszeitraum zugenommen hat, verringerte sich gleichzeitig die Gruppe der Arbeitslosen – trotz eines anhaltenden Zuwachses der Bevölkerung und der Flüchtlingszuwanderung: Ende 2017 verzeichnete Teltow ein Rekordtief von nur 559 Menschen ohne Beschäftigung. Seit 2012 ist die Arbeitslosenquote damit von 2,6 auf 2,1 Prozent gefallen, parallel dazu hat sich bundesweit von 6,8 auf 5,7 verändert. Das Sinken der Zahlen ist also ein bundesweiter Trend, heißt es aus der Stadt.

Großer Bedarf an Kita-Plätzen

Die Versorgungsquote von Kita und Hort liegt in Teltow zwar nur knapp unter den Zahlen Potsdam-Mittelmarks, die Nachfrage sei in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen, so der Bericht. Selbst unter Berücksichtigung von Ausnahmegenehmigungen gebe es keinen Spielraum mehr, um auf die voraussichtlich zunehmenden Anmeldungen der kommenden Jahre reagieren zu können. Aus der Stadt wird dazu auf die Bedarfsplanung verwiesen: Die Kapazitäten würden ausgebaut, Gespräche unter anderem zwischen der Werkleitung und dem Bürgermeister laufen.

Auffällig ist, dass in Teltow im Jahr 2017 bei überdurchschnittlich vielen Kindern vor ihrer Einschulung Förderbedarf im sprachlichen Bereich festgestellt wurden. Ebenfalls wiesen in der Stadt mit 13,1 Prozent deutlich mehr Kinder emotional-soziale Störungen vor ihrem Schuleintritt auf als im Vergleich zum Landkreis (5,9 Prozent) – ein Trend, der schon den gesamten Beobachtungszeitraum über anhält. Auch Bewegungs- und grobmotorische Störungen werden bei den Abc-Schützen häufiger festgestellt als im Rest Potsdam-Mittelmarks.

Blick auf Rathaus und Marktplatz in Teltow. Quelle: Stephan Laude

Hochmal führt diese Zahlen darauf zurück, dass die Fachkräfte in Teltow besonders gut geschult sind: „Sie haben einen guten Blick, es liegt nicht an der sozialen Struktur.“ Eine Langzeit-Beobachtung sowie eine Befragung der Fachkräfte wären interessant, ergänzt er. Dass gleichzeitig die angebotene heilpädagogische Frühförderung sinkt, wird von der Stadt differenziert betrachtet: So sei sie etwa nicht mehr die klassische Unterstützung im kindlichen Bereich, vielmehr würden oft Angebote wie Ergotherapie oder Logopädie vorgezogen.

Nicht erfasst ist in dem Bericht jedoch, wie es mit den Kindern weitergeht – Schule war diesmal kein Thema. „Man ist immer darauf angewiesen, welche Zahlen man bekommt“ schildert Hochmal eine Problematik. Unterschiedliche Quellen sind auch bei den Einwohnerzahlen der Grund dafür, wieso laut Sozialbericht Teltow „nur“ 26 257 Einwohner hat, an anderen Stellen aber schon von deutlich mehr als 27 000 Bewohnern gesprochen wird. „Wir zählen nur die Hauptgemeldeten“, erklärt Hochmal. „Es wird immer davon gesprochen, dass Teltow mit rund 2000 Zuzügen jährlich wächst. Man darf aber nicht vergessen, dass im Jahr auch rund 1600 Menschen wieder wegziehen.“ Das bringe eine große Dynamik.

Stadt erwägt anonymisierte Befragung

Die Frage sei: Woran könne das liegen? „Wir suchen noch ein geeignetes Instrument, um das zu hinterfragen.“ Schließlich wolle man die Bevölkerung halten, die sich gut engagiere, um ein starkes Gemeinwesen zu formen. Aus der Stadt heißt es, gegebenenfalls müsste ein anonymisierter Fragebogen erarbeitet werden, um Personen, die sich vom Wohnort Teltow abmelden, nach ihren Gründen zu befragen.

In dem Bericht werden außerdem Themen wie die Bevölkerungsentwicklung und ihre Struktur – darunter etwa Zuwachs und Wegzug –, die Bereiche Wohnen, Lebensunterhalt, Soziale Leistungen, mehr zu Familie, Kinder und Jugend, die Kapitel Gesundheit, Menschen mit Behinderung und Senioren, aber auch Soziale Teilhabe und Wahlbeteiligung analysiert.

Von Konstanze Kobel-Höller

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