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07:26 13.12.2019
So soll das Foyer der künftigen Gesamtschule in Teltow einmal aussehen. Quelle: Numrich Albrecht Klumpp
Teltow

Der Teltower Hauptausschuss hat grünes Licht für den Bau der neuen Gesamtschule gegeben. Die Entscheidung über das Bauvorhaben des Landkreises fiel einstimmig mit Enthaltung der Fraktion Grüne/Linke. In der gemeinsamen Sitzung mit dem Umwelt- und dem Bauausschuss waren zuvor Bedenken zur Verkehrssituation, zum Naturschutz, zum fehlenden Lärmgutachten und anderen Themen geäußert worden.

Stadt fordert Lärmschutzgutachten

Alle drei Ausschüsse waren fast vollständig besetzt, nur ein Mitglied fehlte. Fast 40 Personen waren zum Sonderausschuss erschienen, darunter auch der Anwalt der Stadt und zwei Fachleute des Landkreises. Bürgermeister Thomas Schmidt (SPD) sprach von einem bedeutsamen Neubauprojekt, bei dem man schon einen langen Weg hinter sich habe. „Wir freuen uns durchaus darauf, mit dem Landkreis als Partner die Bildungslandschaft vielfältiger zu gestalten“, sagte er. Seine Beigeordnete, Beate Rietz (SPD), erläuterte, dass die Verwaltung als Auflage ein Lärmschutzgutachten wünscht. Damit sollen die Auswirkungen des Schulsportes auf die umgebende Wohnbebauung untersucht werden.

Ungewisser Ausgang

In der ersten Stellungnahme der Verwaltung hatte diese noch erklärt, der Schulsport werde privilegiert behandelt und daher sei kein Gutachten nötig – eine Sichtweise, die eher der gängigen Rechtsprechung folgt. „Wir können das Einvernehmen mit einer Auflage erteilen – wie das ausgeht, wissen wir aber nicht. Würden wir das Einvernehmen ganz ablehnen, würde es möglicherweise ersetzt werden“, erläuterte Rietz. Konkret bedeutet dies, dass ein Nein der Stadtverordneten durch die Bauaufsichtsbehörde des Landkreises als ungültig erklärt werden könnte.

Erste konkrete Diskussion zum Schulneubau

Rietz musste die Stadtverordneten mehrmals mahnen, nur Themen anzusprechen, die unmittelbar mit dem Verfahren zu tun hätten. Dies wäre im Wesentlichen die Beeinträchtigung öffentlicher Belange. Es ging also um den Flächennutzungsplan, Immissionen, schädliche Umwelteinwirkungen oder Natur- und Bodenschutz. Eberhard Adenstedt (GUT) monierte zwar, dass dies die erstmalige Gelegenheit sei, sich mit dem Bau dieser Schule auseinanderzusetzen, doch Fragen nach der energetischen Ausstattung, dem Verzicht auf eine Klimaanlage oder der Raumaufteilung wurden in der Folge konsequenterweise nicht weiter behandelt.

Landkreis entscheidet selbst

Thematisiert wurde dagegen, ob der Naturschutz ausreichend berücksichtig wurde und ob ein Artenschutzgutachten vorliegt oder die Potenzialanalyse zum Artenschutz ausreichend sei. Auch der Wunsch nach einem ausführlichen Bebauungsplanverfahren wurde mehrfach laut. Hier erklärte Rietz, dass der Landkreis selbst entscheide, ob für eine Baugenehmigung ein Bebauungsplan nötig sei – und hier habe er entschieden, dass dies nicht der Fall sei. Intensiv besprochen wurde die Zufahrtssituation. Die Schule soll von Autos über die Mahlower Straße erreichbar sein, die ohnehin schon stark belastet ist.

Riesenprobleme erwartet

„Natürlich werden wir Riesenprobleme bekommen – Stau, Emissionen, die Kastanienstraße wird zugeparkt werden. Und trotzdem werde ich zustimmen, weil ich die Schule haben möchte“, fasste Hans-Peter Goetz (FDP) die Mehrheitsmeinung nach zwei Stunden Diskussion zusammen.

Die Enthaltung ihrer Fraktion Linke/Grüne begründete Anna Emmendörffer. Man wolle die Gesamtschule zwar auch haben, sei jedoch mit dem Standort an der Mahlower Straße nicht einverstanden. Ihre Fraktion würde das gründlichere und rechtssicherere B-Plan-Verfahren bevorzugen und sei mit dem Verkehrsgutachten unzufrieden.

Teltow will Mühlendorfschule zurück

Die Gesamtschule soll ab Frühjahr gebaut und mit dem Schuljahr 2022/23 bezogen werden. Dann hofft Teltow auch darauf, wieder Eigentümer der Mühlendorfschule zu werden, die derzeit als Übergangsunterkunft für die Gesamtschule dient. Hier hatte sich der Landkreis ohne Wissen der Stadt ins Grundbuch eintragen lassen, seitdem befassen sich die Juristen mit dem Fall. Das neue Gebäude soll dreigeschossig werden und Platz für bis zu 870 Schülerinnen und Schüler in vier bis fünf Zügen bieten. Jeweils eine Klasse pro Jahrgang soll dabei gymnasial sein, wie in der vorigen Woche bekannt wurde (die MAZ berichtete).

Nur zwei Gesamtschulen

Nur zwei Gesamtschulen in Brandenburg haben bisher eine Genehmigung für einen solchen gymnasialen Zug. In der Kleinmachnower Maxim-Gorki-Schule werden unterdessen, anders als berichtet, die Klassen unabhängig vom Bildungswunsch der Eltern zusammengesetzt, so Schulleiterin Petra Dziewulski. Kinder, die das Abitur machen wollen, würden auf alle siebten Klassen aufgeteilt und nicht in einer Klasse „gesammelt.“

Von Konstanze Kobel-Höller

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