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Teltow gedenkt der Opfer des DDR-Volksaufstandes

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12:50 16.06.2020
Am Denkmal „Die Forderung“ am Hamburger Platz in Teltow will die Stadt am Mittwoch der Opfer des Volksaufstandes in der DDR gedenken.
Am Denkmal „Die Forderung“ am Hamburger Platz in Teltow will die Stadt am Mittwoch der Opfer des Volksaufstandes in der DDR gedenken. Quelle: Stadt Teltow
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Teltow

Ein Gedenken an die Opfer des Volksaufstandes in der DDR am 17. Juni 1953 mit einer Kranzniederlegung veranstaltet die Stadt Teltow am Mittwoch, dem 17. Juni, um 17 Uhr, am Denkmal „Die Forderung“ am Hamburger Platz (Potsdamer Straße zwischen Elster- und Moldaustraße). Die Skulptur „Die Forderung“ hatten Schüler des Immanuel-Kant-Gymnasiums in Teltow mit ihrem Geschichtslehrer Gregor Wilkening und dem Künstler Torsten Theel sowie mit Unterstützung der Stadt Teltow im Jahr 2011 aufstellen lassen. Zuvor hatten sich die Jugendlichen im Unterricht mit den Ereignissen am 17. Juni 1953 befasst und die lokale Geschichte dieses Tages erforscht.

Streikkomitee war verhaftet worden

Aus dem robusten, rostfarbenen Sockel des Denkmals erheben sich 24 miteinander verbundene, nach oben geöffnete Stahlrohre, die sich aus der Umklammerung gen Himmel strecken. Der Standort der Skulptur ist nicht zufällig gewählt. Gegenüber dem heutigen Hamburger Platz befand sich einst das Tor des Dralowid-Werkes. Beschäftigte des volkseigenen Betriebes (VEB) Dralowid, des VEB Carl-von-Ossietzky und des VEB Askania gingen vor 67 Jahren gegen die Ungerechtigkeiten und steigenden Anforderungen des Staates bei immer schlechterer Bezahlung der Arbeiter auf die Straße. Ein Streikkomitee, bestehend aus Männern des VEB Dralowid, wurde am 17. Juni von der kasernierten Volkspolizei nach Potsdam abtransportiert und verhaftet. Zur „Freipressung“ der Gefangenen stellten die Arbeiterinnen des Betriebes der politischen Führung ein Ultimatum, indem sie die Arbeit niederlegten. Die Männer wurden daraufhin frei gelassen.

Auch Steglitz-Zehlendorf gedenkt der Opfer

Das Verhalten der werktätigen Frauen wurde als Symbol für Stärke durch Zusammenhalt und den gemeinsamen Glauben an die Durchsetzbarkeit von Forderungen zur Überwindung eines Machtapparates interpretiert und schließlich von Theel in die Großplastik aus Stahl übersetzt.

Aus Anlass der Wiederkehr des Jahrestags des Aufstands am 17. Juni 1953 werden auch die Bezirksverordnetenversammlung und das Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf von Berlin zum Gedenken an die Opfer ebenfalls am Mittwoch, dem 17. Juni, um 15.30 Uhr am Freiheitskreuz auf der Potsdamer Chaussee (Autobahnkreuz Zehlendorf) einen Kranz niederlegen. Teltows Bürgermeister Thomas Schmidt (SPD) nimmt sowohl in Teltow, als auch in Berlin an den Gedenkveranstaltungen teil.

Die jeweiligen Veranstalter bitten darum, die Abstands- und Hygieneregeln während der Veranstaltung einzuhalten.

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Von MAZonline