Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Teltow Teltow ist jetzt eine Hafenstadt
Lokales Potsdam-Mittelmark Teltow Teltow ist jetzt eine Hafenstadt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:09 12.05.2019
Teltow hat nun einen Hafen – bei der Eröffnung der Marina am Sonntag herrschte bestes Wetter. Quelle: Dirk Pagels
Teltow

Mit einer kleinen Seerettung startete die Eröffnung des Teltower Hafens am Sonntag: Eigentlich wollten Kathrin Schneider, Brandenburgs Ministerin für Infrastruktur und Landesplanung, Landrat Wolfgang Blasig und Bürgermeister Thomas Schmidt (alle SPD) mit einer Barkasse vom Teltowkanal in den Hafen einfahren – doch ein Motorschaden machte diesem Plan einen Strich durch die Rechnung. Die Feuerwehr sprang ein, die Politikerriege legte schließlich bei strahlend schönem Wetter im schnittigen roten Feuerwehrboot am nagelneuen Steg an.

„Endlich ist die Stadt auch vom Wasser aus erlebbar“

„Dass ich das noch erleben durfte!“, kommentierte Blasig diesen Moment später. „Teltow vom Wasser aus zu erleben, das hat mich sehr berührt.“ Er nannte den Hafen ein „wunderbares Projekt, das wichtig für die Quartiersentwicklung sei.“

Der Landrat und die Ministerin legen mit dem Feuerwehrboot an Quelle: Dirk Pagels

„Endlich ist die Stadt auch vom Wasser aus erlebbar“, eröffnete Schmidt seine Rede, in der er auch mit den Kritikern abrechnete: „Auseinandersetzungen gehören in einer Demokratie dazu. Aber der Streit war nicht immer schön, durchaus auch manchmal grenzwertig und unter der Gürtellinie. Das muss man auch heute nicht aushalten.“ Er räumte ein, dass das Vorhaben teurer als geplant wurde – aus ursprünglich veranschlagten 4,5 Millionen Euro wurde ein Budget von mittlerweile rund 15 Millionen Euro.

Langjähriges Projekt mit zahlreichen Schwierigkeiten

Probleme hatte es mit der Sanierung giftiger Rückstände im Boden, Auftragsvergaben und der Projektsteuerung gegeben. Zwischendurch wurde sogar befürchtet, das Projekt könnte scheitern. Selbst ein Baustopp wurde eingeschoben. Auch Blasig nahm Bezug auf die Vergangenheit: „Ein Hafenbau ist nichts für Feiglinge. Wer 130 Jahre Industriegeschichte angräbt, muss mit Überraschungen rechnen. Ein Stück an der Kanalaue zu haben, das altlastenfrei ist, das ist eine ganz große Leistung!“

Kritik an mangelnder Transparenz

Bis zu 4000 Besucher dürften schon in den ersten Stunden den Weg zum Hafen gefunden haben, schätzten die Veranstalter. Über eine jährliche Wiederholung des Hafenfestes wird bereits nachgedacht.

Am 31. August findet voraussichtlich „Rock am Kanal“ auf dem Gelände statt.

Während der Eröffnung protestierte die Piratenpartei gestern gegenüber des Areals: „Wir stehen an sich positiv dazu, kritisieren aber, dass 15 Millionen Euro in das kleine Wasserloch versenkt wurden“, sagte Raoul Schramm (Piratenpartei Kleinmachnow). Angekreidet wird, dass bei der Altlastenentsorgung nicht vertraglich gesichert wurde, dass der frühere Eigentümer mit den Kosten der Sanierung belastet werden konnte, außerdem mangelnde Transparenz und unzureichende Beteiligung der Bürger.

In den nächsten Monaten und Jahren werde noch am Rand gebaut, so Schmidt. Tatsächlich wurden von der Stadt erst in der vergangenen Woche die Radbrücke und das Hafengebäude ausgeschrieben. Für zweiteres gäbe es bereits mehrere Interessenten, bestätigt Vizebürgermeisterin Beate Rietz (SPD). Nun müsse man abwarten, wer auch tatsächlich Angebote abgebe. Vielleicht bleibt der Bau ja sogar in regionaler Hand: Die Stahnsdorfer Pro und Contra Immobiliengruppe plant ein Angebot abzugeben, bestätigte Projektentwickler Rüdiger von Hören am Sonntag gegenüber der MAZ.

Bestes Wetter zur Eröffnung – rund 4000 Besucher kamen zum Hafenfest. Quelle: Dirk Pagels

Spätestens ab Mitte 2023 muss der Bau des Hafengebäudes beginnen

In der Ausschreibung ist festgelegt, dass mit dem Bau bis spätestens 30. Juni 2023 begonnen werden muss. Er soll Gastronomie, Sanitäreinrichtungen sowie das Hafenbüro enthalten. Hafenbetreiber Thomas Klemm möchte außerdem in den nächsten drei Jahren einen Charterstützpunkt, ein Winterlager und einen Bereich für Dienstleister um das maritime Gewerbe aufbauen. Von Schmidt erhielt er gestern symbolisch ein großes Steuerrad überreicht, verbunden mit der Bitte, er möge es stets fest in der Hand halten und „uns in eine sichere Zukunft steuern.“

Hafenmeister Thomas Klemm (M.) mit Bürgermeister Thomas Schmidt, (2.v.l.), Infrafstrukturministerin Kathrin Schneider (2.v.r.) und Potsdam-Mittelmarks Landrat Wolfgang Blasig (alle SPD). Die Hafeneröffnung wurde von Marina Ringel (l.) moderiert. Quelle: Dirk Pagels

Viel Prominenz zur Eröffnung

Auf dem Gelände hatten sich zahlreiche Besucher versammelt, unter ihnen Stadtverordnete und Vertreter der Partnerstädte Ahlen (Nordrhein-Westfalen), Gonfreville (Frankreich) und Zagan (Polen). Aus Rudong (China) gab es schriftliche Glückwünsche. Kleinmachnows Bürgermeister Michael Grubert (SPD) und sein Stahnsdorfer Amtskollege Bernd Albers (Bürger für Bürger) hatten ebenfalls den Weg nach Teltow gefunden.

Darauf angesprochen, ob er sich den Hafen denn auch als regionales Projekt vorstellen könne, verwies Albers darauf, dass Teltow als Mittelzentrum jährlich immerhin 800 000 Euro vom Land bekomme. Mit Hubertus von Badewitz war auch ein Nachfahre von Gottfried von Badewitz anwesend, der eine maßgebliche Rolle beim Bau des Teltowkanals gespielt hatte.

Von Konstanze Kobel-Höller

Solweig Mebus in Teltow muss miterleben, wie die zweite Hälfte des Doppelhauses, in dem sie lebt, abgerissen wird. Jetzt gibt es erst mal Entwarnung: Die Statik ihrer Hälfte ist sicher.

12.05.2019
Teltow Königlicher Besuch - Alter Fritz auf Tour

Mit einer Kutsche ist der Teltower Hermann Lamprecht als Friedrich II. am Donnerstag in der Teltower Region und im Landkreis Teltow-Fläming unterwegs gewesen. Damit erfüllte sich der 82-Jährige, der bei Festen und zu offiziellen Anlässen in der Stadt in die Rolle des „Alten Fritzen“ schlüpft, einen lang ersehnten Wunsch.

09.05.2019
Teltow Erste Doppelhaushälfte schon platt - 76-Jährige lebt im Abrisshaus

Eine Berliner Immobilienfirma hat in Teltow den ersten Teil eines Doppelhauses abreißen lassen, obwohl im anderen Teil noch eine 76-jährige Bewohnerin lebt. Das Unternehmen will nach dem Abriss des gesamten Gebäudes ein Mehrfamilienhaus errichten.

10.05.2019