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Teltow Junge Teltower fordern Rechte ein
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21:52 27.03.2019
Beim Breakdance der Arbeitsgruppe 6 des Kinder- und Jugendforums ging es um das Thema Hausaufgaben. Quelle: Stephan Laude
Teltow

So lebhaft geht es selten zu im Stubenrauchsaal – brave junge Streber waren es nicht, die am Mittwoch beim ersten Kinder- und Jugendforum Teltow zusammengekommen waren, um ihre Vorstellungen von einer Stadt einzubringen, die mehr als bisher den Wünschen der jungen Generation gerecht werden soll. Seit vorigem Jahr verlangt die brandenburgische Kommunalverfassung, dass die Mitwirkung von Kindern und Jugendlichen kommunalpolitisch einen höheren Stellenwert erhält. Also wandte sich Teltow an seine Schulen: Schüler ab der 5. Klasse, die Lust haben, ihre Interessen zu vertreten, mögen sich anmelden. Dafür gab’s auch eine Freistellung vom Unterricht.

Ab 8.30 Uhr wurden gestern Forderungen zusammengetragen, auf Plakate geschrieben und szenisch auf die Bühne gebracht. Am frühen Nachmittag wurde alles präsentiert. Damit die Forderungen nicht erst auf Umwegen bei der Verwaltung landen, wurden deren Mitarbeiter gleich dazu eingeladen – viele kamen auch, ebenso wie einige Stadtverordnete.

Sitzbänke können schnell aufgestellt werden

Im Forderungskatalog steht unter anderem: an den Schulen weniger Vertretungsstunden, auf den Straßen weniger Müll, bessere Turnhallen, eine Schwimmhalle, sichere Schul- und Radwege. In einer der acht Arbeitsgruppen wurde auch der Wunsch geäußert, dass Teltow „gemütlicher“ werde. Und Spielplätze seien nicht nur für kleine Kinder vonnöten, sondern auch für Teenager – als Rückzugsort bei Stress mit Eltern oder Schule.

Kinder und Kommunalverfassung

Seit dem 30. Juni 2018 gibt es in der Brandenburger Kommunalverfassung den Paragrafen 18a mit vier Absätzen:

Die Gemeinde sichert Kindern und Jugendlichen in allen sie berührenden Gemeindeangelegenheiten Beteiligungs- und Mitwirkungsrechte.

Die Hauptsatzung bestimmt, welche Formen zur eigenständigen Mitwirkung von Kindern und Jugendlichen in der Gemeinde geschaffen werden. Kinder und Jugendliche sind an der Entwicklung der Formen angemessen zu beteiligen.

Die Gemeindevertretung kann einen Beauftragten für Angelegenheiten von Kindern und Jugendlichen benennen. (…)

Bei der Durchführung von Planungen und Vorhaben, die die Interessen von Kindern und Jugendlichen berühren, soll die Gemeinde in geeigneter Weise vermerken, wie sie die Beteiligung nach Absatz 1 durchgeführt hat.

Viele Wünsche und Forderungen wurden in Form von Musik an die Verantwortlichen herangetragen. Auch eine Fotoschau wurde geboten. Witzig waren die Motive vor dem Jugendtreff: Da sitzen Jungen und Mädchen auf einer Bank – die allerdings gar nicht vorhanden ist. Die Anstrengungen, für die Bilder tapfer in der Kniebeuge zu verharren, um die Sitzgelegenheiten einzufordern, scheinen sich gelohnt zu haben. Der Stadtverordnete Hans-Peter Goetz (FDP) sagte nach der Veranstaltung, die Jugendlichen hätten damit einen Anstoß gegeben. Vor dem Treffpunkt Bänke aufzustellen, das könne schnell gemacht werden, koste nicht viel und die Jugendlichen würden merken, dass sie gehört werden. Es sieht also so aus, dass das Thema in die Stadtverordnetenversammlung kommt.

Hafenneubau wird nicht gestoppt

Das erste Statement der Verwaltung auf die so unterhaltsam vorgetragenen Wünsche gab es von Bürgermeister Thomas Schmidt (SPD). Der mehrfach artikulierten Forderung, den Bau der Marina aus Kostengründen zu stoppen, erteilte er eine Absage, aber der Wunsch nach einer Schwimmhalle soll erfüllt werden. „Wir wollen die Schwimmhalle“, sagte Schmidt und er gehe davon aus, dass sie auch kommen wird. Einen Termin nannte nicht.

Teltows Bürgermeister Thomas Schmidt (SPD) reagierte auf dem ersten Kinder- und Jugendforum als erster auf die Vorschläge der jungen Teltower. Quelle: Stephan Laude

In Teltow war schon einmal ein Jugendparlament initiiert worden, aber das Projekt ist dann irgendwie im Sande verlaufen. Das soll sich nicht wiederholen. Jetzt soll die Mitsprache der Kinder und Jugendlichen dauerhaft organisiert werden, wie Sozialraumkoordinator Marcel Hochmal erläuterte.

Teltows Sozialraumkoordinator Marcel Hochmal will den Kindern und Jugendlichen ein dauerhaftes Mitspracherecht bei der künftigen Gestaltung der Stadt einräumen. Quelle: Stephan Laude

Ziel sei es, als ständige Einrichtung ein Gremium von Kindern und Jugendlichen zu schaffen. Und einmal jährlich soll es ein Kinder- und Jugendforum ähnlich wie gestern geben. Dort hing auch eine Liste aus, auf der sich junge Leute, die weiterhin mitmachen wollen, eintragen konnten. Sie war schnell ziemlich voll. Ein Nachtreffen zum gestrigen Forum soll es schon sehr bald geben.

Von Stephan Laude

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