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Teltow Beatlemania im Bürgerhaus
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08:35 10.10.2019
Die Rickenbacker-Gitarre von John Lennon hat sich Dieter Bruhn vom Originalhersteller baugleich anfertigen lassen. Quelle: Friedrich Bungert
Teltow

Er war der fünfte Beatle: Wohl kaum ein anderer in der Teltower Region weiß so viel über das Leben der vier Pilzköpfe aus Liverpool wie Dieter Bruhn aus Teltow. Der frühere Maler in einem Handwerksbetrieb in der Stadt hat in den vergangenen Jahrzehnten seit der Wende einen unermesslichen Fundus an Platten, Postern und baugleichen Gitarren der legendären Popband zusammengetragen. Allein das Bildarchiv umfasst mehr als 3000 Fotos der Beatles beziehungsweise ihrer Instrumente. Fünf baugleiche Gitarren des Quartetts hat er sich von den Originalherstellern anfertigen lassen, darunter die Gretsch Duo Jet 57-Rhythmusgitarre von George Harrison (mit nachgebildeten Kratzern auf dem Holz), die es in dieser Form nicht mehr zu kaufen gibt, die erste Schulgitarre John Lennons sowie seine zwölfseitige Rickenbacker oder den Bass von Paul McCartney.

Diese Instrumente sowie eine Auswahl seiner umfangreichen Sammlung zeigt Bruhn in einer Veranstaltung am 26. Oktober im Teltower Bürgerhaus, Ritterstraße 10. An diesem Abend kann er auch viel über das wohl berühmteste Quartett der Popgeschichte erzählen und mit so manchem Klischee oder Gerücht über die Beatles aufräumen.

Beatles-Fan spielte selbst in einer Band

„Mich haben die Beatles schon in meiner Jugend fasziniert. Ich finde ihr melodiöses Spiel einfach toll. Dabei kann man schön träumen“, sagt der heute 73-Jährige. Gemeinsam mit Gert Watzke (Gitarre), Karl-Heinz Weidner (Schlagzeug) und Michael Kettner (Gitarre) spielte Bruhn in den 1960-er Jahren in der Band „Echo-Team“ Hits der Beatles, der Rolling Stones, der Rattles und der Animals, aber auch Schlager aus jener Zeit. Noten und Texte der Vorbilder gab es in der DDR nicht. Auf dem Tonbandgerät hörten sie sich die Sequenzen der Titel an, um sie anschließend selbst zu üben. „Die Texte schrieben wir nach Gehör auf und versuchten sie so gut wie möglich nachzusingen. Ob das immer echtes Englisch war, weiß ich nicht. Aber in der DDR konnten ohnehin die meisten kein Englisch“, erinnert sich Bruhn schmunzelnd.

Erst nach dem Mauerfall viel gesammelt

Seine Sammelleidenschaft entdeckte der Teltower im Alter von 24 Jahren. Anfang der 1970-er Jahre. Damals gelang es ihm, eine der ersten heiß begehrten Beatles-Platten zu ergattern, die das DDR-Musiklabel Amiga herausbrachte. Bruhn versuchte nun alles über die Liverpooler zu sammeln, was er nur über sie bekommen konnte. Einige Platten gingen sozusagen „unter der Hand“ in seinen Besitz.

Die Alben der Beatles hat Dieter Bruhn komplett. Jetzt sucht er noch einige Singles der berühmten Pilzköpfe aus Liverpool. Quelle: Friedrich Bungert

Nach dem Mauerfall konnte Bruhn endlich sein Hobby voll ausleben. Er fuhr zu den Stätten, die durch den Auftritt der Beatles berühmt oder zumindest bekannt geworden waren, besuchte den Indra-Club sowie den Kaiser-Keller in Hamburg oder den Cavern Club in Liverpool. Für den Star Club in Hamburg war es allerdings zu spät. Nach einem Brand war er bereits 1987 abgerissen worden. Von überallher brachte er Erinnerungen an seine Kultband mit. Bruhn traf in Hamburg den Musikhändler, der als Auszubildender dabei war, als Paul McCartney in dem Geschäft seine Bassgitarre kaufte, und traf sich mit Freda Kelly, der Präsidentin des offiziellen Fanclubs der Beatles.

Mitschnitte von Konzerten werden eingeblendet

In seine Beatles-Sammlung hat Dieter Bruhn nach eigenen Angaben bislang mehrere Tausend Euro investiert.

Sein Wissen hat der Beatles-Fan aus zahlreichen Büchern und Gesprächen mit Zeitzeugen zusammengetragen. Daraus hat er ein Konzept für seine Präsentationen erarbeitet.

Seine Sammelstücke hat der Teltower mehrfach in der Stadt selbst sowie in Stahnsdorf und Trebbin gezeigt.

In den Veranstaltungen werden auch Mitschnitte von Live-Konzerten der Beatles eingeblendet.

Bis vor einem Jahr hatte Bruhn nach der Wende wieder Musik in einer Band gemacht. Zunächst nannte sie sich „Crazy Birds“. Aufgrund mehrerer personeller Umbesetzungen wurde nach etwa drei Jahren der „Zeitsprung“. „Den Namen hatte ich mir ausgedacht, weil wir musikalisch zurück gesprungen sind in die 60-er Jahre. Das war die Musik, mit der wir aufgewachsen sind“, sagt Bruhn. Eine russische Kirchengemeinde in Berlin-Lichtenberg stellte der Band einen Probenraum zur Verfügung. Die Gruppe spielte zum Tanz in Hohen Neuendorf (Oberhavel), zum Männertag in Berlin-Köpenick und einmal im Monat auf dem Bauernmarkt in Schmachtenhagen. Auch im Stubenrauchsaal des Rathauses Teltow und im Restaurant „Stahnsdorfer Hof“ in Stahnsdorf trat die Band auf.

Allmählich wird es eng

Mittlerweile muss Dieter Bruhn seine Sammelleidenschaft ein wenig bremsen. In seiner Wohnung in Teltow ist kaum noch Platz für weitere Stücke. „Eine der echten Goldenen oder Platinplatten würde ich noch haben wollen. Aber nicht die billigen Kopien, die bei Ebay versteigert werden“, wünscht sich der Beatle-Fan. Dieter Bruhn sucht außerdem noch einen festen Raum in Teltow, in dem er seine Sammlung regelmäßiger präsentieren und vielleicht sogar einen Beatles-Stammtisch gründen kann.

Zu den kostbarsten Stücken in der Sammlung von Dieter Bruhn gehört ein Mitschnitt des Konzertes der Beatles im Hamburger Star-Club. Der Club wurde 1987 nach einem Brand abgerissen. Quelle: Friedrich Bungert

Info: Beatles-Abend mit Dieter Bruhn, Ausstellung mit Bericht und anschließendem Tanzabend, 26. Oktober, ab 16 Uhr, Bürgerhaus Teltow, Ritterstraße 10.

Von Heinz Helwig

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