Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Teltow Teltower Eltern beschweren sich über Strafzettel
Lokales Potsdam-Mittelmark Teltow Teltower Eltern beschweren sich über Strafzettel
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
18:10 11.02.2020
Evelyn Schönsee kämpft jeden Morgen um einen Parkplatz, wenn sie ihre Tochter in die Kita auf dem Gelände des Teltower Diakonissenhauses in der Lichterfelder Allee bringt. Quelle: Dirk Pagels
Anzeige
Teltow

„Kinder und ihre Familien sind ein Beitrag zur Zukunft von Teltow“, wirbt die Stadt auf ihrer virtuellen Familienseite für eine „Familienstadt“ Teltow. Doch diese „Familienstadt“ kommt einigen Eltern nach deren Meinung derzeit nicht gerade wohlwollend entgegen. Besonders denjenigen nicht, die ihre Kinder täglich in eine der Kitas oder Schulen auf dem Gelände des Evangelischen Diakonissenhauses Berlin Teltow Lehnin bringen und dort abholen. Vor dem Grundstück in der Lichterfelder Allee spielen sich jeden Morgen und jeden Nachmittag katastrophale Szenen ab, wenn sie ihr Auto kurz am Straßenrand oder auf dem Diakogelände abstellen, berichten die Eltern.

Schon drei Strafzettel kassiert

Denn der eng beschränkte Bereich, in dem das Parken erlaubt ist, reicht für die „Elterntaxis“ nicht aus. Außerhalb dieser Parkzone ist sogar das Halten am Straßenrand untersagt. „Auch der Parkplatz auf dem Gelände der Diakonie ist bereits hoffnungslos überfüllt, wenn ich am Morgen meine Tochter in die Kita ,Morgensonne’ bringe“, sagt beispielsweise Evelyn Schönsee.

Anzeige

Drei Strafzettel hat die Mutter eines vierjährigen Mädchens schon kassieren müssen, weil sie ihr Auto nicht vorschriftsmäßig abstellen konnte. „Auf dem Parkplatz der Diakonie darf auch nur auf den markierten Flächen geparkt werden. Andernfalls schreibt das Ordnungsamt einen Strafzettel aus“, sagt Schönsee. Manchmal sind es mehr als 500 Meter, die die Teltowerin mit ihrer Tochter noch vom Auto bis zur Kita laufen muss.

Auf dem Parkplatz auf dem Gelände des Teltower Diakonissenhauses darf nur auf den vorgezeichneten Stellflächen geparkt werden. Quelle: Dirk Pagels

An wärmeren Tagen fahren ihr Mann und sie das Kind oft mit dem Fahrrad aus dem Musikerviertel in die Einrichtung. Doch dann müssen beide jedesmal erst wieder zum Wohnort zurück, um das Rad gegen das Auto zu tauschen, mit dem sie anschließend zur Arbeit nach Potsdam beziehungsweise nach Berlin fahren. Ein erheblicher logistischer und zeitlicher Aufwand, sagt Schönsee.

Nur ein „überzogener Einzelfall“

Sie hat Teltows Bürgermeister Thomas Schmidt (SPD) einen Brief geschrieben und ihm darin die alltägliche Situation geschildert sowie ihn gebeten, die Parkmöglichkeiten in der Lichterfelder Allee wieder zu erweitern. Schönsee behauptet, die Stadt habe den Parkbereich unlängst noch mehr eingeschränkt. Für die Stadt gibt es auf MAZ-Nachfrage bislang „keine Beschwerden, dass der großzügig vorhandene Parkraum (in der Lichterfelder Allee) nicht ausreicht.“ Da die Parksituation offenbar für die breite Masse kein Problem darstelle, sei eine Abhilfe auch nicht nötig. Schönsees Bitte sei nur „ein Einzelfall, der sehr überzogen dargestellt und mit Nachdruck von der Beschwerdeführerin verfolgt wird.“

Bislang habe sich niemand über den „großzügig vorhandenen Parkraum“ in der Lichterfelder Allee beschwert, sagt Teltows Stadtverwaltung. Quelle: Dirk Pagels

Der MAZ liegen hingegen weitere Wortmeldungen von Eltern vor. „Ich habe auch schon einen Zettel mit einem Hinweis ans Frontfenster gelegt, dass ich nur schnell mein Kind in die Kita bringe. Es hat nicht geholfen. Als ich wiederkam, hatte ich einen Strafzettel am Scheibenwischer“, berichtet eine andere Mutter. Sollte dennoch einmal eine Stellfläche auf dem Parkplatz frei sein, so können die Eltern sie nicht nutzen – sie ist mit einem fremden Kennzeichen reserviert. Schriftliche Widersprüche hat die Stadt immer wieder abgelehnt, klagen die Eltern. Die Namen liegen der MAZ vor.

Größtmöglicher Kompromiss

Bürgermeister Thomas Schmidt rechtfertigt die Halteverbote vor dem Diakonissenhaus mit dem „Schutz schwächerer Verkehrsteilnehmer“, wie Kinder, Behinderte und ältere Menschen. „Die aktuelle Situation stellt den größtmöglichen Kompromiss zwischen Verkehrssicherheit und den (nachgeordneten) Belangen des ruhenden Verkehrs dar“, antwortet er Schönsee. In den vergangenen sechs Jahren seien die Verkehrszeichen in der Lichterfelder Allee nicht verändert worden, weist der Bürgermeister die Behauptung zurück, den Parkraum künstlich verringert zu haben. Vielmehr sei der Druck auf die öffentlichen Parkplätze infolge der zusätzlich entstandenen Einrichtungen auf dem Diakoniegelände enorm gestiegen. Eine Einschränkung der Parkmöglichkeiten in diesem Bereich sei derzeit nicht vorgesehen.

Vorschlag: Hol- und Bringezonen

Auf den nicht gekennzeichneten Flächen auf ihrem Gelände habe die Diakonie ein eingeschränktes Halteverbot zum „Ein und Aussteigen, Be- und Entladen“ bis zu drei Minuten eingerichtet, so Schmidt weiter. Nach den Erfahrungen der Eltern brauchen diese allerdings zehn bis 15 Minuten, um ihre Kinder in der Kita abgeben und sich angemessen von ihnen verabschieden zu können.

Schmidt verweist die Eltern ans Evangelische Diakonissenhauses. Mit ihm sollen sie die Einrichtung von „Hol- und Bringezonen“ aushandeln, empfiehlt der Bürgermeister. „Bei Vertragsabschlüssen über die Kinderbetreuung weisen wir die Eltern immer auf das Parkplatzproblem hin“, sagt Thomas Fischer vom Referat Kommunikation der Diakonie. Die Flächen außerhalb der Stellplätze müssten für den Rettungsdienst und die Feuerwehr freigehalten werden, heißt es.

Neues Parkhaus bleibt vorerst Vision

Das Diakonissenhaus plane zwar ein neues Parkhaus auf seinem Gelände, das auch von den Eltern der Kinder in den Schulen und Kitas genutzt werden könne. Doch wann es gebaut wird, steht noch nicht fest. Bis dahin stünden der öffentliche Parkraum an der Lichterfelder Allee sowie der vorhandene Parkplatz auf dem Diakoniegelände zur Verfügung, so die Pressestelle.

„Damit schließt sich der Kreis“, kommentiert Evelyn Schönsee verbittert.

Von Heinz Helwig

Der BUND hatte Einspruch gegen die Fällung von insgesamt 56 alten Eichen und Linden erhoben. In der ersten Instanz bekam er nicht Recht. Nun entschied auch das Oberverwaltungsgericht gegen den Naturschutzverband.

10.02.2020
Stahnsdorf Nach dem Bombenfund in Stahnsdorf Dachdecker: „Auf den Dächern ist Chaos“

Der Dachdeckermeister Udo Hasenbein hat die ersten Schäden auf Stahnsdorfs Dächern repariert – rechtzeitig, bevor Orkan „Sabine“ das Land heimsuchen soll. Er empfiehlt auch bei benachbarten Dächern, die unbeschädigt aussehen, aus Sicherheitsgründen eine Kontrolle.

11.02.2020
Kleinmachnow Chronologie der Bombenentschärfung in Stahnsdorf Bombe erfolgreich gesprengt – mehrere Häuser beschädigt

Bei Bauarbeiten in Stahnsdorf ist am Freitag eine 500-Kilogramm-Bombe gefunden worden. Mehrere tausend Einwohner mussten am Abend ihre Häuser verlassen. Eine Entschärfung war nicht möglich, die Bombe musste gesprengt werden. Alle Ereignisse des Tages und der Nacht zum Nachlesen gibt es hier.

08.02.2020