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Teltow Teltows längste Lesung mit den Namen toter Flüchtlinge in der Andreaskirche
Lokales Potsdam-Mittelmark Teltow Teltows längste Lesung mit den Namen toter Flüchtlinge in der Andreaskirche
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06:01 19.09.2019
Organisieren Teltows längste Lesung: Enrico Roesler, Rolf Brix und Diakon Martin Bindemann (v. l.). Quelle: Gesine Michalsky
Teltow

Todesursache Flucht“ heißt das Buch, das 24 Stunden lang von Samstag, 21. September, ab 10 Uhr bis zum Sonntagmorgen, 22. September, in der Teltower Andreaskirche öffentlich vorgelesen wird. „Wir wollen ein Zeichen setzen, das sensibilisiert und anstößt, sich mit der Flucht und anderen Lebensverhältnissen auseinanderzusetzen“, erklärt Diakon Martin Bindemann und wirbt fürs Mitmachen: „Das Buch ist großartig, weil es das Schicksal von Flüchtlingen aus verschiedenen Blickwinkeln erlebbar macht.“

Bindemann hat sehr schnell Freunde und Mitglieder der evangelischen Gemeinden der ganzen Region von seiner Idee überzeugen können und organisiert jetzt die Veranstaltung.

Gestorbene Flüchtlinge von 1993 bis 2018

Das Buch beinhaltet eine 300 Seiten starke chronologische Aufzählung, mit einer „unvollständigen Liste“ der Menschen, die auf der Flucht nach Europa in der Zeit von 1993 bis 2018 ums Leben kamen. Vorgelesen wird von mehr als 35.000 Schicksalen, die aus den Erinnerungen von Überlebenden aufgeschrieben und in Stichworten zusammengefasst wurden. Eine schwierige Recherche, die ergänzt werde mit Porträts von Verstorbenen sowie Essays von Europäern aus ganz unterschiedlichen Positionen, berichtet Martin Bindemann.

„Als ich das dazu gehörende Hörbuch bis zum Schluss verfolgt habe und merkte, da ist in der Chronologie keine Wiederholung drin, habe ich mich entschlossen, das als öffentliche Lesung zu veranstalten,“ berichtet der engagierte Teltower Diakon: „Viele sagten sofort begeistert zu, dabei mitzumachen.“ Das Hörbuch haben 100 Menschen eingelesen.

Gemeinsame Aktion mit Männerkochkreis und Langer Tafel

Ein idealer Anlass für eine gemeinsame Veranstaltung fanden der „Männerkochkreis“ und die Freunde des Projektes „Lange Tafel“ in der Teltower Kirchengemeinde. Während im Stundentakt in der Kirche gelesen wird, laden die Herren alle zum Verweilen vor der Kirche ab 14 Uhr an der „Langen Tafel“ ein. „Das Zuhören ist eine schmerzliche Angelegenheit. Wenn man aus der Kirche rauskommt, sind wir für Gespräche da und sorgen auch für eine kulinarische Stärkung“, verspricht Enrico Roesler, er ist der Vorsitzende des Teltower Gemeindekirchenrates und ein begeisterter Hobby-Koch.

Abwechslung im Viertelstundentakt

Ergänzt wird die Erinnerung an die Verstorbenen mit aktuellen Berichten. Ein Seenotretter wird von seinen Erlebnissen erzählen. Und ein eritreischer Chor sorgt für musikalische Unterhaltung. Alles erfolgt im Viertelstundentakt: Bericht, Essay, chronologische Liste und ein sogenannter aktiver Teil. „Jede Viertelstunde zählt“, sagt Martin Bindemann und hofft, auch für die späten Nachtstunden von Teltows längster Lesung noch Mitstreiter zu finden. Und das Erlebte ausklingen zu lassen bei einem gemeinsamen Frühstück, dafür sei auf jeden Fall gesorgt.

Kontakt martin.bindemann@gmx.de

Von Gesine Michalsky

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