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Teltow Volle Standesämter: Paare nutzen Corona-Lockerungen
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Volle Standesämter: Paare nutzen Corona-Lockerungen  

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18:34 03.09.2020
Auch Marie und Chris ließen ihre Hochzeit von Dirk Pagels fotografisch festhalten. Quelle: Dirk Pagels
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Potsdam/Mittelmark

Heiraten zu Coronazeiten – will man das? Mit Mund-Nase-Schutz das Ja-Wort geben, mit nur wenigen Gästen feiern, vielleicht die kirchliche Trauung verschieben? Viele Paare sagen: „Ja!“ Nicht nur, dass die im Frühjahr wegen der Pandemie abgesagten Eheschließungen oft rasch abgearbeitet waren. Gerade in schwierigen Zeiten wie diesen drängt es offensichtlich viele Paare dazu, sich enger zu binden. Der Teltower Fotograf Dirk Pagels möchte nun zwei von ihnen fünf Stunden lang begleiten und ihren besonderen Tag fotografisch festhalten. Die Bedingung: Mindestens ein Teil des Paares muss in einem Beruf arbeiten, der besonders unter Corona zu leiden hatte und die Hochzeitsplanung sollte durch die Pandemie holprig geworden sein.

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Ein Viertel aller geplanten Eheschließungen war in Potsdam Anfang Mai schon auf das Ende dieses Jahres oder auf 2021 verschoben worden. Neue Termine für 2020 gibt es seit August wieder, ab Oktober können im Standesamt dann Pläne für den nächsten Sommer gemacht werden, wurde angekündigt. Derzeit nutzen jedenfalls viele Paare die Entspannung, um sich das Ja-Wort zu geben. So konnte aus Potsdam gestern keine Auskunft über aktuelle Zahlen zum Thema Hochzeit gegeben werden, „weil die zuständige Standesbeamtin durchgehend mit Eheschließungen beschäftigt ist.“

Auch in Teltow ist die Nachfrage groß. „Bis Ende Oktober 2020 sind bereits alle Termine für Trauungen in unserem Standesamt vergeben“, so Stadtsprecher Jürgen Stich. Zehn Hochzeiten wurden hier wegen Corona abgesagt, der Rückstau war jedoch schon Mitte Mai abgearbeitet. Dabei traute die Stadt 15 Paare ohne Gäste in einem improvisierten Hochzeitspavillon im Hof des Standesamtes. Nur fünf Heiratswillige entschieden sich dafür, lieber nächstes Jahr ganz groß zu feiern.

Im Standesamt Teltow sind bis Ende Oktober alle Termine ausgebucht. Quelle: Dirk Pagels

Derzeit dürfen in Teltow nur zwölf Gäste im Trauzimmer mit dabei sein – mit Mund-Nase-Schutz. Die meisten Paare zeigten viel Verständnis, so Stich. „Sie sind der Überzeugung, dass ihr Eheschließungstag trotz der pandemiebedingten Einschränkungen ein ganz besonders schöner Tag wird. Sie feiern im kleineren Rahmen und einige möchten im nächsten Jahr die ’große Party’ nachholen oder planen nochmals eine sogenannte ’freie Trauung’.“ Die kirchliche Zeremonie würde jedoch oft ins nächste Jahr verschoben.

In Stahnsdorf wurde dagegen keine Hochzeit abgesagt. Lediglich im April wurde keine einzige Trauung durchgeführt: „Weil es dafür keine Anmeldung gab“, so Gemeindesprecher Stephan Reitzig. Nun sei es so, dass die Zahl der Trauungen eher sogar zugenommen habe. Während des Lockdowns sei die Zahl der Gäste im Standesamt entsprechend der Eindämmungsverordnung reduziert gewesen. „Das hat sich mittlerweile wieder normalisiert.“ Die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nase-Schutzes im Haus werde ernst genommen und akzeptiert. Alles in allem kann Reitzig nur sagen: „Die Hochzeitspaare und ihre Gäste sind sehr zufrieden.“

Dirk Pagels liebt es, Hochzeiten zu fotografieren – hier die von Linda und Enrico Richter in Caputh. Quelle: www.dirkpagels.de

Doch die Pläne vieler Heiratswilligen wurden in den vergangenen Monaten über den Haufen geworfen. Manche mussten vielleicht arbeiten und konnten deswegen nicht heiraten, andere können sich wegen Kurzarbeit keinen Fotografen leisten oder finden für ihren verschobenen Termin keinen Profi mehr. Zwei betroffenen Paaren aus Potsdam und Potsdam-Mittelmark, von denen mindestens ein Teil in einem „Corona-Helden“-Beruf (Pflege, Verkauf, Polizei, Feuerwehr, Sanitätern oder andere) arbeitet, möchte der Teltower Fotograf Dirk Pagels nun Danke sagen. Er begleitet die beiden je fünf Stunden lang fotografisch an ihrem Hochzeitstag. Wer sich davon angesprochen fühlt, ist eingeladen, sich bis 8. September unter foto@dirkpagels.de zu bewerben.

Hochzeitsfotos für Corona-Helden

Zählen Sie zur Gruppe der Corona-Helden und Ihre Hochzeitsplanung macht Probleme? Wurde der Termin im Frühjahr wegen der Pandemie gar verschoben? Mussten Sie stattdessen arbeiten? Finden Sie für den neuen Termin keinen Fotografen oder können Sie sich wegen Verdienstausfalls keinen leisten?

Der Teltower Fotograf Dirk Pagels begleitet zwei MAZ-Leser-Paare aus Potsdam oder Potsdam-Mittelmark an ihren Hochzeitstagen für je fünf Stunden und erstellt dabei professionelle Fotos.

Mindestens einer der beiden künftigen Eheleute muss zu einer von Corona betroffenen Berufsgruppe gehören, etwa Pflege, Verkauf, Polizei, Feuerwehr, Sanitäter.

So bewerben Sie sich: Beschreiben Sie ihre Hochzeitssituation und machen Sie ein sympathisches, gern lustiges Selfie (möglichst in hoher Auflösung). Schicken Sie uns alles bis zum 8. September per E-Mail an foto@dirkpagels.de. Gern auch LGBTQ+.

Eine Jury um Dirk Pagels schaut die Bewerbungen an und wählt am Ende zwei Paare aus.

Werden Sie ausgewählt, werden Ihr Selfie, Ihre Geschichte und eine kleine abgesprochene Auswahl Ihrer Hochzeitsfotos in der MAZ (Print und Online) veröffentlicht.

Zwischen den Paaren und dem Fotografen gibt es eine Vor- und eine Nachbesprechung, die Fotos werden digital zur Verfügung gestellt.

Die MAZ nimmt an der Nachbesprechung mit dem Fotografen teil.

Beispielfotos gibt es online unter www.dirkpagels.de.

Welche Schicksale unserer MAZ-Leser Dirk Pagels und seiner Jury am meisten ans Herz gehen und bei welchen Hochzeiten er als Fotograf dabei sein wird, lesen Sie demnächst hier, wenn wir die beiden glücklichen Brautpaare und ihre Geschichten vorstellen. Natürlich werden wir auch mit dabei sein, wenn Pagels ihnen die Fotos von ihrem schönsten Tag überreicht und das eine oder andere ganz besondere Bild ebenfalls abdrucken.

Von Konstanze Kobel-Höller