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Potsdam-Mittelmark Tipidorf lädt zu Familiennachmittagen
Lokales Potsdam-Mittelmark Tipidorf lädt zu Familiennachmittagen
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14:41 22.04.2018
Der neunjährige Jonas Nitsche knackt harte Nussschalen an, damit es die jungen Eichhörnchen leichter haben.
Der neunjährige Jonas Nitsche knackt harte Nussschalen an, damit es die jungen Eichhörnchen leichter haben. Quelle: Andreas Trunschke
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Borkwalde

Es ist ruhig im Tipidorf, einem eingezäunten Waldgrundstück unweit der Borkwalder Kita „Regenbogen“. Dabei spielen dort fast fünfzig Eltern und ihre Kinder. Für Ulrike Petrus, eine der Initiatorinnen des Tipidorfes, ist die Ruhe normal. „Hier im Wald spielen die Kinder immer friedlich miteinander. Es gibt keinen Streit, keinen Stress.“ Hier brauchen die Kinder kein Lego und kein Klettergerüst. „Der Wald ist das beste Spielzeug“, formuliert es Petrus.

An diesem sonnigen, warmen Donnerstag startet das Tipidorf mit einem Familiennachmittag in den Frühling. Es ist der erste von weiteren gemeinsam mit dem Familienzentrum Borkheide/Borkwalde geplanten Nachmittagen. Jeder, der mag, kann kommen. Es gibt jeweils ein kleines Bastelangebot und ein kleines Picknick, zu dem jeder gern beitragen kann. Im Mai sollen Murmelbahnen genagelt und dann natürlich gemurmelt werden.

Basteln mit Naturmaterialien

Im Juni werden Mosaiksteine in Betonformen gelegt. Das Ergebnis kann zur Dekoration oder als Trittstein für draußen verwendet werden. Jetzt im April werden Steine und Spielfläche für das Spiel „Tic-Tac-Toe“, eine Art Mini-Mühle, gestaltet. Dazu werden Baumscheiben mit vier Strichen versehen, so dass neun Felder entstehen. Außerdem werden kleine Steine bunt bemalt, die man beim Spielen geschickt in die neun Felder legen muss.

Wichtig ist den Tipidörflern, dass beim Basteln vor allem Naturmaterialien verwendet werden und die Ergebnisse einen Nutzwert haben. Das unterstützt auch die Leiterin des Familienzentrums, Marlies Biniok. „Gesellig sein, draußen sein und sich mit der Natur befassen ist wichtig für die Kinder.“ Für Biniok bringen die Nachmittag außerdem den Vorteil mit sich, dass sie hier Eltern kennenlernt, an die sie anders nur schwer herankommen würde. Für die Macher des Tipidorfes erleichtert die Kooperation umgekehrt viele Sachen, zum Beispiel die Beschaffung von Materialien. Unabhängig davon wollen sie für das Tipdorf demnächst einen eigenen Verein gründen.

Spielfläche und Steine für das „Tic-Tac-Toe“-Spiel haben die Kinder selbst gestaltet.  Quelle: Andreas Trunschke

Inzwischen gibt es vier selbstgebaute Tipis im Dorf. Parallel entsteht ein zentraler Versammlungsplatz aus nicht mehr benötigtem Sturmholz. In der Mitte soll es eine kleine, befestigte Feuerstelle geben. Die Feuerwehr hat keine Einwände. Ins Tipidorf kommen inzwischen gleichermaßen Borkwalder und Borkheider. Auch die Tagesmutter Ines Renner von den Borkheider „Kwirlies“ kommt oft hierher. Das funktioniere sehr unkompliziert, wie sie berichtet. Einfach anrufen, dann bekomme sie den Schlüssel – und mit dem Auto sei sie schnell in Borkwalde.

Natürlich interessieren sich die Kinder immer auch für die Tiere in der zugehörigen Eichhörnchenstation. Gegenwärtig sind gerade wieder zwei Eichhörnchen da, die bis zu ihrer Auswilderung aufgepäppelt werden. In einem Nähzirkel wurden kleine Kobel als Schlafplatz für die Tiere genäht. Andere Kinder knacken begeistert harte Nussschalen an, damit es die noch jungen Tiere nicht so schwer haben.

Info: Weitere Familiennachmittage im Tipidorf sind für den 17. Mai und den 14. Juni geplant.

Von Andreas Trunschke

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