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Treuenbrietzen Bekommt Treuenbrietzen bald ein Jugendparlament?
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17:39 22.02.2019
Die Delegation des Jugendparlaments aus Berlin Tempelhof-Schöneberg. Auch Justin Sudbrak (r.) ist mit dabei und gibt Hinweise für ein funktionierendes Konzept. Quelle: Sven Gatter/Gesamtschule Treuenbrietzen
Treuenbrietzen

In Treuenbrietzen stehen die ersten Schüler und Schülerinnen des zweijährigen Projektes „Erasmus plus“ mit dem Titel „Durch Schule Demokratie lernen“ kurz vor dem Abitur. Bei der Demokratie-Messe der Gesamtschule Treuenbrietzen wünscht sich die Stadt am Donnerstag Nachwuchs für ein neues Jugendparlament.

„Die Beteiligung der Bürger in der Stadt könnte höher sein“, sagt Sandra Hoedt von der Stadtverwaltung Treuenbrietzen. Sie half, das Projekt zum November 2017 auf den Weg zu bringen. Es soll das Interesse der Jugendlichen an der Stadt und der Mitgestaltung der Schule wecken. „Die Stadtverordnetenversammlung ist relativ alt und eingeschliffen“, sagt Hoedt. Deswegen müsse man schon die Kinder motivieren – sie seien unsere Zukunft. „Wir hoffen, dass sich das dann auch in die Erwachsenenpolitik zieht“, erklärt sie.

Voraussetzungen in Treuenbrietzen

Nach einem Jahr haben die Teilnehmenden am Projekt eine Analyse der demokratischen Methoden der eigenen Schule vorgenommen. Sie sehen an der eigenen Schule noch Potenzial zur Veränderung und haben angefangen, sie mitzugestalten. So wurde unter anderem ein Kellerraum zum Pausenraum umgebaut, eine Schülerfirma und ein Schülerradio gegründet. Das Projekt läuft in Partnerschaft mit Schulen aus Italien und Polen.

Diana Schmitz (l.) und Max Bergholz haben mit anderen Jugendlichen den Kellerraum in einen Pausenraum umgebaut. Quelle: Jan Russezki

Die Voraussetzungen, das auch auf die Stadt zu übertragen, könnten am Tag der Demokratie-Messe in der Treuenbrietzener Gesamtschule nicht besser sein: Vor Kurzem wurde die brandenburgische Kommunalverfassung geändert. „Mit dem Paragrafen 18a sollen die Kommunen nun mit Jugendlichen Beteiligungsformate entwickeln“, sagt Franziska Brocksch von der Stadtverwaltung. So haben Jugendliche in Treuenbrietzen nun auch in Ausschusssitzungen der Stadt ein Rederecht bekommen und können ihre Themen und Wünsche einbringen. „Die Möglichkeiten und die Rechte zur Mitgestaltung der Stadt sind da“, sagt Brocksch.

Lisann Martens (r.) und Antonia Bürger sind im Projekt der Schülerfirma. Ihr Dinkel-Honig-Brot wird in einer Partnerbäckerei gebacken und verkauft. Quelle: Jan Russezki

Auch das Interesse sei riesig, „aber sobald es darum geht, aktiv zu werden, dünnt es sich aus“, sagt sie weiter. Dabei war das mal anders: 2002 gründete der Bürgermeister mit Jugendlichen ein projektbezogenes Jugendparlament. Eine Skaterbahn wurde durchgesetzt sowie ein Umweltprojekt am Baggersee. „Es gab über viele Jahre keine Übergaben der Gruppen, bis das Jugendparlament dann eingeschlafen ist“, sagt Bügermeister Michael Knape (parteilos). Er bedauert, dass keine Verstetigung gelungen ist.

Engagierter Nachwuchs

Im Rahmen des Projektes gibt es Jugendliche, die das wieder ändern wollen. „Wir brauchen einen Ort, wo sich Kinder um Kinder kümmern – ohne Parteien und Erwachsene“, sagt eine Schülerin der 11. Klasse. Auch Schüler Jonas Brunkow möchte mit der Forderung eines Jugendhauses auch außerhalb der Schule mitgestalten. „Es ist schade, dass ich nicht vorher angefangen habe, aber ich hoffe den Jüngeren Eindrücke mitgeben zu können, damit sie sich stark machen.“ Bei einer Umfrage vor Ort wussten jedoch nur wenige, was ein Jugendparlament ist.

Jonas Brunkow ist Schüler der Gesamtschule Treuenbrietzen. Er wünscht sich für seine Stadt einen Freizeitclub. Quelle: Jan Russezki

Eine Frage, die auf der Demokratie-Messe eine Antwort fand. Neben dem Bürgermeister und der Friedrich-Ebert-Stiftung, war auch Justin Sudbrak aus dem Kinder- und Jugendparlament Tempelhof-Schöneberg mit einem Infostand vor Ort. Der 19-Jährige ist schon mehr als sieben Jahre im Jugendparlament. Sein Hinweis für ein funktionierendes Jugendparlament: „Nicht alle, aber einige Ideen müssen wirklich umgesetzt werden. Nur das motiviert.“ Oft müsse man auch die lokale Politik überzeugen, dass Jugendliche tatsächlich Ideen und Meinungen hätten, sagt er. In Treuenbrietzen wartet die Stadt nun auf den engagierten Nachwuchs.

Von Jan Russezki

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