Bilderwechsel auf Treuenbrietzener Klinikfluren diesmal ohne Vernissage
Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Treuenbrietzen Bilderwechsel auf Treuenbrietzener Klinikfluren diesmal ohne Vernissage
Lokales Potsdam-Mittelmark Treuenbrietzen

Bilderwechsel auf Treuenbrietzener Klinikfluren diesmal ohne Vernissage

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:48 30.10.2020
Diese verfremdete Fotografie mit dem Titel „See“ ist ein Motiv der Ausstellung von Doris Patzer in Treuenbrietzen. Quelle: Doris Patzer
Anzeige
Treuenbrietzen

Lange blieb unklar, ob sich die leeren Wände auf den Fluren der Station 3 im Johanniter-Krankenhaus Treuenbrietzen noch einmal füllen würden mit Kunstwerken in diesem Jahr. Die bisher regelmäßig übliche große Vernissage für neue Ausstellungen konnte wegen der Corona-Vorsorge nicht stattfinden.

Dennoch konnte jetzt ein neue Ausstellung vorbereitet werden. Die Schau von Fotografien trägt den Titel „Das Erste Mal – Vom Experiment ins sanfte Licht“. Für Doris Patzer aus der Gemeinde Schwielowsee ist sie eine Premiere. Ab sofort sind gut 40 ihrer speziellen Fotografien im Krankenhaus zu sehen.

Anzeige

Kultur ist ständiger Begleiter

Kunst und Kultur waren und sind für Doris Patzer ein ständiger Begleiter, beruflich wie privat. Die Leiterin des Kulturamtes der Kreisverwaltung Potsdam-Mittelmark hat sich in vielen künstlerischen Bereichen ausprobiert. Seit gut vier Jahren ist sie nun bei der Fotografie geblieben. Hier experimentiert sie, verändert, dreht, spiegelt, setzt Lichtpunkte und malt.

Fotomalerei ist ihr Metier. Diese Technik bringe dank immer ausgereifterer Anwenderprogramme heute immer mehr digitale Möglichkeiten. Die Fotokünstlerin liebt Farben. Sie strahlen und leuchten, drücken Lebensfreude aus. Das Originalmotiv ist oft nicht mehr erkennbar.

Das ist das Spannende in den Bildern von Doris Patzer. Es gibt kein Thema, das den Besucher von Bild zu Bild führt. Vielmehr überrascht die Ausstellung immer wieder mit neuen Motiven. Was alle Fotografien jedoch vereint: Jedes Originalfoto entstand in der Natur, in Parks, Gärten und Landschaftsräumen.

Doris Patzer stellt erstmals ihre Fotomalerei öffentlich aus. Quelle: MAZ/Archiv

„Fotografieren ist einfach toll, macht riesigen Spaß und man sieht sofort ein Ergebnis“, sagt Doris Patzer. Doch schon gehen die Gedanken weiter: Lass ich das? Wie kann ich es verändern? Was wird daraus entstehen? Die Bearbeitung nehme manchmal viel Zeit in Anspruch. Aber wenn dann das Ergebnis eine Aha-Effekt auslöse, habe sie alles richtig gemacht. Zumindest für sich selbst.

Das erste Mal in die Öffentlichkeit

Nun sollten die Arbeiten von Doris Patzer das erste Mal in die Öffentlichkeit – „ins Licht“ – gehen. Sie hätte sich sehr gefreut zu beobachten, wie andere auf ihre Fotografien reagieren, sagt Doris Patzer angesichts der zur Corona-Vorsorge abgesagten Vernissage im Krankenhaus. Dort wollte sie mit den Besuchern über die Bilder sprechen, die eine oder andere Anregung mitzunehmen. Eben von der experimentellen Fotografie ins Experiment Öffentlichkeit sollte es gehen mit der ersten Ausstellung.

Das Johanniter-Krankenhaus Treuenbrietzen habe sich sehr auf die Premiere von Doris Patzer gefreut. Die erstmals im Freien und in einem lediglich kleinen Rahmen zuletzt geplante Vernissage war ausgebucht. Doch ist auch die kleine offizielle Eröffnungsveranstaltung wegen der Entwicklung der Corona-Lage nun ganz abgesagt worden.

Ausstellung schon lange geplant

„Aufgrund des langen Planungsvorlaufes für diese Veranstaltung haben sich alle Beteiligten aber entschlossen, die Vorbereitungen dennoch zu Ende zu bringen und die Bilder aufzuhängen“, erklärt Ina Tessnow, die im Krankenhaus auch für die Organisation der traditionell wechselnden Ausstellungen zuständig ist.

Die Fotoschau bleibt wegen der inzwischen geltenden Besuchersperre in den Kliniken allerdings bis auf weiteres nur Patienten und Mitarbeitenden vorbehalten. „Sobald es eine Möglichkeit geben sollte, würden wir die Öffentlichkeit aber gerne zu einer Midissage oder Finissage einladen“, erklärte Ina Tessnow. „Die spannenden Bilder und die Künstlerin verdienen es allemal, im Licht zu stehen.“

Von MAZ