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Treuenbrietzen Bürgerbeteiligung steht jetzt auf eigenen Beinen
Lokales Potsdam-Mittelmark Treuenbrietzen Bürgerbeteiligung steht jetzt auf eigenen Beinen
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12:56 16.05.2019
Franziska Brocksch koordiniert die Bürgerbeteiligung in Treuenbrietzen. Eine neue Broschüre geht jetzt an alle Haushalte. Quelle: Thomas Wachs
Treuenbrietzen

Drei Jahre aktive Arbeit für mehr Bürgerbeteiligung liegen jetzt hinter den Akteuren in Treuenbrietzen. Das in Kooperation mit Hochschulen, weiteren Kommunen sowie dem Bundesministerium für Bildung und Forschung durchgeführte Förderprojekt „Transformbar“ ist zum Monatsende offiziell abgeschlossen. Gut 45 Akteure und Bürger zogen bei der Abschlussveranstaltung nun Bilanz.

Beendet aber nicht zu Ende

Die neue Form der Bürgerbeteiligung für kommunale Projekte läuft dennoch weiter in Eigenregie. „Immerhin haben wir in den zurückliegenden Jahren dafür die Kriterien erarbeitet, Prinzipien formuliert und eine eigene Stelle zur Koodinierung im Rathaus schaffen können“, erklärt Franziska Brocksch. Sie war 2016 für das Projekt „Transformbar“ angestellt worden. Nun bleibt sie auf Vorschlag der Verwaltung und nach Beschluss der Stadtverordneten weiter im Rathaus.

Interessante Zahlen zur Stadt

Die Stadt Treuenbrietzen umfasst eine Fläche von 211,79 Quadratkilometern. Davon sind 93,48 Quadratkilometer Wald.

In der Stadt mit elf Ortsteilen gibt es 112 Kilometer Straßen. Zugelassen sind 4499 Autos, darunter 49 Oldtimer.

Von den gut 7450 Einwohnern sind 6525 wahlberechtigt. 740 Hundehalter haben rund 740 Hunde gemeldet.

Die Sabinchenstadt hat 45 Frauen und Mädchen mit dem Namen Sabinchen.

In Treuenbrietzen leben gut 2010 Senioren sowie rund 60 Neugeborene.

Jugendliche im Alter zwischen 14 und 21 Jahren gibt es 400. Hinzu kommen 805 Kinder im Alter bis 13 Jahre.

„Das alles ist insgesamt ein Erfolg für das Beteiligungsprojekt, auch wenn wir nach dem Start bald auch umschwenken mussten“, so Brocksch. Zunächst nämlich waren aus dem Markt der Ideen im Mai 2016 zentrale Projekte entwickelt worden, die gemeinsam mit Arbeitsgruppen gestaltet werden sollten. Mobilität, Sozialer Marktplatz, Regionalladen und der Aufbau eines Jugendtreffs waren beispielsweise Themen. „Das hat dann so aber nicht bei allen geklappt, weil niemand oder nur wenige in den Gruppen mitarbeiten wollten“, erklärt Brocksch.  

Mehr zum Thema und bisherigen Schritten:

>>> Treuenbrietzen wird zum bundesweiten Modell

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>>> Bürgerbeteiligung: Die Jugend macht sich rar

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Also schwenkten die Akteure um. „Es zeigte sich vor allem auch, dass zunächst ganz verschiedene Vorstellungen herrschten, wie Bürgerbeteiligung denn überhaupt laufen sollte“, erklärt die Koordinatorin. Daher gab es dann auch eine Umfrage zur Beteiligungskultur.

Abgestimmt mit TED-Computer

An der TED-Abstimmung nahmen voriges Jahr 423 Personen teil. Darunter waren 353 Bürger, die live bei Veranstaltungen befragt wurden – davon 172 Schüler des Gymnasiums. Zudem beantworteten 70 Teilnehmer die Fragen via Internet.

Dabei hatten gut 45 Prozent angegeben, unter Bürgerbeteiligung zu verstehen, aktiv über Abstimmungen mit Vorhaben entscheiden können. Weitere knapp 26 Prozent sehen Beteiligung darin, sich aktiv mit Ideen und Vorschlägen in Prozesse einbringen zu können. 14 Prozent erwarten, einfach gut informiert zu werden, was in der Kommune läuft. Der Wunsch nach mehr Information war 78 Prozent der Umfrageteilnehmer wichtig. Insgesamt standen bis zu zwölf Fragen zur TED-Abstimmung.

Broschüre für alle Haushalte

Ein wesentliches Ergebnis des Treuenbrietzener Beteiligungsprojektes ist nun eine Vorhabenliste von zunächst 27 Projekten, für die gemeinsam eine engeren Bürgerbeteiligung geprüft werden kann. Sie können auch direkt im Internet begleitet werden. Jeder Bürger kann dazu auch neue Punkte vorschlagen. Jährlich sind Versammlungen geplant zur Fortschreibung der Listen.

Aufgelistet sind die Themen auch in einer gerade druckfrisch erschienen Broschüre unter dem Titel „Du bist Treuenbrietzen“. Sie informiert zu den beschlossenen Prinzipien für Bürgerinformation und -Beteiligung in der Stadt. Das gut 20 Seiten umfassende Heft wird aktuell an alle Haushalte verteilt. Es ergänzt die im Internet etablierten Bausteine zur Mitbestimmung. „So können sich alle Treuenbrietzener auch in gedruckter Form über ihre Möglichkeiten der Beteiligung informieren“, erklärt die Koordinatorin.

Jetzt geht es richtig los

Sie wünscht sich nun langfristig ein vertrauensvolle Zusammenarbeit und sieht sich als Mittlerin zwischen Rathaus, Stadtverordneten und Bürgern. „Auch wenn das Projekt selbst nun abgeschlossen ist, geht es nun eigentlich erst richtig los mit der gelebten Bürgerbeteiligung, für die wir jetzt auf eigenen Füßen stehen“, sagt Franziska Brocksch. „Dabei lernen alle Beteiligten auch weiterhin ständig dazu im Prozess“, so die Koordinatorin.

Die Stadt Treuenbrietzen informiert in einem eigenen Punkt auf ihrer Internetseite über die Möglichkeiten und die bisherigen Schritte zur Bürgerbeteiligung.

Von Thomas Wachs

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