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Treuenbrietzen Ehrenamtler wollen Senioren aus Einsamkeit holen
Lokales Potsdam-Mittelmark Treuenbrietzen Ehrenamtler wollen Senioren aus Einsamkeit holen
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17:26 25.03.2019
Manuela Bohmer (li.), die in Treuenbrietzen bereits den sozialen Hilfsverein „Dorffeen“ betreibt, hat  jetzt neuen Ideen für ein Generationenprojekt.
Manuela Bohmer (li.), die in Treuenbrietzen bereits den sozialen Hilfsverein „Dorffeen“ betreibt, hat jetzt neuen Ideen für ein Generationenprojekt. Quelle: Thomas Wachs
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Treuenbrietzen

Ein Generationenprojekt ist jetzt in Treuenbrietzen an den Start gegangen. Was sich dahinter verbirgt, erklärt Manuela Bohmer aus Bardenitz. Von ihr stammt die Idee.

Frau Bohmer, was verbirgt sich hinter Ihrer Idee des Generationenprojektes?

Manuela Bohmer: Wir wollen vor allem Senioren aus der Einsamkeit helfen. Gemeinsam nicht einsam, ist das Motto. Dazu planen wir eine kleine Begegnungsstätte sowie Hausbesuche unter anderem mit Kindern. So sollen die verschiedenen Generationen direkt in Kontakt kommen. Ähnliche Erfahrungen hatte ich persönlich mal in meiner Zeit in Berlin gemacht. Da beteiligte ich mich mit meinem Hund an einem Besuchsdienst für Menschen mit Demenz.

Wer genau steckt hinter dem Projekt?

Seit dem ersten Treffen in der vorigen Woche sind es mit mir fünf Treuenbrietzener Bürger, die gemeinsam etwas auf die Beine stellen wollen. Sie waren spontan meinem Aufruf zur Mitarbeit gefolgt, den ich auch in sozialen Netzwerken gestartet hatte. Unterstützung gibt es auch von meinem Team des Vereins „Die guten Dorffeen aus Brandenburg“. Mit diesem organisieren wir seit 2013 soziale Dienstsleistungen, Lebensmittelausgabe und Kleiderkammer für Bedürftige in Treuenbrietzen.

Möglichkeiten zur Begegnung verschiedener Generationen bieten sich ja schon über die Angebote des Familienzentrums der Stadt. Warum sehen Sie zusätzlichen Bedarf?

Weil der Bedarf einfach groß ist. Das bekommen wir im Team bei der Arbeit des Dorffeen-Vereins mit. Viele Senioren – vor allem auch auf den Dörfern – haben keine Verwandten und Enkel in der Nähe. Sie sind oft weit in der Welt verstreut und die Großeltern hier einsam. Andersherum gibt es hier auch Kinder, die keine Großeltern mehr oder nicht am Ort haben.

Was konkret benötigen Sie für die Arbeit?

Kostenfrei nutzen dürfen wie bereits private Räume im Eckhaus der Großstraße 80 zur Nagelgasse hin. Das ist eine tolle Basis. Dort wollen wir Stück für Stück drei Räume ausbauen und hätten auch einen Hof zur Verfügung.

Wie soll das Ganze finanziert werden?

Das muss alles noch wachsen. Sicher kann unser Verein zunächst auch etwas helfen. Zudem hoffen wir auf Spenden, um auch mal einen Kuchen zur Kaffeetafel zu backen oder ein gemeinsames Frühstück auszurichten. Sicher können wir auch Fördertöpfe für Projektförderungen bemühen, was wir aber noch nicht geprüft haben. Regelmäßig finanziert werden müssen vor allem Betriebskosten.

Gibt es schon regelmäßige Termine und Treffpunkte?

Zwei Treffen gab es bereits kurzfristig. Alle wollen loslegen. Der Elan ist groß. Wir sind offen für viele weitere Mitstreiter. Das nächste Treffen findet am 8. April im Handarbeitsladen „Husap“ von Antje Pieper statt.

Von Thomas Wachs