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Treuenbrietzen Wo die Olympiade in närrischer Hand ist
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14:53 01.03.2020
Sorgten für Stimmung: Die Tanzdarbietungen beim Bardenitzer Fasching Quelle: Johanna Apel
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Bardenitz

Löwen, Meerjungfrauen und jede Menge Sportler: Sie alle tummelten sich am Freitagabend im Pechüler Sportsaal. Denn ein besonderes Highlight stand an: Bardenitz soll 2020 die Olympiade ausrichten – zumindest wenn es nach den Narren des Bardenitzer Fastnachts-Club geht.

Die hatten zu einer dreitägigen Fastnachts-Sause eingeladen, die am Freitagabend ihren gelungenen Auftakt feierte. Rappelvoll war es im Sportsaal Pechüle, als die Narren Einzug hielten. Rund 40 Ehrenamtliche hatten in den Wochen zuvor dafür gesorgt, dass es den Gästen an nichts mangeln sollte. Für Verköstigung und detailverliebte Dekoration war ebenso gesorgt wie für zahlreiche Angriffe auf die Lachmuskeln der Zuschauer.

Bardenitz trägt Olympiade aus

Und dabei stand das Wochenende im Zeichen des Sports. Denn die Narren des Bardenitzer Fastnachts-Club (BFC) hatten sich etwas Besonderes einfallen lassen: Nicht Los Angeles oder London – nein, Bardenitz soll der nächste Austragungsort der Olympiade sein. Und dafür legten sie sich ordentlich ins Zeug: Wer sich für eine sportliche Großveranstaltung qualifizieren will, muss schließlich etwas zu bieten haben. Und das hatten die Bardenitzer.

Führten durch den Abend: Marco Novello und Sigrid Höhne Quelle: Johanna Apel

Den Auftakt machten die Allerjüngsten, die mit einer Reifen-Show das Publikum begeisterten. Auch hier durfte der Bezug zu Olympia nicht fehlen, denn die Reifen formten am Ende das bekannte olympische Symbol. Beim nächsten Akt sinnierten Kultfigur Ida alias Sigrid Höhne und Ortsbeirat Marco Novello darüber, wie man sich wohl für die Spiele bewerbe. Und just halfen die Lottofeen auf die Sprünge, die mit ihrem flotten Tanz und Kostümen im Sixties-Stil für Stimmung sorgten.

Tanz, Gesang und jede Menge Lacher

Sie wirbelten die Lostrommel – und zogen Bardenitz als Gewinnerort. Doch auch der passendste Olympiaort kommt nicht ohne Sponsoren aus – beim Plausch über angemessene Finanzquellen fielen neben Anspielungen auf DDR-Sportreporter Heinz-Florian Oertel auch Spitzen gegen Großinvestoren. Nicht von ungefähr verwandelten sich die daraufhin einziehenden Tänzer von Rossmann-Angestellten in „Schleggggger“-Mitarbeiter.

Natürlich braucht es auch geeignete Sportler. Und so gaben sich der „Spee-Weitwerfer“, bewaffnet mit Waschpulver oder der „Buchser“, ausgestattet mit einem Buchsbaum, die Ehre. „Wir brauchen auch ein Maskottchen“ fiel es Ida im nächsten Akt ein. Wie passend sei da die Brandmaus, sinnierte sie. Und um das zu untermauern, boten tanzende Brandmäuse die nächste umjubelte Showeinlage.

Atemberaubende Akrobatik

Kaum noch halten konnten sich die Zuschauer dann bei der anschließenden Akrobatik-Darbietung. Artistin Cecilia Stanke und Schützling sorgten für große Augen und offene Münder. „Wahnsinn“ schallte es aus dem Publikum, tosender Applaus war dem Duo gewiss. Sportler, Sponsoren, Maskottchen – bei Olympia in Bardenitz wird an alles gedacht. Auch eine eigene Hymne wurde angestimmt. Bei dem Loblied auf Bardenitz zeigte das Publikum vollen Einsatz und sang kräftig mit.

Das Duo um Cecilia Stanke begeisterte beim Bardenitzer Fasching Quelle: Johanna Apel

Den zeigten auch die Männer, die mit ihren Tanz in Bikini-Kostümen für Sommerfeeling und ausgelassene Stimmung sorgten. Doch zum Sport gehört nicht nur Disziplin, sondern auch Genuss – zumindest in Bardenitz. Der Gassenhauer „Ich will keine Schokolade verzückte die Zuschauer genauso wie die Tänzerinnen in Schokoriegel-Kostümen. „Die sind ja zum Anbeißen“, meinte da auch Ida.

Aktuelle Themen aufgegriffen

Doch dann wurde es heikel: Die tanzenden Hammerwerfer sorgen nämlich nicht nur für tosenden Applaus, sondern mussten zur Dopingkontrolle. „Klarer Fall von Anabolika, obwohl man es dir nicht ansieht“, wurde da humorvoll geneckt. Und der BFC griff auch die aktuelle Pandemie-Angst auf: Ein schwitzender Gast aus dem Publikum bekam sofort eine „Pandemie-Vorbereitung“ alkoholartiger Natur.

Mit den Hostessen folgte ein weiteres Highlight des abwechslungsreichen Abends. Und schließlich kündigte sich an, dass ein Sponsor für die Olympiade gefunden sei: Ein Tanz der Synchronschwimmer feierte dies gebührend. Zu dieser letzten Veranstaltung des Abends hielt es viele nicht mehr auf den Stühlen, es wurde geklatscht, getobt und getanzt.

Kein gewöhnlicher Fasching

Die Zugabe war den Zuschauern natürlich sicher, bevor der Bardenitzer Fasching schließlich ein tosendes Ende fand – zumindest für den Abend. Denn für die Narren ging es am Freitag erst richtig los: Sonnabend und Sonntag standen ebenfalls im Zeichen der Olympiade. Dass es diese nach Bardenitz geschafft hatte, war den rund 40 Aktiven des BFC zu verdanken, die bereits acht Wochen vorher die Vorbereitungen auf Hochtouren brachten, wie Sigrid Höhne sagte.

Gesang, Tanz und viele Lacher: Der Bardenitzer Fasching war ein voller Erfolg. Die MAZ hat die besten Bilder zusammengestellt.

„Unser Fasching ist immer auch eine große Theatervorstellung“, erklärte sie. Kein gewöhnlicher Fasching – sondern ein um eine Geschichte gesponnenes, liebevoll gestaltetes Programm: Bardenitz hat mal wieder bewiesen, dass es das närrische Treiben voll und ganz beherrscht. Und eines ist spätestens seit dem Wochenende auch klar: Mit Los Angeles oder London kann es Bardenitz allemal aufnehmen.

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Von Johanna Apel

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