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Treuenbrietzen Friedhofseinsatz legt Müllproblem offen
Lokales Potsdam-Mittelmark Treuenbrietzen Friedhofseinsatz legt Müllproblem offen
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11:51 20.11.2018
Beim Arbeitseinsatz auf dem Friedhof Treuenbrietzen packten am gut 30 Helfer sowie Firmen mit an. Quelle: Thomas Wachs
Treuenbrietzen

Die evangelische Kirchengemeinde rief und viele Helfer kamen. Gut 30 Frauen und Männer packten fleißig an beim großen Arbeitseinsatz auf dem Friedhof an der Belziger Straße in Treuenbrietzen. Dabei wurde auch ein Müllproblem offensichtlich.

Drei Stunden lang ist dort nicht nur eifrig bergeweise das Herbstlaub abgeharkt worden. Abgeräumt wurden auch Abfallhaufen und aufgegebene Grabstellen. Dazu hatten die Dachdeckerei von Axel Wilke, der Fuhrunternehmer Lothar Veith und der Kfz-Betrieb von Peter Wartenberg hilfreiche Technik bereit gestellt.

Beim Herbstputz auf dem Friedhof Treuenbrietzen ist am Sonnabend viel geschafft worden. Auch dank der Technik, die Firmen zur Verfügung stellten.

Rechtzeitig vor dem Volkstrauertag und dem Totensonntag ist der Friedhof ordentlich herausgeputzt worden.

„Einmal im Jahr versuchen wir im Herbst, diesen Arbeitseinsatz zu machen“, erklärt Ursula Zimmermann. Sie ist im Ruhestand nun noch ehrenamtlich im Gemeindebüro tätig. Froh ist sie, dass der Arbeitseinsatz jetzt so ein großer Erfolg war. Denn es gab besonders viel zu tun, nachdem der Herbstputz voriges Jahr ausfallen musste.

Zu viel Arbeit für Teilzeitkräfte

„Allein die drei Teilzeitkräfte, die nur stundenweise hier für den Friedhof tätig sind, schaffen diese umfangreiche Arbeit nicht“, so Zimmermann. Zudem fehle Technik. Sie könne allerdings nur über höhere Friedhofsgebühren finanziert werden. Das unliebsame Thema stehe aber aktuell nicht zur Diskussion.

Ralf Bohl vom Gemeindekirchenrat sieht insgesamt Handlungsbedarf für neue Regelungen zur Friedhofsordnung. Eine Überarbeitung der Satzung sollte diskutiert werden. „Wie es auf den Dörfern üblich ist, sollten wir auch hier dafür sensibilisieren, dass die Nutzer von Gräbern ihre Abfälle möglichst wieder mit nach Hause nehmen und dort entsorgen“, sagt Bohl. Auch sollte es bessere Kontrollmöglichkeiten geben. Derzeit landen nämlich Kunststoffreste und Metall aus Gebinden und sonstigem Grabschmuck häufig mit in den Kompostbehältern auf dem Friedhof. Dort gehören sie nicht hin und werden zum Problem als Sondermüll.

Kunststoffmüll wie in Weltmeeren

„Wir haben Kunststoffmüll nicht nur in den Weltmeeren sondern auch hier auf dem Friedhof“, sagt Ralf Bohl. Beim großen Arbeitseinsatz am Sonnabend hat er mit einem weiteren Helfer per Hand einen alten Komposthaufen durchsiebt und dabei Schubkarren voller Müll aussortiert.

In der Bilanz zur Friedhofsbewirtschaftung werde die Müllentsorgung immer mehr zu einem deutlichen Kostenfaktor. Hinzu komme die illegale Entsorgung von Hausmüll auf dem Friedhof. „Wir haben auch schon ganze Säcke mit benutzten Babywindeln hier in den Kompostbehältern gefunden“, erzählt Ralf Bohl.

Rund 50 Beisetzungen im Jahr

Der Gemeindekirchenrat appelliert insgesamt an die Friedhofsnutzer, bei der Gestaltung und Pflege der Gräber mehr auf die allgemeinen Regelungen zu achten. „Oft jedoch werden Koniferen und Hecken zum Problem, wenn sie ausufern und die vorgeschriebene Höhe überschreiten“, so Bohl. Auch dazu müssten die Kontrollen verschärft und Sanktionen möglich gemacht werden.

Die Kirchengemeinde kalkuliert für den Friedhof an der Belziger Straße im Durchschnitt mit 50 Beisetzungen pro Jahr. In diesem Jahr fanden bisher 42 Beisetzungen statt.

Von Thomas Wachs

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