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Treuenbrietzen Rüstige Seniorin ist die gute Seele des Dorfes
Lokales Potsdam-Mittelmark Treuenbrietzen Rüstige Seniorin ist die gute Seele des Dorfes
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15:34 26.10.2019
Täglich im Einsatz: Gerda Ruhle aus Brachwitz pflegt Friedhof und Kriegsgedenkstätten. Quelle: Thomas Wachs
Brachwitz

Nur auf dem Sofa herumsitzen und Serien im Fernsehen schauen ist ihr Ding nicht. „Ich muss immer in Bewegung sein und was machen“, sagt Gerda Ruhle aus Brachwitz. Und so ist die rüstige Seniorin dort täglich zu sehen, wenn sie mit ihrem Fahrrad die Runden dreht.

Zwischen der Kriegsgedenkstätte mitten im Dorf und dem Friedhof am Ortsrand geht es hin und her. Eifrig kümmert sich die Seniorin darum, diese Plätze in Schuss zu halten. Akkurat wird geharkt, Laub entfernt und dafür gesorgt, dass auch in heißen Sommern die grüne Wiese auf dem Friedhof nicht zum unansehnlichen Trockenrasen verkommt.

Nachbarn profitieren vom Service

Seit ihr Mann Helmut vor sechs Jahren verstorben ist, ist dieser Dienst an der Gemeinschaft ihre selbst gesuchte Aufgabe. Trotz ihres hohen Alters von 85 Jahren geht es täglich auf die Runde. Auf dem Friedhof können auch Nachbarn auf ihren Service vertrauen.

Schnell werden auch auf anderen Gräber nebenan mal die Pflanzen mit gegossen oder Unkraut beseitigt, wenn Angehörige weit weg verzogen sind und die Grabpflege darunter leidet. „Es soll doch alles insgesamt schön aussehen. Viele haben aber heute auch beruflich wenig Zeit“, erklärt Gerda Ruhle zu ihrer Motivation. Die gebürtige Brachwitzerin kennt die meisten Familien im Dorf.

Alljährlich vor dem Totensonntag im November bekommt die rüstige Seniorin Hilfe aus dem Ort „Dann rücken hier viele Leute zum Arbeitseinsatz an auch mit Technik, um das viele Laub zu beseitigen“, erzählte die Brachwitzerin.

Das Fahrrad hält fit: Gerda Ruhle aus Brachwitz ist täglich auf Tour und pflegt auch den Friedhof und die Kriegsgedenkstätten. Quelle: Thomas Wachs

Miterlebt hat sie im Heimatdorf auch die Kämpfe zum Ende des Zweiten Weltkrieges, als in den Wäldern ganz in der Nähe viele Soldaten fielen. Ihre letzte Ruhe fanden sie auf dem Friedhof des Dorfes in einem Sammelgrab. Auch diese Erinnerungsstätte pflegt Gerda Ruhle emsig. An der Gedenkstätte in der Dorfmitte indes ist auch der Name ihres Vaters mit aufgeführt. „Er fiel im Zweiten Weltkrieg 1942 an der Ostfront bei Stalingrad“, erzählt die Rentnerin. Frische Blumen und Pflanzen finanziert sie aus eigener Tasche. „In Treuenbrietzen ist dafür doch kein Geld da“, so Ruhle.

Berufsleben an der frischen Luft

Ihr Berufsleben lang war sie bei der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft Schlalach tätig bei den Brigaden zur Feldarbeit. „Die frische Luft hat mich wohl frisch gehalten“, sagt die 85-Jährige. Fit hält sie sich heute noch mit dem Fahrrad. Täglich eine Strecke vor bis zur Landstraße nach Schlalach und zurück einmal durchs Dorf ist ihr Trainingspensum. „Wenn man sich nicht bewegt, werden doch die Knochen steif“, sagt Gerda Ruhle. Auf dem heimischen Hof hält sie noch ein paar Hühner und den Garten in Schuss.

Großen Spaß am Fliegen

Spaß hat die Rentnerin auch an Flugreisen. Zweimal im Jahr geht es von Berlin aus nach Zürich. „Leider ist der Flug dorthin immer nur so kurz.“ In der Schweiz wohnt einer ihrer zwei Söhne seit längerem mit seiner Familie. Drei Enkel und drei Urenkel hat Gerda Ruhle zudem.

Daheim ist sie auch mit dem Auto noch aktiv unterwegs. Dann geht es zum Einkaufen nach Treuenbrietzen oder zu Arztterminen.

Von Thomas Wachs

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