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Treuenbrietzen Vorfreude auf moderne Klinik für Psychiatrie
Lokales Potsdam-Mittelmark Treuenbrietzen Vorfreude auf moderne Klinik für Psychiatrie
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18:44 24.10.2019
Grundsteinlegung und 25 Jahre Trägerschaft durch den Johanniterorden sind am Krankenhaus Treuenbrietzen gefeiert worden. Quelle: Thomas Wachs
Treuenbrietzen

Schlag auf Schlag geht es aktuell bei Bauarbeiten am Johanniter-Krankenhaus Treuenbrietzen. Innerhalb von nur zweieinhalb Jahren ist dort am Mittwoch abermals ein Grundstein gelegt worden für ein zusätzliches Klinikgebäude. Es erweitert demnächst die Räume der Klinik 2 für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik. Deren Altbau wird zudem komplett saniert.

Am Krankenhaus Treuenbrietzen ist der Grundstein gelegt worden für einen Neubautrakt der Klinik für Psychiatrie.

In der mit diversen Zeitdokumenten und Bauunterlagen bestückten Zeitkapsel, die im Grundstein vermauert wird, fand auch die aktuelle Ausgabe der MAZ vom Tage einen Platz als Gruß für die Nachwelt.

Lange auf den Neubau gewartet hatte Christopher Rommel, der Chefarzt der Fachklinik 2. Und so räumte auch Klinikdirektorin Brigitte Scharmach ein, dass „die Klinik für Psychiatrie inzwischen am bedürftigsten gewesen ist“, was Platzbedarf und moderne räumliche Strukturen angehe. Immerhin gehörte das Haus 4 nach der Wende zu den ersten Gebäuden des früheren Kreiskrankenhauses Jüterbog, die Anfang der 1990er-Jahre saniert worden waren.

Chefarzt Christopher Rommel freut sich nach langem Warten nun auf den Neubau seiner Klinik für Psychiatrie. Quelle: Thomas Wachs

Nun erhält die Fachklinik 2 zunächst einen modernen Anbau als Haus 4a. Er ersetzt ein kürzlich bereits abgerissenes Gebäude, das in den 1950er-Jahren als offene Liegehalle für das Lungenkrankenhaus errichtet und gut zehn Jahre später zu einem geschlossenen Gebäude ausgebaut worden war. „Anders als das übrige Klinik-Ensemble stand das Haus nicht unter Denkmalschutz“, erklärt die Klinikchefin.

Viel Platz für drei Stationen

Platz finden im Neubau mit Erd- und Obergeschoss insgesamt zwei Stationen. Zudem entstehen Schwestern-Dienstplätze, Stationsküchen, Speiseräume sowie Gruppen- und Aufenthaltsräume für Patienten. Parallel zum Neubau wird das Haus 4 im Altbau komplett saniert. Dort finden eine weitere Station sowie Arztzimmer und Räume für diverse Therapien ihren neuen Platz.

Insgesamt investiert der Johanniterorden als Bauherr fast elf Millionen Euro in diesen zweiten von insgesamt drei Bauabschnitten. Sie begannen mit dem in diesem Jahr im Februar eingeweihten Neubau der Lungenklinik als erstem Bauabschnitt. Seit 2017 wollen die Johanniter somit bis zum Jahr 2023 insgesamt rund 26 Millionen Euro in den Standort investieren.

Nikolaus Würtz, Kommendator der Johanniter-Provinzial-Genossenschaft Brandenburg, schickte die MAZ vom Tage mit in die Zeitkapsel für den Grundstein. Quelle: Thomas Wachs

„Diese Geld für die Bauarbeiten fließt komplett aus eigenen Mitteln “, erklärt Brigitte Scharmach gegenüber der MAZ. Für die Ausstattung mit Technik und Möbeln nutze das Krankenhaus indes die vom Land Brandenburg zur Verfügung gestellte allgemeine Investionspauschale, die neu eingeführt wurde. Sie macht für die Treuenbrietzener Kliniken jährlich 1,9 Millionen Euro aus. „Das ist eine verlässlichere Kalkulationsbasis, als die bisher nötigen Förderanträge für Projekte. Wir hoffen, dass dies so bleibt“, so die Managerin.

Ziel der Gesamtinvestition sei es, nach der Sanierung eines weiteren Kliniktraktes im dritten Bauabschitt „in allen Gebäuden nur noch Ein- und Zweibettzimmer anbieten zu können mit mehr Platz für Patienten“, erklärt Scharmach. Die im Landesplan festgeschriebene Zahl der Betten am gesamten Haus ändere sich damit jedoch nicht.

Der Neubau der Klinik schließt an Haus 4 an, das zudem saniert wird. Quelle: Thomas Wachs

Mit der Grundsteinlegung ist am Donnerstag zudem ein Jubiläum gefeiert worden mit vielen geladenen Gästen und einem Mitarbeiterfest. Vor 25 Jahren übernahm der Johanniterorden in Treuenbrietzen das vorherige Kreiskrankenhaus des Kreises Jüterbog. Damit begann 1994 die Umwandlung von einem Haus der Grundversorgung zu Fachkliniken verschiedener Disziplinen.

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Unter den zahlreichen Festrednern würdigten Vertreter des Landes Brandenburg, des Kreises Potsdam-Mittelmark und der Kommune sowie höchste Vertreter des Johanniterordens vor allem den Mut und die Entschlossenheit, mit denen sich die Akteure in der turbulenten Nachwendezeit diesen Herausforderungen gestellt hatten und mit denen sie weiter in den Standort investieren.

Vor der Schließung gerettet

Mit der Übernahme am 1. Januar 1994 durch die Johanniter sei die zuvor auch diskutierte Schließung des Gesundheitsstandortes abgewendet worden, der seit 1916 besteht. Heute sind die Klinik und ihre Tochtergesellschaften Arbeitgeber für rund 650 Beschäftigte.

Anders als in Kliniken, die von Aktiengesellschaften geführt werden, fließe „die Rendite bei den Johannitern jedoch nicht an Aktionäre, sondern zurück in Investitionen an den Standorten“, lobte Christopher Rommel. „Damit ist das hier eine Rendite für die Gesellschaft“, so der Chefarzt. Die Medizin sieht er ansonsten heute in einem problematischen „Strudel der Kommerzialisierung“, so Rommel.

Der Neubau ersetzt ein Haus, das in den 1950er-Jahren als Liegehalle errichtet wurde. Quelle: Sammlung Volker Müller

Der Chefarzt freue sich nach Jahren des Wartens nun bereits auf moderne Räume und Ateliers zu einer offenen Therapie in einer Psychiatrie in Nähe der Wohnorte der Patienten.

Günstige Witterung vorausgesetzt, soll der Rohbau des neuen Hauses 4a bereits im Januar stehen. „Die gesamte Fertigstellung streben wir für das erste Quartal des Jahres 2021 an“, erklärt Architekt Werner Vogt. Das Büro des Professors aus Leipzig hatte bereits den Neubau der Lungenklinik errichtet.

Von Thomas Wachs

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