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Treuenbrietzen Treuenbrietzen: Heftiger Streit um Bauplatz für großen Supermarkt
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15:58 01.12.2019
Die Altstadt von Treuenbrietzen könnte einen großen Supermarkt vertragen. Doch geeignete Flächen sind rar. Quelle: Thomas Wachs
Treuenbrietzen

Die Wogen schlagen hoch in der jetzt scharf geführten Debatte um die Zukunft von Einkaufsmöglichkeiten in der Stadt Treuenbrietzen. Dort liegt jetzt ein Entwurf für das im Juli beauftragte Einzelhandelskonzept auf dem Tisch. Ob er aber zum Leitfaden werden soll, ist unter den Stadtverordneten stark umstritten.

Angesichts von Anfragen der Handelskonzerne Lidl und Edeka, die in der Stadt neue Märkte errichten wollen, hatten die Abgeordneten im Jahr 2018 mit knapper Mehrheit beschlossen, zunächst ein Konzept erarbeiten zu lassen. Es soll unter anderem zeigen, welche Auswirkungen die Ansiedlung zusätzlicher Märkte auf die Handelsstruktur der Kleinstadt haben könnte. Strukturen sowie Potenziale und auch mögliche Risiken für den Handelsstandort sind nun von Experten analysiert worden.

Potenzial für einen Vollsortimenter

Demnach verfüge die Stadt einerseits über genügend Märkte und Einkaufsmöglichkeiten im Bereich Nahrungs- und Genussmittel. Doch gebe es durchaus noch Potenzial, um einen größeren Supermarkt mit breiterem Angebot – also einen Vollsortimenter – anzusiedeln.

Jana Fieseler-Smolana und Stefan Kruse vom Büro Junker & Kruse stellten im September die Analyse zum Einzelhandel vor. Quelle: René Gaffron

Die Stadtplanungs-Experten des Dortmunder Büros Junker und Kruse kommen nach ihrer Analyse auch zu der Empfehlung, dass ein solcher Markt als „Frequenzerzeuger“ im Idealfall nicht auf der grünen Wiese in Randbereichen sondern in der direkten Innenstadt angesiedelt werden sollte. So könne die Versorgung des Treuenbrietzener Stadtkerns gesichert und dieser entwickelt werden.

Folgen die Stadtverordneten in ihrer nächsten Sitzung am 16. Dezember den Vorschlägen des Konzeptes und bewilligen dies, wäre es Investoren schwer möglich, neue Märkte an den von ihnen favorisierten und bereits mit Vorverträgen gesicherten Grundstücken an der Bahnhofstraße beziehungsweise der Berliner Chaussee zu bauen.

Doch zeigen die aktuellen Debatten in den Fachausschüssen durchaus kein klares Stimmungsbild. Während im Ausschuss für Stadt- und Ortsteilentwicklung der Selbstbindungsbeschluss zum Einzelhandelskonzept durchgefallen war, plädierte die klare Mehrheit der Abgeordneten im Haupt-, Finanz- und Wirtschaftsausschuss zwei Tage später mit fünf gegen zwei Stimmen für den Beschluss.

Ohne B-Pläne geht nichts

„In dem ersten Schritt geht es darum, wo die Handelsentwicklung favorisiert werden sollte“, erklärte Bürgermeister Michael Knape (parteilos). Danach wären die städtebaulichen Aspekte zu klären. Für die beiden von den Handelsketten abgestrebten Neubauprojekte außerhalb des Sanierungsgebietes müsste die Stadt Bebauungsplänen zustimmen, die von den Investoren angestrebt werden.

„Mit dem Konzept wollen wir Klarheit schaffen auch für Investoren“, sagte der Bürgermeister. Er fürchtet einen Verdrängungswettberwerb, wenn immer wieder neue Discounter an den Start gehen. „Wir brauchen keine weiteren Discounter, sondern einen Vollsortimenter am besten in der Innenstadt“, sagt Peter Gronemeier (TBV).

Drei Quartiere ins Auge gefasst

In der Altstadt haben die Dortmunder Stadtplaner drei Quartiere ins Auge gefasst, die in Abstimmung mit der dafür offenen Denkmalpflege entwickelt werden könnten zur Ansiedlung von Einkaufsmärkten hinter historischen Fassaden. Das betrifft den Bereich um das ehemalige Spielwarengschäft Rinke gegenüber den Hakenbuden, das Areal zwischen Töpferstraße und dem bereits wieder aufgegebenen Aldi-Markt sowie einen ebenfalls privaten Bereich in Nähe der Marienkirche.

Eine vierte Fläche brachte Andreas Fetz (BiV) ins Spiel. Daher soll nun auch das Freigelände der kürzlich geschlossenen Gärtnerei hinter dem Kindergarten-Komplex an der Großstraße 1 geprüft werden.

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Die Fraktionschefs Anja Schmolack (CDU) und Mike Fetzer (SPD) vermissen eine Machbarkeit für diese Vorschläge. „Die Grundstücke müssten dort dann doch alle gemeinsam zur Verfügung stehen, was wohl utopisch ist“, so Fetzer. „Wir bauen hier auch deshalb Luftschlösser, weil ein Vollsortimenter viel mehr Platz benötigen würde, als es dort in der Altstadt gibt“, sagte Schmollack. Sie kritisierte das „Verhinderungskonzept, das rückwärts gewandt ist“. Wer diesem zustimme, „knebelt die Stadt selbst und verhindert Entwicklung über Jahre“. Ohnehin würden die meisten Kunden ihre Einkäufe per Auto erledigen.

Für das Konzept zur Stärkung der Altstadt plädierte unter anderem Gerald Paul (TBV), „weil auch Bürger ohne Auto die Möglichkeit haben sollten, in der Nähe ihrer Wohnungen einzukaufen“. Das sieht auch Paul Vierkant (Bündnis 90/Die Grüne) so. Vollsortimenter wie Edeka könnten auch auf kleineren Flächen in Stadtlagen Märkte betreiben. „Das zeigen Beispiele in Berlin und Potsdam.“

Investoren sind verärgert

Kritik an den Auswirkungen des Handelskonzeptes kommt auch von den möglichen Investoren. So sieht Paul Fieseler vom Bereich Expansion der Firma Edeka in dem Einzelhandelskonzept für Treuenbrietzen „eine Strangulation anstatt einer zukunftsorientierten Steuerung“. Der Edeka-Immobilienservice habe bereits diverse Standorte analysiert. „Gern würden wir auch in der Innenstadt bauen. Doch stehen für uns real keine geeigneten Flächen zur Verfügung“, so Fieseler.

Seine Firma sei an einem Standort in Treuenbrietzen interessiert. Sie benötige für einen modernen Vollsortimenter mindestens 7000 Quadratmeter samt Nebenbereichen und Parkplätzen. Für kleinere Märkte reiche die Kunden-Frequenz der rund 7500 Einwohner nicht aus. „Das Einzelhandelskonzept hemmt die Entwicklung und bevormundet die Abgeordneten durch den Selbstbindungscharakter für gut zehn Jahre“, sagte Paul Fieseler gegenüber der MAZ.

Von Thomas Wachs

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