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Treuenbrietzen Heimatverein startet Spendenaktion für Fahnen
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19:07 11.04.2018
Größtes Sorgenkind des Treuenbrietzener Heimatvereins ist die marode Fahne des Gesangsvereins „Liederkranz“ von 1896, die Vereinschef Wolfgang Ucksche hier zeigt.  Quelle: Thomas Wachs
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Treuenbrietzen

Einige Schätze der Stadtgeschichte, die im Heimatmuseum Treuenbrietzen bewahrt werden, sind in akuter Gefahr. So auch die Fahne des Gesangsvereins „Liederkranz“ aus dem Jahr 1896. Ihr Stoff ist morsch. Er zerfällt in kleine Flocken. Restauratoren müssen dringend tätig werden. Nur so lässt sich der fortschreitende Verfall stoppen. Anders kann das historische Stück aus der Treuenbrietzener Vereinsgeschichte nicht für künftige Generationen gerettet werden.

Im Heimatmuseum Treuenbrietzen werden neun Fahnen und Banner ausgestellt. Sie erinnern an die einst vielseitige Geschichte von Vereinen und Handwerkszünften. Einzelne Fahnen sind in schlechtem Zustand und müssen dringend restauriert werden.

Darum hat der Heimatverein, der das kommunale Museum in Eigenregie betreibt, jetzt eine Hilfsaktion gestartet. Spenden sollen eingeworben werden, um die aufwendigen und teuren Restaurierungsarbeiten finanzieren zu können. Allein für die Fahne des Gesangsvereins „Liederkranz“, die momentan das größte Sorgenkind ist, wären rund 10 000 Euro nötig, schätzen Vereinsmitglieder.

Gelungener Auftakt für Benefizveranstaltungen

Einen guten Auftakt fand die geplante Reihe von Benefizveranstaltungen kürzlich im Museum selbst. Bei dem vergnüglichen Abend mit gespielten Geschichten zum Thema „Wie Till Eulenspiegel einmal in Treuenbrietzen eine holde Maid vor großem Herzeleid bewahrte“ konnten aus dem Verkauf der Eintrittskarten 600 Euro erzielt werden.

Mit Benefizveranstaltungen im Museum – wie hier zum gut besuchten Auftakt im März – will der Heimatverein Treuenbrietzen weitere Spenden sammeln. Quelle: Rainer Hummel

Ein Unternehmer erhöhte diesen Betrag auf mehr als das Doppelte. „So sind nun schon 1300 Euro auf dem Spendenkonto für die Sängerfahne“, erklärt Wolfgang Ucksche, der Vorsitzende des Heimatvereins. Er hat auch schon einen zweiten Kandidaten für dringend Restaurierungsarbeiten im Blick. Aus dem Jahr 1886 stammt die Fahne des GesangsvereinsConcordia“. Für sie müssten 3000 bis 5000 Euro aufgebracht werden.

Aufwendige Motive auf zwei Seiten

Insgesamt sind im Heimatmuseum neun Fahnen und Banner zu besichtigen, die zumeist in einem guten Zustand sind. Sie erzählen nicht nur von der einst reichen Vereinsgeschichte sondern auch von Zünften und Gewerken verschiedener Handwerker. „Die Fahnen wurden einst aufwendig von Frauen mit Bildern, Wappen und Schriftzügen bestickt. Beidseitig finden sich sehenswerte und wechselnde Motive.

„Das macht die Präsentation so schwierig“, sagt der Vereinschef. Er räumt ein, dass „die Bedingungen dafür im Museum überhaupt nicht optimal sind“. Vor allem die mit den Jahreszeiten wechselnde Luftfeuchte bereitet Sorgen. Trockene Luft im Winter sei das größte Problem.

Karnevalisten wurden DDR-Obrigkeit zu kritisch

Eine leistungsstarke Anlage mit Befeuchtern für das gesamte Museum wäre nötig. „Eigentlich müssten Fahnen glatt in speziellen Kästen liegen, optimale Luftfeuchte und wenig Licht haben“, sagt Ucksche. „Davon hat der Besucher aber nichts, der im Museum ja auch was sehen möchte“, so der Vereinschef.

Die jüngste Fahne in der Ausstellung stammt von 1971. Sie gehörte zum Treuenbrietzener Karnevalsclub TKC. „Als Nieplitz-Funken waren die Karnevalisten in der Rheinländischen Tradition seit den 30er-Jahren aktiv, bis ihre Büttenreden und das Programm der DDR-Obrigkeit dann zu kritisch wurden“, erinnert sich Wolfgang Ucksche.

Von Thomas Wachs

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