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Treuenbrietzen Herta und Harry Hinze sind seit 65 Jahren ein Ehepaar
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06:51 27.03.2019
Herta und Harry Hinze aus Lüdendorf sind seit 65 Jahren verheiratet. Quelle: Thomas Wachs
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Lüdendorf

Dieser Mittwoch ist ihr großer Tag. Herta und Harry Hinze feiern ihre eiserne Hochzeit. Vor 65 Jahren schlossen sie den Bund fürs Leben. „Dass er so lange halten würde, hätten wir selbst nicht gedacht“, verrät Herta Hinze.

Zwar bereiten der 85-Jährigen Rücken und Schulter heute einige Probleme. Doch gemeinsam mit ihrem ein Jahr älteren Mann genießt die Seniorin die Ruhe im kleinen Dorf bei Treuenbrietzen mit weniger als 100 Bewohnern und den eigenen Garten so oft es geht.

Hund und Pony halten fit

Um Haus und Hof kümmert sich Harry Hinze noch immer eifrig selbst. Auch etwas Gemüse und ein paar Kartoffeln baut er an. Der Hund Pippi und ein Pony halten den Senior in Bewegung. Auch einige Hühner gibt es auf dem kleinen Hof am Dorfrand. „Da darf man nicht rasten, das hält fit“, sagt Harry Hinze. Sein Rezept für eine lange Ehe ging bisher auf: „Nicht rauchen, nicht saufen und immer spuren“, war die Maxime der Hinzes.

Viel Arbeit prägte ihren Alltag über Jahrzehnte. Immerhin waren beide ihr Berufsleben lang in der Landwirtschaft tätig. Zunächst auf den Höfen der Familien und später bei der Produktionsgenossenschaft in Feldheim. Zeit für Urlaub blieb da wenig. „Doch von der LPG ging es dann ab und an zur Ostsee“, erzählt Herta Hinze.

Und nach der Wende erkundeten die beiden dann auch den Westen und Süden Deutschlands. Mit dem Auto ging es gerne auf Tour, unter anderem nach Bayern.

Neue Heimat in Schwabeck

Herta Hinze stammt aus dem Sudetenland. Am Alter von zwölf Jahren kam sie mit der Mutter in den Fläming. Der Vater war im Krieg gefallen. „Da komme ich bis heute nicht drüber hinweg“, erzählt Herta Hinze. In Schwabeck fand die Mutter einen neuen Partner. Herta fand Anstellung als Hausmädchen bei einer Treuenbrietzener Familie.

Beim Maskenball im dortigen Schützenhaus lernte sie dann ihren Mann kennen. Er hatte in der Schmiede von Paul Knape in Treuenbrietzen gelernt. Seine Familie stammt aus Lüdendorf, wo die Eheleute später den Hof eines Onkels übernahmen. Vier Jahre waren die beiden ein Paar.

Vater und Opa im Krieg verloren

Dann läuteten die Hochzeitsglocken in der Kirche zu Schwabeck. „Wir waren eine große Gesellschaft mit Geschwistern und Familie“, erinnert sich Harry Hinze. Auch er verlor den Vater und den Opa im Krieg. „Wir waren schon in jungen Jahren viel auf uns allein gestellt. Das hat viele unserer Generation geprägt“, erzählt Herta Hinze.

Das Hochzeits-Jubiläum feiern die eisernen Brautleute am Mittwoch im Kreise der Familie bei einem geselligen Abendessen. Eine Tochter, vier Enkel und sechs Urenkel gehören heute dazu. Einen Schicksalsschlag freilich können die Hinzes auch dann nicht vergessen. Denn ihr Sohn verstarb früh im Alter von 37 Jahren an einer Erkrankung. „Das beschäftigt einen ein Leben lang“, sagt Herta Hinze.

Von Thomas Wachs

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