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Treuenbrietzen Klinik setzt mit Erfolg auf Therapiehunde
Lokales Potsdam-Mittelmark Treuenbrietzen Klinik setzt mit Erfolg auf Therapiehunde
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10:54 19.09.2018
Die Therapie-Begleithunde Luna und Antonia und Coach Miachael Schuchardt wollen Patienten des Johanniter-Krankenhauses helfen. Quelle: André Großmann
Treuenbrietzen

Die Labradordamen Luna und Antonia kuscheln, spielen und helfen Patienten. Luna leckt einem Patienten Frischkäse vom Arm. Nach langer Zeit der Starre bewegt der Patient das Körperteil wieder. „Luna kommt auf mich zu, egal wie es mir geht“, sagt eine andere Patientin. Die Hündin gibt der Frau das Selbstwertgefühl wieder zurück, welches sie „glaubte, verloren zu haben.“

Hunde als Problemlöser

Für den Leiter der regionalen Therapie-und Rettungshundestaffel Michael Schuchardt sind solche Momente die größte Anerkennung seiner Arbeit. „Luna und Antonia sind Brückenbauer, Bedürfnisdecker, Eisbrecher und Spannungslöser, die mir dabei helfen, Zugang zu Menschen zu finden, die diesen Zugang oft nicht zulassen können“, sagt der 56-Jährige. Die Dankbarkeit, die ihm und den Tieren entgegengebracht werde, sei mit Geld nicht zu bezahlen.

Spezielle Ausbildung für Vierbeiner

Die Hunde wurden speziell am DogCoach-Institut in Berlin ausgebildet. Sie sind auf Stresssituationen vorbereitet, lassen sich gerne streicheln und gehen direkt auf Menschen zu. Die Hunde reagieren auch in Situationen souverän, die für sie nicht alltäglich sind, beispielsweise, wenn Patienten an Krücken gehen oder einen Rollator bzw. ein Beatmungsgerät benötigen. Für den Einsatz als Therapiehund ist eine enge Mensch-Hund-Bindung die wichtigste Grundlage.

Charakterliche Eignung getestet

Auch die charakterliche Eignung des Tieres ist bedeutend und ab einem Alter von zwei Jahren die Aus- und Weiterbildung über mindestens 14 Tage. Dabei erlernen die Vierbeiner unter anderem, kurzzeitig Dinge auszuhalten, die Hunde nicht mögen, wie das Kopf tätscheln oder Berührungen am Schwanz. Vor dem Einsatz als Therapiehund mussten zahlreiche Formalitäten geklärt werden.

Dazu gehörten veterinärmedizinische Unterlagen zur Gesundheit des Tieres und notwendige Anforderungen der Krankenhaushygiene. Auch Impfungen, Parasitenfreiheit und Wesenseignung waren nachzuweisen. Die Therapiebegleithunde sind zweimal wöchentlich in der Treuenbrietzener Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik am Johanniter-Krankenhaus im Einsatz. Im Park des Johanniter-Krankenhauses schlendert das tierische Duo umher, die häufigste Reaktion aller Zuschauer: ein Lächeln.

Tierische Hilfe bei Verhaltensstörungen

Die sechsjährige Luna liebt es, ihre Geschicklichkeit mit Intelligenzspielzeug auszutesten. Bei Demenzerkrankten kann es ihr auch gelingen, das Erinnerungsvermögen von Patienten aufzufrischen. Hund und Herrchen arbeiten sowohl mit Einzelpersonen als auch mit Patientengruppen. Dabei geht es um mehr, als mit dem Hund zu spielen und zu kuscheln.

„Es herrscht eine gelöste und entspannte Atmosphäre und das ist einer der Gründe, warum Luna in der Klinik eingesetzt wird. Sie kann Menschen mit sozialen, kognitiven und motorischen Einschränkungen oder Verhaltensstörungen helfen“, erläutert Ina Tessnow vom Johanniter-Krankenhaus. Die Bewältigung von Krisen durch die Vierbeiner wird „gerade in der psychiatrischen Arbeit immer wieder sichtbar.“ So rochen Luna und eine Patientin gemeinsam an einem Pfefferminzblatt. Dadurch erinnerte sie sich an die frühere Zeit im Garten.

Stimmungsbilder werden erfasst

Michael Schuchardt hört auch deshalb Sätze wie „Luna hat mein Herz geöffnet“ oder „Das Berühren von Luna hat meinen Tag erhellt.“ Beim Besuch der Therapiebegleithunde ist immer eine Pflegekraft oder ein Therapeut der Klinik dabei, um Reaktionen zu erfassen und Veränderungen wahrzunehmen. Die Hunde bemerken die vielfältigen Sinneseindrücke und Stimmungsbilder. Nach einer Sitzung gönnen sich die Labradordamen im Krankenhauspark eine Pause. Luna nascht dann am liebsten Melone und badet in der Nuthe.

Der Einsatz von Luna in der Johanniter-Fachklinik ist vorerst bis zum Jahresende 2018 geplant. Doch bis zum November wird neben drei braunen Labradoren ein weiteres Team der Rasse „Australian Shepherd“ ausgebildet. Im Frühjahr soll dann eine „Golden Retriever“ Dame folgen.

Von André Großmann

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