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Treuenbrietzen Kriegsopfer geehrt: Gedenken in Treuenbrietzen und bei Nichel
Lokales Potsdam-Mittelmark Treuenbrietzen

Kriegsopfer geehrt: Gedenken in Treuenbrietzen und bei Nichel

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18:23 26.04.2021
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Treuenbrietzen

​Etwas größer als am Tag selbst noch geplant, jedoch in sehr kleinem Rahmen, erfolgte in Treuenbrietzen und bei Nichel jetzt das traditionelle Gedenken an Opfer von Krieg und Gewalt dreier Nationen.

Vertreter der Botschaften Italiens und Russlands legten an zwei Gedenkstätten in Treuenbrietzen und bei Nichel gemeinsam mit einer Abordnung der Stadt Treuenbrietzen Kränze und Blumen nieder. 

Sie erinnerten in einem von Pfarrerin Susanne Weichenhan begleiteten  Zeremoniell an die Toten Zivilisten und Militärs dreier Nationen, die in den letzten Kriegstagen um den 23. April 1945 in Treuenbrietzen und Umgebung ihr Leben lassen mussten.

Die in den Jahren vor der Corona-Pandemie stets übliche Großveranstaltung mit um die 150 Teilnehmenden war schon im vorigen Jahr aufgrund der Kontaktbeschränkungen sehr klein ausgefallen mit Abordnungen der Stadt und der Botschaften Italiens.                   

So auch diesmal. Doch am Tag selbst wurde die Stadtverwaltung jetzt überrascht. „Ursprünglich hatte ich mit Michael Mrochen, dem Vorsitzenden der Stadtverordnetenversammlung, ausgemacht, das Gedenken auch allein durchzuführen“, berichtet Bürgermeister Michael Knape (parteilos).

Denn die Anfragen zum üblichen Termin seien zuvor in den Botschaften in Berlin diesmal lange unbeantwortet geblieben, erklärt der Verwaltungschef. „Dann meldeten sich die Italiener noch mit einer kleinen Gruppe von vier Leuten kurz zuvor an“, so Knape. „Und am Tag selbst stand dann auch eine Abordnung aus der russischen Botschaft spontan und ohne Ankündigung beim Treffpunkt auf dem Marktplatz.“ 

Das kurze Gedenken fand zunächst gemeinsam statt an der heutigen Kiesgrube bei Nichel. Dort waren am 23. April 1945 bei einem Massaker deutscher Militärs 127 italienische Militärinternierte des Lagers Sebaldushof ums Leben gekommen.

Traditionell folgte die gemeinsame Ehrung am Triftfriedhof in Treuenbrietzen. Dort wurde an  Treuenbrietzener Bürger und Toten anderer Nationen erinnert, die bei Kämpfen im April 1945 starben unter anderem bei einer Racheaktion sowjetischer Militärs an der Zivilbevölkerung. 

Dritter Gedenkort war zudem wie üblich der russische Ehrenhain an der Jüterboger Straße. Dort wurde der Sowjetsoldaten gedacht, die bei Kämpfen in der Fläming-Region am Ende des Zweiten Weltkrieges fielen.  

„Uns war es wichtig, den Gedenktag auch in den besonderen Zeiten der Corona-Pandemie nicht        ganz ausfallen zu lassen“, sagt Bürgermeister Knape. „Wir wollen damit weiter deutlich machen, dass sich solche Ereignisse nie wiederholen sollen.“

Vergessen ist das Gedenken der Kriegstoten ebenso nicht im Umfeld der Akteure von der Geschichtswerkstatt Treuenbrietzen. Darunter auch Schüler. Nach den offiziellen Abordnungen  legten  auch sie – ebenfalls im kleinen Kreise – Blumen nieder an den Gedenkorten.

 „Zudem hatten wir zu unserem üblich Arbeitseinsatz rund um den Gedenktag am 23. April aufgerufen“, erzählt Katrin Päpke. Die Akteure erledigten Reinigungsarbeiten auf dem Gelände der  Gedenkstätte an der  ehemaligen Munitionsfabrik mit Zwangsarbeiterlager am Sebaldushof.