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Treuenbrietzen Mehr Platz muss her für die neue Schulform
Lokales Potsdam-Mittelmark Treuenbrietzen Mehr Platz muss her für die neue Schulform
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16:55 08.05.2018
Verdopplung geplant: Für die Gesamtschule in Treuenbrietzen soll das weitgehend ungenutzte Haus 3 des Gymnasiums entkernt und um einen behindertengerechten Anbau erweitert werden. Quelle: Thomas Wachs
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Treuenbrietzen

Der Andrang auf die neue Gesamtschule mit Abiturstufe ist groß in Treuenbrietzen. Mit dem Start zum neuen Schuljahr 2018/19 werden rund 130 Siebtklässler auf dem Gelände des bisherige Gymnasiums „Am Burgwall“ erwartet. Entsprechend wächst der Raumbedarf für die kommenden Jahre.

Daher liegen nun erste Entwürfe für Projekte zum Ausbau und zur Erweiterung von Gebäuden auf dem Tisch verschiedener Gremien der Stadtpolitik sowie der Schule.

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Sanierung in mehreren Schritten

Zunächst geht es um den Um- und Anbau des derzeit weitgehend ungenutzten Hauses 3 des Gymnasiums an der Burgwallstraße. In weiteren Bauabschnitten soll zudem das schon länger vom Gymnasium genutzte Haus 2 der ehemaligen Grundschule an der Marienkirchstraße modernisiert werden.

Als Träger der Gesamtschule geht die Stadt Treuenbrietzen davon aus, dass künftig pro Jahrgang fünf Klassen die neue Schulform mit verschiedenen Abschlussmöglichkeiten bis hin zum Abitur besuchen. Zuletzt waren es im Durchschnitt zwei Klassenzüge je Jahrgang.

So stellt sich der Architekt Hubertus Eilers den Erweiterungsbau für das Haus 3 (li.) der künftigen Gesamtschule in Treuenbrietzen vor. Hier der Blick von der Stadthalle. Quelle: Büro Eilers

Erste Entlastung für den Platzbedarf bringen soll das Bauprojekt an der Burgwallstraße. Dort wird das Haus 3 entkernt und um einen behindertengerechten Anbau erweitert. Platz finden soll er auf dem ehemaligen Schulhof und dem heutigen Parkplatz an der Rückseite des historischen Hauses.

Wie schon zum Ausbau der Grundschule „Albert Schweitzer“ hat das Architekturbüro von Hubertus Eilers aus Gröben bei Ludwigsfelde jetzt auch drei Varianten für den Campus der Gesamtschule zur Diskussion gestellt.

Alle beteiligten Gremien favorisierten davon einen als Variante 3 diskutierten kompakten Anbau. Er sieht einen gläsernen Zwischenbau mit Treppenhaus und Fahrstuhl zwischen dem alten und dem neuen Gebäudeteil vor. Der Eingang soll gegenüber der Stadthalle angeordnet werden.

Die Simulation des Architekten zeigt, wie der Anbau (oben Mitte) platziert wäre. Rechts die Stadthalle und unten Hauptgebäude (li.) und Aula der Gesamtschule an der Burgwallstraße. Quelle: Büro Eilers

Diese Variante überzeugte nicht zuletzt auch durch das beste Kostenverhältnis von insgesamt knapp 1,59 Millionen Euro. Davon werden für den Umbau des Bestandsgebäudes in allen drei Varianten rund 652 000 Euro kalkuliert. Für den Neubau schwankten die Kostenschätzungen der Varianten um bis zu 350 000 Euro. Zu den vorhandenen 350 Quadratmetern soll die Erweiterung zusätzlich mehr als 400 Quadratmeter Platz bringen.

Anbau bringt auch Probleme

Ein Problem bringt der Anbau allerdings mit sich. Die bisher für den Schulbetrieb, vor allem aber auch für Veranstaltungen in der Stadthalle benötigten Parkplätze werden entfallen. Ersatz ist noch nicht in Sicht. „Wie auch schon bei den Bauprojekten an der Grundschule, sollen alle diese Fragen und Folgekosten dann im Rahmen eines Verkehrskonzeptes geregelt werden“, sagte Bürgermeister Michael Knape (parteilos) in der jüngsten Sitzung des Haupt-, Finanz- und Wirtschaftsausschusses.

Der Rathauschef geht davon aus, „dass wir zum Start der Gesamtschule den gesetzlich vorgeschriebenen Platzbedarf für alle neuen Schüler zunächst in den bisherigen Räumen des Gymnasiums decken können“. Komplett fertig sein müssten die Erweiterungsprojekte jedoch spätestens in sechs Jahren, wenn alle Klassenstufen der nun startenden Gesamtschule komplett sein werden.

Finanzierung noch nicht gesichert

Zur Finanzierung der Eigenanteile für diese sowie diverse weitere Projekte im Bereich von Kindergärten und Schulen setzt eine umstrittene Mehrheit der Stadtverordneten auch auf Einnahmen aus dem Verkauf des Stadtwaldes. Dieser soll nun geprüft werden.

Alternativ könnte die finanziell seit Jahren angeschlagene Kommune diese breiten Herausforderungen nur über neue Kredite meistern – so sie von der Kommunalaufsicht genehmigt werden.

Von Thomas Wachs