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Treuenbrietzen Wanderer verärgert: Plötzlich ist die Nieplitz-Brücke weg
Lokales Potsdam-Mittelmark Treuenbrietzen Wanderer verärgert: Plötzlich ist die Nieplitz-Brücke weg
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11:03 25.10.2019
Hindernisse gibt es auf Wanderpfaden im Treuenbrietzener Nieplitztal. Im Nickertweg fehlt nun eine Brücke. Quelle: Thomas Wachs
Treuenbrietzen

Wandersleute und Radausflügler sind verärgert. Wieder ist im Nieplitztal eine Route blockiert. Mitten im ausgewiesenen Nickert-Rundweg ist eine kleine Holzbrücke über die Nieplitz verschwunden. Wer von der verlängerten Neuen Hufenstraßen in Richtung Selterhof auf den seit Jahrzehnten beliebten Pfad nach rechts zum Hufeisenteich und Forellenteich abbiegt, muss plötzlich Gummistiefel dabei haben. Für wagemutige Abenteurer führt der Weg höchstens noch über rutschige Feldsteine im Bett des Flüsschens.

Die marode Brücke über die Nieplitz ist abgerissen worden. Annett Lehmann hatte sich im Maerker-Portal jedoch eine Sanierung gewünscht. Quelle: Annett Lehmann

Radfahrer haben gar keine Chance. Sie müssen zurück fast bis zum Forsthaus Neue Hufen. Denn die Radroute Richtung Frohnsdorf ist gesperrt bis Jahresende wegen Bauarbeiten.

Ob die Brücke über die Nieplitz jemals wieder aufgebaut wird, ist ungewiss. Denn dem Rathaus Treuenbrietzen fehlen Geld und Personal, um die touristischen Routen in Schuss zu halten. „Wir haben die Brücke –auch nach einigen Hinweisen im Meldeportal Maerker – abreißen lassen. Sie war nicht mehr sicher“, erklärt Treuenbrietzens Bauamtsleiter Christoph Höhne der MAZ. Abmontiert ist auch der Wegweiser für den Nickertweg, der nun ohne Umleitung unterbrochen ist.

Hindernisse gibt es auf Wanderpfaden im Treuenbrietzener Nieplitztal. Der Nickert-Rundweg hat eine Lücke. Quelle: Thomas Wachs

Angesichts der Haushaltslage der Stadt sieht der Ressortchef derzeit keine Chance, die Brücke wieder aufzubauen. Denn auch die Auflagen an den Ufern seien marode und Eingriffe im Flora- Fauna-Habitat Schutzgebiet (FFH) entlang der Nieplitz genehmigungstechnisch eine Herausforderung.

Beratungsbedarf in der Politik

„Wir sollten das Thema allgemein noch einmal zum Anlass nehmen, um in den Fachausschüssen zu diskutieren, wie wir mit Wanderwegen und touristischen Zielen noch umgehen können“, sagt Christoph Höhne. Denn schon für die Pflege und die Sanierung herkömmlicher Brücken an Straßen und Wegen im Stadtgebiet fehle das Geld.

Knapp ist zudem Personal.Der zuletzt auch mal als Wanderwegewart im Bauamt tätige Angestellte ist nicht mehr dort und die Planstellen für Tourismusarbeit sind reduziert worden. 

Helfen kann nur privates Engagement

Was bleibt sei privates Engagement. „Wenn es Leute oder Vereine gäbe, die sich für Brücken und Wanderwege engagieren wollen, könnte die Stadt mit Material helfen“, erklärt Höhne. Die Arbeiter des Bauhofes seien jedoch bereits ausgelastet mit den übrigen Pflege- und Sicherungsarbeiten an öffentlichen Wegen und Bäumen im gesamten Stadtgebiet.

Auf Initiative von Bürgern gerettet worden war vor sechs Jahren der „Postweg“ in Alt Frohnsdorf. Dort ist eine Brücke über die Nieplitz erneuert worden. Dafür hatte sich der Ortsbeirat stark gemacht. Das Bauholz war von der Stadtförsterei zur Verfügung gestellt worden. Realisiert wurde der Brückenschlag von Arbeitern der Baufirma von Uwe Präger. Bürger pinselten die Balken mit schützenden Holzlasur.

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Die Stadt möchte sich im Nieplitztal indes vorerst weiter konzentrieren auf die Umgebung des Reichhelmsteiches in ihrem Revier des Stadtwaldes. Die benachbarten Teiche indes liegen in Regie der Landesförsterei. Auch dort hatte es schon vor Jahren Unmut unter Ausflüglern gegeben, als die marode Brücke zur beliebten Picknick-Insel im Forellenteich 2006 abgerissen und seither nicht erneuert wurde. Auch eine mal mit kleinen Brücken ausgerüstete „Nieplitzpromenade“ zwischen Forsthaus Neue Hufen und dem Apothekerteich ist längst nicht mehr passierbar als Spazierweg.

Nur für Kletterer: Den Panoramaweg zwischen Reichhelmsteich und Forellenteich versperren schon seit Jahren private Bäume. Quelle: Thomas Wachs

„Wir würden uns wünschen, dass wir gemeinsam mit dem Landesforst touristische Konzepte zum Erhalt und Ausbau von Wanderwegen umsetzen könnten“, sagt Christoph Höhne.

Private Bäume versperren Weg

Hinzu komme ein weiteres Problem. So ist beispielsweise der beliebte Panoramaweg zwischen Reichhelmsteich und Forellenteich seit einem großen Sturm vor gut zwei Jahren nicht mehr passierbar. Umgestürzte Bäume versperren diesen Weg. „Dort handelt es sich um einen privaten Besitzer, der die Aufräumarbeiten seither nicht erledigt in seinem Wald“, so Höhne.

Die kleine Nieplitzbrücke im Nickert-Wanderweg sollte unbedingt wieder hergestellt werden. „Denn diese Wegeführung ist nicht nur für Wanderer aus der Umgebung sondern auch für Touristen in den Informationen beschrieben“, schreibt Annett Lehmann im Meldeportal Maerker. „Die Wege zum Forellenteich müssen erhalten werden“, fordert die Frohnsdorferin.

Von Thomas Wachs

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