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Treuenbrietzen Streit um neuen Supermarkt am Autohaus
Lokales Potsdam-Mittelmark Treuenbrietzen Streit um neuen Supermarkt am Autohaus
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09:06 21.11.2018
Auf dem Gelände des Autohauses Kröger will der Lidl-Konzern einen Supermarkt bauen. Quelle: Foto: Thomas Wachs
Treuenbrietzen

Ginge es nach dem Willen der Grundbesitzer und einer Supermarktkette, würde es in der Nähe des Bahnhofes Treuenbrietzen schon bald heißen Einkaufstrubel statt Autowäsche geben. Das Projekt zur Ansiedlung eines neuen Supermarktes auf dem Gelände der Autohäuser an den Leipziger Straße hat am Montagabend in der Sitzung des Ausschusses für Stadt- und Ortsteilentwicklung jedoch vorerst zu einer intensiven und kontroversen Debatte geführt.

1400 Quadratmeter Verkaufsfläche

In einer Informationsvorlage ohne Beschluss waren die Ausschussmitglieder erstmals offiziell mit dem Vorhaben konfrontiert worden. Demnach möchte die Handelskette Lidl dort einen Verbrauchermarkt mit einer Verkaufsfläche von circa 1400 Quadratmetern ansiedeln. Dazu möchte die Lidl Vertriebs-GmbH & Co. KG einen Teil des Geländes der Autohaus-Unternehmer Frank Kröger und Manfred Borchardt nutzen.

Drei Märkte schon präsent

Im Stadtgebiet von Treuenbrietzen gibt es aktuell drei Supermärkte.

Der Netto-Konzern betreibt je einen Markt an der Berliner Chaussee sowie an der Leipziger Straße.

In Regie der Kette Penny läuft ein Markt im Einkaufskomplex an der Tankstelle an der Leipziger Straße.

Noch immer gilt ein älterer Selbstbindungsbeschluss der Stadtverordneten. Demnach sollten in der Stadt möglichst keine weiteren Supermärkte unterstützt werden.

Direkten Einfluss auf die Pläne von Investoren hat die Kommune allerdings nicht. Lediglich über Bebauungsplanung ist das möglich.

Geplant ist der Abriss des Werktstatttraktes mit drei Garagen sowie der Waschanlage. „Wir würden uns damit dann auf einen Neubau auf unserem Gelände zurückziehen“, sagte Unternehmer Manfred Borchardt in der Ausschusssitzung. Lediglich der Verkaufsraum des Autohauses soll erhalten bleiben. Quer dahinter könnte der Supermarkt neu errichtet werden.

74 Parkplätze vorgesehen

Dazu ist auch die Nutzung eines Wiesengrundstückes nötig. „Davor zur Straße hin sind 74 Parkplätze vorgesehen“, sagte Cornelia Barfknecht, Portfoliomanagerin der Lidl-Immobilienabteilung. Für den Konzern sei der zentrale Standort in Nähe von Bahnhof und Innenstadt interessant, „um die Kaufkraft in der Stadt zu halten und die Abwanderung der Kunden zu stoppen“, so Barfknecht.

Bereichsleiter René Faust von der Lidl-Immobilienentwicklung geht „nicht von einer Verdrängung sondern von einer Ergänzung der anderen Verbrauchermärkte“ in der Stadt aus. Punkten wolle sein Haus „mit einer besseren Qualität und mit mehr Platz beim Einkaufserlebnis“, so Faust. Allgemein setzen Supermärkte derzeit auf größere Verkaufsflächen statt der bislang üblichen 700 bis 1000 Quadratmeter. „Die Zahl der Produkte steigt jedoch damit nicht, erklärte René Faust. Ein deutlich größeres Angebot bieten nur sogenannte Vollsortimenter wie Kaufland, Edeka oder Rewe.

„Wir können durchaus mehr Abwechslung bei den Supermärkten und bessere Qualität in der Stadt gebrauchen“, sagte Andreas Gronemeier (TBV). „Wir müssen auch an ältere Bürger denken, die nicht mit dem Auto nach Linthe oder Luckenwalde fahren können“, so der Ausschusschef. Falko Repolusk (BIV) plädierte: „Lasst uns das Projekt anpacken, es wird Treuenbrietzen beleben“. Beate Rahn (CDU) interessiert sich für „Kooperationsmöglichkeiten von Lidl bei der Umsetzung von Projekten in der Stadt, etwa für neue Spielplätze“.

Eine Holzbrücke überspannt einen einstigen Graben, der unter Schutz stand. Quelle: Thomas Wachs

Walter Treu (Die Linke), der zunächst für ein neues Handelskonzept plädierte, erinnerte zudem an ein „Biotop in dem Bereich, das ja noch heute mit einer Brücke überspannt ist“. Wie Bauamtsleiter Christoph Höhne erklärte, ist dieser Bereich „des einstigen Grabens illegal zugeschüttet worden“. Zudem seien dort ohne Genehmigung Bäume gefällt worden. „Dazu gab es Anzeigen bei der Unteren Naturschutzbehörde. Das Verfahren bei der Kreisverwaltung läuft noch“, so Höhne.

Änderung des Bebauungsplanes nötig

Zur Bebauung des für den Supermarkt ins Auge gefassten Areals sei die Änderung des Bebauungsplanes durch die Stadt nötig. „Derzeit handelt es sich dort rechtlich um Außenbereich“, erklärte der Ressortchef.

Er plädierte mehrfach dafür, insgesamt zunächst die Entwicklung der Handelsstruktur im Stadtgebiet neu zu analysieren. Dazu hatte die Stadtverwaltung in zwei Tagesordnungspunkten zuvor vorgeschlagen, Studien zur künftigen Stadtentwicklung allgemein sowie für ein Einzelhandelskonzept in Auftrag zu geben.

Dazu soll es auch eine Bürgerbeteiligung geben. Diese beiden Beschlüsse billigten die Ausschussmitglieder jeweils mit klarer Mehrheit als Empfehlung an die Stadtverordneten. „Dann haben wir eine Empfehlung externer Experten dazu, was die Stadt benötigt. Womöglich brauchen wir ja auch zwei neue Supermärkte“, sagte der Bauamtsleiter.

Weitere Interessenten im Gespräch

Er warnte vor einem Schnellschuss für neue Supermärkte. Denn es gebe auch „Gespräche mit weiteren Handelsketten – wie etwa Rewe –, die sich womöglich auch eine Entwicklung in der Innenstadt vorstellen könnten“, sagte der Bauamtsleiter. Bereits vorgelegt waren den Stadtverordneten voriges Jahr zudem Pläne zur Vergrößerung des Netto-Marktes an der Leipziger Straße.

Mehrheitlich votierten die Ausschussmitglieder nach der heftigen Debatte dafür, dass die Stadtverwaltung zunächst eine Beschlussvorlage zum Antrag für den Lidl-Markt erstellt. Sie soll in der Ausschusssitzung im Januar zur Diskussion stehen.

Von Thomas Wachs

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