Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Treuenbrietzen Fotograf reist vom Ende der Welt in die Antarktis
Lokales Potsdam-Mittelmark Treuenbrietzen Fotograf reist vom Ende der Welt in die Antarktis
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:16 22.02.2019
Hobbyfotograf und Ornithologe Sven Weit zeigt Bilder seiner Traumreise in die Antarktis in seiner neuen Ausstellung in Treuenbrietzen. So auch das Selbstportrait mit einem Seeelefantenbaby.
Hobbyfotograf und Ornithologe Sven Weit zeigt Bilder seiner Traumreise in die Antarktis in seiner neuen Ausstellung in Treuenbrietzen. So auch das Selbstportrait mit einem Seeelefantenbaby. Quelle: Sven Weit
Anzeige
Treuenbrietzen

Einen über Jahrzehnte verfolgten Traum erfüllt hat sich jetzt Sven Weit. Der Hobbyfotograf und Ornithologe aus Treuenbrietzen ist in die Antarktis gereist, um dort lebende Vögel, andere Lebewesen und die Landschaft rund um den Südpol hautnah zu erleben.

Wie eng der Kontakt mitunter war, zeigt vor allem das zufällige Selbstportrait des Naturfreundes mit einem Seeelefantenbaby. Das etwa 200 Kilogramm schwer Jungtier kuschelte sich spontan an den Rücken des Fotografen heran, als dieser gerade ein ganz anderes Motiv im Fokus hatte.

Viel zu erzählen vom Abenteuer

Auch diese Aufnahme ist Teil der neuen Ausstellung, die Sven Weit nun in seiner Heimat präsentiert. Zur Vernissage in der Filiale der Treuenbrietzener Sparkasse kann der Fotograf dann auch viel erzählen von seinem besonderen Abenteuer.

Hobbyfotograf und Ornithologe Sven Weit zeigt Bilder seiner Traumreise in die Antarktis nun daheim in Treuenbrietzen. So auch diesen Albatros im Flug Quelle: Sven Weit

Es begann voriges Jahr Ende November. Die Reise ging über London nach Buenos Aires, der Hauptstadt Argentiniens. „Ziel war zunächst das Ende der Welt“, erzählt Sven Weit. Diesen Beinamen trägt Ushuaia, die südlichste Stadt Argentiniens. Dort ging der Treuenbrietzener mit insgesamt 99 Passagieren an Bord eines ehemaligen holländischen Forschungsschiffes.

Strenge Disziplin an Bord

Die Reisenden – unter ihnen Touristen, Ornithologen, Geschichtswissenschaftler, Biologen, Vulkanologen und Fotografen sowie ein Vertreter des Bundesumweltamtes – hatten die begleitete Beobachtungsreise ohne jeden Luxus gebucht.

Zur Werterhaltung der individuellen Natur wird an Bord dieses Schiffes fernab der Zivilisation nicht auf Massentourismus gesetzt, sondern absolute Disziplin gewahrt. Dazu zählen auch behördlich kontrollierte Vorsichtsmaßnahmen wie das Auswaschen und Aussaugen von Taschen und Rucksäcken sowie das Desinfizieren der wasserdichten Kleidung. So soll eine weitere künstliche Veränderung der Vegetation von außen in der Antarktis unterbunden werden. „Schließlich hat selbst der eigentlich in Europa beheimatete Löwenzahn schon durch den Menschen den Weg bis dorthin gefunden“, erzählt Sven Weit, der beruflich als Feuerwehrmann tätig ist.

Spektakuläre Einblicke zur Sommerzeit

Seine große Abenteuerreise auf dem einstigen Forschungsschiff führte ihn von Ushuaia durch den Beagle-Kanal nach Falkland, über Südgeorgien sowie die südlichen Sandwich-Inseln und den antarktischen Sund bis ins Weddel-Meer. Die Sommerzeit ermöglichte während der fünf bis sechs Stunden langen Landgänge spektakuläre Einblicke in die Tier- und Pflanzenwelt der Antarktis.

Eine alte Walfangstation gehört zu den Bildern, die den Hobbyfotografen und Ornithologe Sven Weit bedrückt haben auf seiner Traumreise in die Antarktis. Quelle: Sven Weit

Ein weniger schönes und doch einschneidendes Erlebnis für den Treuenbrietzener war der Besuch einer stillgelegten Walfangstation, die bis Ende der 1960er-Jahre in Betrieb war. Sven Weit erschüttert noch immer die Erinnerung an den unheimlichen Ort mit verrosteten Riesenöfen, den er auch fotografiert hat. „Die Informationen über die einstigen nicht tragbaren Zustände, die man dort bei einem Rundgang erhält, sind nichts für schwache Nerven“, erzählt der Naturfreund und Fotograf bewegt.

Ziel ist nicht das perfekte Foto

„Mein Ziel beim Fotografieren ist nicht das perfekte Foto“, sagt Weit, Vielmehr möchte er „den Moment mit dem Betrachter teilen können“. Von der knapp einen Monat langen Reise brachte der Fotograf etwa 10.000 Fotos mit. „Pro 100 Bilder bleiben allerdings gerade mal eine bis zwei gute Fotografien“, erklärt Weit zur Auswahl. Einen Einblick in seine unvergesslichen Erlebnisse im tiefsten Süden der Erde geben nun 40 großformatige Fotografien in seiner neuen Ausstellung. An den Wänden der Geschäftsräume in der Treuenbrietzener Sparkasse lösen sie nun seine vorherige Schau mit Tiermotiven ab.

Vernissage in der Sparkasse

Zur Vernissage wird neben einem befreundeten syrischen Trommler auch Andreas Bleschke, Arktisreisender und Klimaschutzkoordinator aus dem Landkreis Teltow-Fläming, zu Gast sein. „Er wird mit seinen Ausführungen zum Thema Klimawandel den Titel der Ausstellung untermalen“, kündigt Sven Weit an.

Vernissage der Ausstellung „Antarktis“ ist am Donnerstag, 28. Februar, um 19 Uhr, in der Mittelbrandenburgischen Sparkasse Treuenbrietzen.

Einblicke in seine umfangreiche fotografische Arbeit gibt Sven Weit auch auf seiner Internetseite unter http://weitsicht.photos/.

Von Michaela Weiss