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Treuenbrietzen Pannendienst für die richtig großen Landmaschinen
Lokales Potsdam-Mittelmark Treuenbrietzen Pannendienst für die richtig großen Landmaschinen
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13:11 24.07.2019
Die Firma New-Tec Ost koordiniert vom Hauptsitz in Treuenbrietzen aus den Service für Landmaschinen in vier Bundesländern. So auch Geschäftsführer Tino Neumann (re.) und Werkstattmeister Daniel Kappel. Quelle: Thomas Wachs
Treuenbrietzen

In der Erntezeit zählt jede Stunde. Ausfälle von Mähdrescher oder Traktor kann sich da kein Landwirt leisten. Jede noch so kleine Verzögerung bringt den Plan ins Wanken. Das Getreide muss vom Feld, bevor der nächste Regen kommt. Also rollen aktuell auch im Fläming überall die Erntekolonnen. Wenn es sein muss bis spät in die Nacht.

„Wenn die Landwirte schon mit Wetterkapriolen kämpfen müssen, sollen sie sich wenigstens auf ihre Technik verlassen können“, sagt Tino Neumann, der Geschäftsführer der Firma New-Tec Ost mit Hauptsitz in Treuenbrietzen. Sein Team ist der Pannendienst für diverse Landmaschinen.

Ein Mähdrescher muss laufen, wenn die Ernte ansteht. So wie jetzt rund herum im Fläming. Quelle: Ralf Hirschberger/dpa

Rund um die Uhr sichern sie die Einsatzbereitschaft in vier ostdeutschen Bundesländern – koordiniert von der Zentrale an der Leipziger Straße in Treuenbrietzen. Insgesamt 150 Mitarbeiter beschäftigt die Vertriebs- und Service-Gesellschaft an zehn Standorten. Drei davon liegen im Land Brandenburg, vier in Sachsen-Anhalt, zwei in Sachsen und einer in Thüringen.

Sechs neue Lehrlinge am Start

In Treuenbrietzen selbst gehören 28 Beschäftigte zum Team der Firma New-Tec Ost. Zum neuen Ausbildungsjahr sind sechs Lehrlinge gebunden worden. Dann gibt es 15 im Hause für Werkstatt und die kaufmännische Ausbildung.

Alle sollten ein Herz für die Landwirtschaft haben „und verstehen, das der Spätsommer nicht unbedingt die Haupturlaubszeit sein kann in unserem Job“, sagt der Chef. In Zeiten, wo Firmen um qualifizierte Mitarbeiter ringen müssen, gelinge es jedoch über Dienst- und Bereitschaftspläne „inzwischen ganz gut, dass Arbeit und Familienleben auch für unsere jüngeren Mitarbeiter ganz gut in Einklang zu bringen sind“, sagt der New-Tec-Geschäftsführer.

„Dennoch sind wir Tag und Nacht erreichbar für die Landwirte.“ In der Regel laufe die Maschine schon nach wenigen Stunden wieder. Spätestens aber am nächsten Tag, wenn ein Ersatzteil mal nicht sofort am Lager ist in den Stützpunkten. Von zwei Meistern und zehn Monteuren pro Standort hat einer immer Bereitschaft.

Die Ernte läuft oft bis spät in die Nacht. Quelle: Uwe Klemens

Bei größeren Havarien tauscht das New-Tec-Team kurzerhand auch mal einen ganzen Mähdrescher. Die Ersatzmaschine wird auf das Feld geliefert – und weiter geht die Arbeit im Akkord. „Schließlich kann die Ernte nicht warten“, erklärt Tino Neumann, der den Job seit 18 Jahren macht.

Die hohe Verkaufs- und Service-Qualität ist der Treuenbrietzener Firma jetzt auch wieder bei einem Ranking innerhalb der Marke New Holland bestätigt worden, deren Produkte Hauptstandbein der Firma New-Tec Ost sind.

Den Treuenbrietzenern, die mit Abstand der größte Händler der Marke New Holland in ganz Europa sind, wurde jetzt der Profi-Status verliehen. „Den Status schaffen nur 20 Prozent unserer Händler und die New-Tec Ost nun das zweite Mal hintereinander“, sagt Ralf Thamhayn, kaufmännischer Bezirksleiter bei New Holland.

Die Firma New-Tec Ost koordiniert vom Hauptsitz in Treuenbrietzen aus den Service für Landmaschinen in vier Bundesländern. Für den Erfolg gab es jetzt ein Zertifikat als Profi-Händler. Das bekam Geschäftsführer Tino Neumann überreicht von Ralf Thamhayn (li.) und Viktor Kelbler von der Firma New Holland. Quelle: Thomas Wachs

Das ist eine große Herausforderung für Verkauf und Service. Denn auch die Mähdrescher werden immer ausgefeilter in der Technik. Zur robusten Mechanik kommt immer mehr Elektronik. Längst fahren die Erntemaschinen schon weitgehend selbstständig. Sie ziehen ihre Spur anhand von GPS-Signalen, kennen die Grenzen ihres jeweiligen Reviers und wenden von allein. „Der Schritt zum autonomen Fahren ohne Mensch an Bord ist nicht mehr weit. Tests laufen dazu bereits“, erklärt Tino Neumann.

Immer mehr Elektronik an Bord

Schon jetzt bestimmt immer mehr Elektronik auch das Berufsbild der speziell geschulten Bau- und Landmaschinen-Mechatroniker. Sie müssen flexibel sein und sich gut auskennen. „Oft sind sie ja mitten auf dem Feld ganz auf sich allein gestellt ohne die Möglichkeiten einer großen Werkstatt im Rücken“, sagt der New-Tec-Chef.

Ohne Computer geht schon heute nichts mehr für die Mechaniker zur Fehlersuche – auch mitten auf dem staubigen Acker bei 35 Grad im Schatten. „Das wird noch zunehmen, wenn bald anstelle von heute noch üblichen Riemen überall in der Maschine elektronische Stellmotore die Aufgaben übernehmen“, sagt Tino Neumann.

Im Einsatz für 20 Tage im Jahr

Um die 500.000 Euro investieren Agrarbetriebe allein in einen Mähdrescher. Vor allem in Ostdeutschland, wo aus dem Erbe der Produktionsgenossenschaften oft noch große Betriebe hervorgegangen sind, müssen die Maschinen weite Flächen beackern. Dabei laufen die teuren Geräte meist nur rund 20 Tage im Jahr, wenn Erntezeit ist.

Bis zu 1000 Hektar Getreide pro Saison werden gedroschen. Eine Tagesleistung von 50 Hektar sollte erreicht werden. In der Regel nach vier bis fünf Jahren wird ein neuer Mähdrescher gekauft. „Das hängt auch davon ab, wie viel er geleistet hat“, erklärt Tino Neumann. „In der Börde mit guten Böden wird schon eine größere Ernte eingefahren als im Fläming mit seinen oftmals sandigeren Böden“, sagt der Experte für Ackertechnik.

Von Thomas Wachs

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