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Potsdam-Mittelmark Nach Hornissenangriff mit Rotwild belohnt
Lokales Potsdam-Mittelmark Nach Hornissenangriff mit Rotwild belohnt
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12:18 08.01.2019
Mit diesem Rotwild-Anblick wurde Antje Wöhling auf der „Hornissenkanzel“ belohnt. Ein Rudel sogenannter Feisthirsche vor der Brunft. Quelle: Wöhling
Tucheim

Wenn bei Gastwirt Hans-Jürgen Rawolle schon am Vormittag eine lange Schlange vor der Tür steht, ist wieder Tierfilmzeit. Die Fans kommen aus Brandenburg und Sachsen-Anhalt in den „Fiener“, um sich an den neuesten Naturaufnahmen von Antje und Thomas Wöhling zu erfreuen. Das Paar aus Tucheim lädt am kommenden Wochenende zum 13. Mal hinter die Landesgrenze ein, um über ihre neuesten Abenteuer in den Wäldern und Feldmarken Ostdeutschlands in Wort und Bild zu berichten.

Ausstellung zum Film

Die neuen Naturfilmaufnahmen von Antje und Thomas Wöhling werden am Sonnabend, 12.Januar, und am Sonntag, 13.Januar, jeweils von 10.30 Uhr bis 18 Uhr im Saal der Gaststätte „Zum Fiener“ in Tucheim gezeigt.

Zum Rahmenprogramm gehört eine Ausstellung mit Tierpräparationen. Gezeigt werden auch 15 Abwurfstangen eines elfjährigen Hirsches. Kinder können mit Naturmaterial basteln. Kettensägenkünstler Olaf Jensen aus Magdeburgerforth ist zu Gast.

Die Gastgeber um Hans-Jürgen Rawolle sorgen für das leibliche Wohl. Jeder 30. Besucher bekommt einen Gutschein für eine Extra-Vorführung auf dem Hof von Familie Wöhling. Erstmals gezeigt wird ein präparierter Nutria, der einem Verkehrsunfall zum Opfer fiel.

Zum Beispiel diese Geschichte: Oft sind viel Geduld und Hartnäckigkeit sind nötig, um mit den schönsten Anblicken belohnt zu werden. Doch ganz ungefährlich ist das Hobby der beiden Tierfilmer nicht. Es passierte auf der „Hornissenkanzel“ einige Wochen vor der Rotwildbrunft. Nicht ohne Grund verpasste der Volksmund dem Ansitz seinen treffenden Namen. Direkt unter dem Dach hing das Nest der wehrhaften Tiere. Antje Wöhling schlich sich trotzdem langsam wie ein Chamäleon auf die Kanzel, um ihren Beobachtungsplatz einzunehmen. „Mit Hornissen kann man sich arrangieren“, ist die Naturfreundin bis heute überzeugt.

Antje und Thomas Wöhling zeigen am Wochenende ihre neuesten Naturfilme. Quelle: privat

Tatsächlich interessierten sich die Hornissen nicht im geringsten für den unter ihnen sitzenden Gast – bis Antje Wöhling einen Fehler machte. „Das Brillenputztuch hätte ich lieber stecken lassen sollen“, räumt die Tierfilmerin ein. Der Duft des Einmaltuchs machte die Hornissen plötzlich so angriffslustig, dass Antje Wöhling fluchtartig ihren Posten verlassen musste. „Dabei brach ein Mikrofon ab. Die Kamera blieb zum Glück unbeschädigt auf der Kanzel liegen“, erinnert sich die Tucheimerin. Nach einer Pause traute sie sich noch einmal in die Höhe zu steigen, denn im Hornissennest war wieder Ruhe eingekehrt. Dabei blieb es auch. Antje Wöhling wurde schließlich belohnt. Auf der Wiese vor ihr betrat ein ganzes Rudel junger Rothirsche die grüne Bühne – ein erhabener Anblick, wie ihn selbst Dauergäste des Waldes nur ganz selten zu sehen bekommen.

Fast jedes Wochenende unterwegs

Diese und andere Szenen gehören zum etwa dreistündigen Filmmaterial, das in der Gaststätte „Zum Fiener“ vorgestellt wird. „Die Aufnahmen in HD-Qualität werden einmal wiederholt, so dass möglichst viele Besucher an unseren Erlebnissen teil haben können“, berichtet Thomas Wöhling. Fast jedes Wochenende waren die Tucheimer auch im vergangenen Jahr wieder auf Tour. Im Fiener Bruch trafen sie auf Trappen, im Hohen Fläming durften sie das Damwild beobachten, auf dem Darß genossen sie die herrlichen Rotwildanblicke. Nicht immer sind lange Ausflüge nötig, um Tiere in freier Wildbahn sehen zu können. Wie einige Tage vor Heiligabend, als hinter Tucheim vier Wölfe durch die Feldmark schnürten.

Dieser Rothirsch spielt mit einem Koppeldraht. Quelle: Wöhling

Dass auch die Tiere unter der Dürre 2018 gelitten haben, sahen die Hobbyfilmer mit eigenen Augen. Biber sind im Bachbett nicht geschwommen, sondern saßen auf dem Trockenen. Das Schwarzwild suchte vergeblich nach feuchten Suhlen, nirgendwo Pfützen für durstige Vögel. Auch die seltenen Schwarzstörche im Fiener machte die Wasserknappheit zu schaffen. Erstmals auf der Großleinwand zu sehen ist das Taubenschwänzchen, wegen seines schnellen Flügelschlags wird dieser Schmetterling auch Kolibrischwärmer genannt. Wenn Antje und Thomas Wöhling mit der Kamera Ansitz halten, dann immer mit Genehmigung und Unterstützung der Waldbesitzer und Forstbehörden.

Von Frank Bürstenbinder

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