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Potsdam-Mittelmark Umzug der Kita-Gruppe ist beschlossen
Lokales Potsdam-Mittelmark Umzug der Kita-Gruppe ist beschlossen
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00:34 04.03.2018
So viel Andrang erleben die Gemeindevertreter bei ihren Sitzungen selten: Mehr als 60 Eltern kamen am Mittwochabend. Quelle: Luise Fröhlich
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Caputh

Im Streit um den geplanten Umzug einer Caputher Kita-Gruppe in die Schule sind sich Eltern und Verwaltung ein Stück näher gekommen. Am Mittwochabend hat der Gemeinderat den Umzug nach einer langen Diskussion zwar beschlossen, allerdings unter der Prämisse, dass die Verwaltung offen für Alternativen bleibt. Wie berichtet, will die Gemeinde die Vorschulkinder zum 1. August für zwei Jahre in einen Hortraum der Schule verlagern, um Platz für die neuen Krippenkinder zu schaffen. Mehr als 60 Eltern von Kita- und Schulkindern sind am Mittwochabend zur Gemeinderatssitzung nach Ferch gekommen, um ihren Unmut darüber auszudrücken. Einerseits beklagen sie, teils erst vor zwei Wochen davon erfahren zu haben und andererseits, nicht in die Entscheidung einbezogen worden zu sein. Auch Lehrer und Erzieher waren anwesend.

„Wir befürchten einen Qualitätsverlust für die Schule und den Hort. Schon jetzt platzt die Schule aus allen Nähten“, sagte Lehrerin Britta Häupel. Probleme sieht sie unter anderem hinsichtlich Lärm, Platz auf dem Schulhof und im Essenraum sowie bei den Toiletten. „Unter den Lehrern hat es den Anschein gemacht, die Gemeinde würde mit dem Umzug in die Schule den einfachsten Weg gehen“, erklärte sie. Dennoch sei die Schule an einer konstruktiven Zusammenarbeit interessiert. Die Eltern der Kita-Kinder hatten indes den Verdacht, die Gemeinde hätte Alternativen nur aus Kostengründen abgelehnt, fügte der Vorsitzende des Kita-Ausschusses Thomas Brennenstuhl hinzu. „Wir erkennen das Problem des Rechtsanspruches im Krippenbereich an, glauben aber, dass es eine bessere Lösung gibt“, sagte er. Bürgermeisterin Kerstin Hoppe (CDU) versuchte mit Rückhalt der Gemeindevertreter immer wieder zu erklären, dass eine schnelle und sichere Lösung her muss. „Wir müssen im März die Bescheide an die Eltern verschicken und ihnen mitteilen, ob sie einen Kitaplatz bekommen oder nicht“, schilderte Gemeinderatsvorsitzender Roland Büchner (Bürgerbündnis). Kann die Gemeinde den Rechtsanspruch nicht erfüllen, drohen Schadenersatzklagen der Eltern. In Containern sieht die Kommune bislang keine sichere Lösung, da es sechs bis acht Monate dauern könne, ehe eine Genehmigung vorliegen würde.

Eltern können jetzt mitarbeiten

Das Bürgerbündnis beantragte, den Beschluss in einem Punkt zu ändern, um den Weg für alternative Lösungen wie Container oder andere Räume offen zu halten. „Ein Kompromiss ist nie die beste Lösung. Aber mit unserem Antrag verriegeln wir andere, bessere Möglichkeiten nicht“, erklärte Matthias Fannrich. Der Antrag fand einstimmig Anklang unter den Gemeindevertretern. Daniel Schiffmann (CDU/FDP/UBS) ergänzte ihn um die Bitte, dass eine gemeinsame Arbeitsgruppe mit den Eltern gegründet wird. Die Bürgermeisterin erklärte, dass das ohnehin passieren würde. Auch der Fachausschuss wird integriert. Mit dem geänderten Beschluss konnten die Eltern vorerst leben. „Ich habe schon den Eindruck, dass sich was bewegt und finde es gut, dass wir jetzt aktiv mitarbeiten können“, sagte ein Elternvertreter der Schule. Als erste Anregung überreichte er der Verwaltung einen Fragenkatalog.

Auch der Kita-Ausschuss erklärte sich bereit, mitzuziehen, wollte allerdings, dass die Caputher Schule nicht an erster Stelle für den Umzug steht. Winnie Berlin (Bündnis90/Die Grüne) fragte, ob es möglich wäre, „alternativer Betreuungsort“ zu schreiben anstatt konkret die Schule zu benennen. Dies sei aus organisatorischen und zeitlichen Gründen nicht möglich, wie Kerstin Hoppe erklärte: „Wenn man die Nutzung eines Objektes verändern will, braucht man Betriebserlaubnisse, die bis Ende März beantragt werden müssen.“

Von Luise Fröhlich