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Potsdam-Mittelmark Nächtlicher Zeitungsklau in Treuenbrietzen
Lokales Potsdam-Mittelmark Nächtlicher Zeitungsklau in Treuenbrietzen
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16:58 28.11.2014
Glücklich, endlich wieder täglich eine druckfrische MAZ in der Hand zu halten: die Klasse 6b. Quelle: U. Klemens
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Treuenbrietzen

Bestohlen zu werden ist unangenehm. Wenn dies mehr als eine Woche lang täglich geschieht, erst recht. Die Schüler der Albert-Schweitzer-Grundschule Treuenbrietzen und ihre Lehrer mussten diese Erfahrung machen. Mitten im MAZ-Schulreporter-Projekt saßen sie mangels Tageszeitung auf dem Trockenen. Dass es zu guter Letzt und dank eines Tricks dann doch noch mit der Zustellung des begehrten Lese- und Unterrichtsstoffs klappte, ändert nichts an ihrer Empörung über die Angelegenheit.

Auch in der Klasse 6b haben sich die Mädchen und Jungen mächtig über das Verschwinden ihrer Zeitung geärgert und sich so ihre Gedanken über das Motiv des Täters gemacht. Denn dass 100 Zeitungen jede Nacht zwischen drei und vier Uhr einfach vom Winde verweht werden könnten, wie Fabian vermutet, glaubt die Mehrzahl seiner Mitschüler nicht.
„Vielleicht will er die Zeitung auch nur lesen und hat selber keine“, zeigt sich Phillip verständnisvoll. Auch auf den Einwand, dass ihm dazu ja wohl eine Zeitung eichen würde, weiß Phillip eine Antwort. „Vielleicht versorgt er ja gleich alle Nachbarn in seiner Straße.“

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Die meisten Sechsklässler glauben jedoch, dass purer Egoismus die wahre Ursache ist und schnattern die denkbaren Varianten wild durcheinander. Vom Weiterverkaufen unter Preis und vom Sammeln als Altpapier ist die Rede. Denn bei einem so dicken Packen pro Tag kommen schnell ein paar Kilo zusammen, wissen die Kinder, die schließlich auch selbst hin und wieder ihre Sparbüchse auf diese Weise füttern. „Dabei hätte uns der Dieb ja auch fragen können, ob wir ihm eine Zeitung geben, wenn wir sie ausgelesen haben oder ob er hinterher alle haben, wenn er sie als Altpapier verkaufen will“, zeigt sich Samanda kompromissbereit. „Ich hätte ihm meine gegeben.“

Dass Zeitungsprojekt jedenfalls geriet mächtig ins Stocken. Jeden Tag musste umdisponiert werden. „Artikel, die ich selbst schon morgens zu Hause gelesen hatte, konnte ich nicht, wie geplant, mit den Kindern besprechen“, klagt auch Lehrerin Ute Gutt. Manchmal half dann das Kopieren, aber als tägliches Arbeitsmittel taugte diese Krücke natürlich nicht. „Außerdem haben sich auch die Kinder jeden Tag auf die MAZ gefreut und waren enttäuscht.“

Der Zusteller, der nachmittags extra noch mal in die Schule kam, um ein Versteck und einen anderen Zeitpunkt zu verabreden, ist der Held der Stunde und der Retter des Zeitungsprojektes.

Von Uwe Klemens

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