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Potsdam-Mittelmark Unermüdlich im Dienste der Kunst
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18:00 09.01.2017
Gudrun Mader (r.) beim freien Malen mit Dorothee Alisch (l.) und Ulrike Kilian. Quelle: Luise Fröhlich
Glindow

Seite für Seite blättert Gudrun Mader in dem dicken Hefter um. Er steckt voller Erinnerungen an die vielen Veranstaltungen und Konzerte, die im Kunsthof Glindow regelmäßig auf der Tagesordnung standen. Vereine haben hier ihre Jubiläen gefeiert, der Kasper hat etliche Kinder beim Frühstück bespaßt und das Landespolizeiorchester hat den Festsaal gefüllt. Doch all das ist längst Geschichte. Ab 2009 wird der Ordner merklich dünner. Von da an hat Kunsthof-Leiterin Mader nur noch Workshops in der Werkstatt gegeben. Davon sind heute noch fünf Malkurse übrig. Der Festsaal wurde verkauft. Doch der Verein lief weiter und noch denkt die 63-Jährige nicht daran, ihn aufzugeben. „Malen werde ich, solange ich den Pinsel halten kann“, sagt sie.

Zum freien Malen treffen sich Dorothee Alisch (65) und Ulrike Kilian (75) immer dienstags bei Gudrun Mader in der Werkstatt, die vor der Sanierung 1998 ein altes Stallgebäude war. Beide Frauen stehen mit Pinsel und Farbe vor ihren Leinwänden. „Jeder hat sein eigenes Projekt, es gibt kein festes Thema“, sagt Mader. Ulrike Kilian aus Potsdam sieht den Kurs als einen festen Termin in der Woche, zu dem sie aus Lust und Liebe geht. „Manchmal ist es hier sehr still und manchmal kommt man mit den anderen ins Gespräch. Wir inspirieren uns gegenseitig“, erzählt sie.

Mitglieder stammen nicht nur aus Glindow

Neben dem freien Malen gibt Mader zweimal in der Woche Workshops für Erwachsene und zwei Mal- und Töpferkurse für die Kita-Kinder, die vor gut vier Jahren in das Hauptgebäude mit dem Festsaal gezogen sind. Das Haus ist damals im Juli 2012 an das Diakonische Werk verkauft worden. Noch immer kooperiert Mader auch mit dem Beratungs- und Begegnungszentrum „Treffpunkt“ in Werder.

„Es ist ein guter Antrieb, um die Kinder vom Computer wegzukriegen. Aber genauso wirkt es auch bei älteren Menschen, die sonst keine Aufgabe mehr haben und durch das Zusammensein in der Gruppe angeregt werden“, sagt Mader. Die 30 Vereinsmitglieder stammen nicht nur aus Glindow, sondern auch aus Fichtenwalde, Potsdam oder Groß Kreutz. Neue Interessenten zu finden sei schwierig, berichtet Mader. Viele Mitglieder sind dem Kunstverein von Anfang an treu. Eine Zeit lang suchte Mader einen Nachfolger für die Vereinsleitung, aber niemand hat sich gefunden. „Das ist auch etwas, was zu ihr gehört und zu niemandem anders“, sagt Alisch. Trotz aller Schwierigkeiten, die der Verein in der Vergangenheit hatte, überwiegt bei Mader der Stolz, dass er sich so lange behaupten konnte.

Verein präsentiert sich bei 700-Jahr-Feier

Der Plan für das neue Jahr lautet vor allem weitermachen. Zur 700-Jahr-Feier Glindows und der Stadt Werder wird sich der Verein mit seiner Geschichte präsentieren, beim Umzug mitlaufen und etwas für die Kinder organisieren. Genaueres steht noch nicht fest. Neue Workshops sind vorerst nicht geplant. Mader hat sie vor längerer Zeit eingestellt, weil sie, so sagt die gebürtige Marburgerin, etwas für sich tun musste. „Diese Kurse hatten eher was mit sozialer Arbeit als mit dem Malen an sich zu tun“, erzählt sie.

Von 1986 bis 1990 absolvierte Mader eine kunsttherapeutische Ausbildung und gründete danach eine Malgruppe in einer psychosomatischen Klinik in Bad Honnef (Nordrhein-Westfalen). Als sie nach der Wende nach Glindow zog, leitete sie eine ähnliche Malgruppe für geistig Behinderte in Potsdam und gründete den Kunsthof-Verein.

Einst ein Düngemittellager

Der 1913 erbaute „Gasthof Albrecht“ war in den letzten Jahren vor dem Ersten Weltkrieg ein Ort der Geselligkeit und ein Treffpunkt für die Dorfbevölkerung. Dazu diente auch der traditionelle Dorfsaal mit Bühne, auf der die Musikanten zum Tanz aufspielten.

Nach 1945 wurde dann auf dem Eichenparkett des großen Saales ein Düngemittellager der örtlichen LPG errichtet. Noch heute zeugen die Farbspiele auf dem hölzernen Tanzboden im Veranstaltungssaal von Regalen, Paletten und Säcken.

Unter staatlicher Hand hatte der ehemalige Gasthof später die Aufgabe, Parteiversammlungen, Dorfdiskos und bis zuletzt die Schulspeisung der Glindower Grundschule zu beherbergen. Nach der Wende ging der Verein in private Hände und wurde von Grund auf saniert und renoviert. Der Verein Kunsthof Glindow füllte das Gebäude mit neuem Leben. Im Juli 2012 wurde das Hauptgebäude mit dem Saal an das Diakonische Werk Potsdam verkauft, wo inzwischen eine Kita entstanden ist.

Das Werkstattgebäude blieb dem Kunsthof-Verein fürs Töpfern, Malen und Drucken erhalten. Im Garten finden Raku- und Salzbrände statt.

Von Luise Fröhlich

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