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Potsdam-Mittelmark Unfall auf A2 bei Lehnin: Lkw-Fahrer wegen fahrlässiger Tötung angeklagt
Lokales Potsdam-Mittelmark Unfall auf A2 bei Lehnin: Lkw-Fahrer wegen fahrlässiger Tötung angeklagt
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16:43 04.09.2018
Am 5. September 2017 fuhr ein Lkw in eine Unfallstelle – zwei Feuerwehrleute kamen dabei ums Lebenden. Quelle: Morris Pudwell
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Lehnin

An diesem Mittwoch, dem Jahrestag des Unglücks auf der A2, lädt Pfarrerin Almuth Wisch um 18 Uhr zu einer Trauerandacht in der Lehniner Klosterkirche ein zum Gedenken an die zwei Lehniner Feuerwehrmänner, die im Rettungseinsatz am 5. September 2017 ums Leben gekommen sind.

Nach der Andacht werden die Feuerwehrleute im Trauerzug zum Feuerwehrgerätehaus gehen. Dort werden gegen 19.15 Uhr die beiden Stelen enthüllt, die an die beiden getöteten ehrenamtlichen Brandschützer Sebastian K. und Philipp R. erinnern.

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Prozess um getöteten Feuerwehrmänner beginnt im Oktober

Der Prozess gegen den mutmaßlichen Unglücksfahrer wird frühestens Mitte Oktober beginnen. Die Staatsanwaltschaft Potsdam hat Stefan M. (56) aus Berlin vor dem Schöffengericht in Brandenburg/Havel angeklagt. Sie wirft ihm fahrlässige Tötung in zwei Fällen, fahrlässige Körperverletzung und Gefährdung des Straßenverkehrs vor, teilt Gerichtssprecherin Pia Mahlstedt mit.

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Die Staatsanwaltschaft stützt ihre Anklage auf die Aussagen von 34 Zeugen und dem Gutachten der Dekra zum Unfallhergang. Die Ermittler sind davon überzeugt, dass der Berufskraftfahrer den tödlichen Unfall hätte vermeiden können. Zwar hatte er keinen Alkohol getrunken, wohl aber soll er sich übermüdet ans Steuer gesetzt haben.

Feuerwehr Lehnin rückt zu Unfall auf A2 aus

Die Lehniner Feuerwehr war in der Unglücksnacht gegen 2.22 Uhr ausgerückt zu einem Unfall auf der A2 mit einem schwer verletzten Kleintransporter-Fahrer. Die Retter sperrten zwei der drei Fahrspuren in Richtung Berlin.

Während noch der Schwerverletzte gerettet wurde, fuhr Stefan M. mit seinem Sattelschlepper in die Unfallstelle. Sein Lkw streifte mit einer Geschwindigkeit von 89 Stundenkilometern einen Polizeiwagen mit zwei Beamten. Von dort krachte er mit immer noch hohem Tempo gegen das Feuerwehrauto.

Feuerwehrfahrzeug drehte sich

Das Einsatzfahrzeug der beiden Lehniner Feuerwehrmänner drehte sich, kippte um und begrub die beiden Retter unter sich. Die beiden Familienväter starben noch an der Unfallstelle. Ein weiterer Feuerwehrmann wurde wie der Unglücksfahrer verletzt.

Der Angeklagte hat sich zu dem Unfall bisher nicht geäußert. Gesichert scheint nach dem Gutachten, dass sein Sattelschlepper keine technischen Mängel aufwies.

Stefan M., der seine Fahrt am Vortag begonnen hatte, hatte die Lenk- und Ruhezeiten eingehalten. Die Polizeiautos und Rettungswagen waren allesamt beleuchtet und mit Warnblinken besonders kenntlich gemacht.

Von Jürgen Lauterbach

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