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Potsdam-Mittelmark Uralt-Feuerwehr für Lehnin: Das Land verteidigt sich
Lokales Potsdam-Mittelmark Uralt-Feuerwehr für Lehnin: Das Land verteidigt sich
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00:21 20.11.2017
Im März 2008 war das Feuerwehrfahrzeug, das auf der Autobahn jetzt schwer beschädigt wurde, in Lehnin feierlich übergeben worden. Quelle: Heiko Hesse
Kloster Lehnin

Für eine Welle der Empörung unter Feuerwehrmännern und -frauen im Land sorgt die Situation der Freiwilligen Feuerwehr Kloster Lehnin. Diese verlor bei einem Unfall auf der Autobahn 2 am 5. September zwei ihrer Mitglieder, Familienväter im Alter von 38 und 23 Jahren. Ein Lastwagen war in eine Unfallstelle gefahren und gegen ein knapp 400.000 Euro teures Feuerwehr-Einsatzfahrzeug geschleudert. Dieses stürzte um und erschlug die beiden ehrenamtlichen Feuerwehrmänner.

Zwei Feuerwehrmänner bei Einsatz auf der A 2 tödlich verunglückt: Am 5. September 2017 erkannte ein Lkw-Fahrer eine Unfallstelle zu spät, erfasste ein Polizeiauto, geriet ins Schleudern und prallte gegen ein Feuerwehrauto. Dieses kippte und fiel auf die Einsatzkräfte vor Ort.

Im Ersatzfahrzeug fehlen Anschnallgurte

Noch immer sitzt der Schock tief bei den Feuerwehrmännern in Lehnin. Dass sie fast drei Monate später noch immer kein gleichwertiges Ersatzfahrzeug für den zerstörten neun Jahre alten HLF 20 erhalten haben, sorgt indes auch für Wut in ihren Reihen. Die Versicherung des Unfallfahrers rührt sich nach Angaben des Bürgermeisters der Gemeinde Kloster Lehnin, Uwe Brückner, bisher nicht. Das Land stellte der Wehr als schnelle Hilfe ein 17 Jahre altes ausrangiertes Löschgruppenfahrzeug der Feuerwehrschule als Übergangslösung zur Verfügung. Gemeindevertreter Peter Kamolz (Die Linke) nannte das „eine Frechheit“. Das Fahrzeug verfügt nicht einmal über Anschnallgurte für alle Sitzplätze. Feuerwehrmann Denny Stimming spricht von einem Schlag für die Motivation der Feuerwehrleute.

Schröter: „Landesregierung hat bereits geholfen“

Im Brandenburger Landtag forderte am Mittwoch der Kloster Lehniner Gemeindevertreter und Landtagsabgeordnete Andreas Bernig (Die Linke) in einer Kleinen Anfrage von der Landesregierung eine Stellungnahme, ob das Land bei einer Neuanschaffung der finanziell überforderten Gemeinde Kloster Lehnin helfen könne. Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) verwies auf das vom Land gestellte Fahrzeug, das Kloster Lehnin erst ausgeborgt und dann gekauft habe. „Die Landesregierung hat bereits geholfen“, sagte Schröter. Über den kommunalen Schadensausgleich erfolge die Regulierung des wirtschaftlichen Totalschadens am Fahrzeug. Das gestellte Fahrzeug sei vergleichbar, wenn auch nicht im Baujahr. „Darüber hinaus unterstützten wir die Feuerwehr durch einen LF 8.“ Kloster Lehnin habe aufgrund des hohen Alters im Fahrzeugbestand auch den Wunsch, dieses Fahrzeug zu übernehmen. Laut Gemeinde sind sieben Feuerwehrfahrzeuge älter als Baujahr 1986.

Feuerwehr ist eine kommunale Angelegenheit

Der Referent im Deutschen Feuerwehrverband, Carsten Michael Pix, sagte am Donnerstag, „das ist ein unheimlich heißes Thema. Es ist ganz, ganz bitter. Man möchte den Kloster Lehniner Kameraden alles Gute tun, um wenigstens technisch den Ausgangszustand wiederherzustellen. Aber woher nehmen?“ Feuerwehr sei eine kommunale Angelegenheit. „Wenn ein Fahrzeug kaputt geht, kann man es nicht einer anderen Feuerwehr wegnehmen.“ Die Bauzeit für dieses Spezialfahrzeuge liege bei anderthalb Jahren. Ein 17 Jahre altes Fahrzeug sei von seinem Alter nicht ungewöhnlich für die Feuerwehr. „Das ist ein unbefriedigender Zustand, keine Frage.“

Land unterstützt die Kommune

Lothar Wiegand, Vize-Sprecher des Innenministeriums in Potsdam, sagte:„Wir verstehen die Gefühle der betroffenen Feuerwehrleute.“ Das Land hätte der Feuerwehr Lehnin am liebsten sofort ein neues Fahrzeug auf den Hof gestellt. Aber man müsse damit leben, dass das etwas Zeit braucht. Das gebrauchte Fahrzeug aus der Landesschule solle nur eine Zwischenlösung sein, um die Einsatzfähigkeit der Feuerwehr Lehnin wieder herzustellen. Derzeit bemühe sich die Gemeinde, ein dem Unfallfahrzeug gleichwertiges, modernes Fahrzeug kurzfristig zu bekommen, so der Ministeriumssprecher. „In einem zweiten Schritt unterstützen wir die Kommune dabei, ein neues Fahrzeug zu beschaffen. Wie das am schnellsten gelingen kann, darüber laufen gerade intensive Gespräche.“

Kai-Uwe Schwinzert, Sprecher des Landkreises Potsdam-Mittelmark, spricht von einer „emotional explodierten Diskussion“. Für die Aufgabe des örtlichen Brandschutzes sei das Fahrzeug des Landes geeignet. Die Lehniner Wehr ist Stützpunktfeuerwehr und eine der wichtigsten bei den zahlreichen Unfällen auf der Autobahn 2.

Von Marion von Imhoff

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