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Potsdam-Mittelmark Waldbrandgefahr trotz Regen nicht vorbei
Lokales Potsdam-Mittelmark Waldbrandgefahr trotz Regen nicht vorbei
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18:28 27.07.2014
Die Feuerwehrleute wissen, dass es bei trockenen Wetterlagen jede Minute im wahrsten Sinne brenzlig werden kann. Quelle: MAZ-Archiv
Potsdam-Mittelmark

MAZ: Herr Neumann, wie gut ist der Landkreis auf große Flächen- und Waldbrände vorbereitet?
Manfred Neumann: Zunächst sind es die örtlichen Feuerwehren, die allein oder im Verbund mit Nachbarn zum Löscheinsatz ausrücken. Erst wenn die regionalen Kräfte mit dem Ausmaß eines Feuers überfordert sind, wird der Kreisbrandmeister die Alarmierung der Brandschutzeinheit anordnen. Dabei kann es sich entweder um alle drei Züge oder einen Teil der Einheit handeln.

Musste die Brandschutzeinheit in diesem Jahr schon einmal zusammengerufen werden?
Neumann: Nein. Wir hatten 2014 in Potsdam-Mittelmark noch keine Situation, die diese Maßnahme erforderlich gemacht hätte. Es gab allerdings eine gemeinsame Einsatzübung auf dem Truppenübungsplatz Altengrabow.

Wie kann man sich die Schlagkraft der Brandschutzeinheit Potsdam-Mittelmark vorstellen?
Neumann: Dahinter verbirgt sich die geballte Kraft von mehr als 130 Kameraden, die sich mit 22 Fahrzeugen aus zahlreichen Feuerwehren des gesamten Landkreises auf dem Weg zum Brandort machen. Der 1. Zug zum Beispiel besteht komplett aus Tanklöschfahrzeugen aus Lehnin, Werder, Beelitz, Ziesar und Marzahne. Diese sind für die schnelle Unterstützung der Kräfte vor Ort unerlässlich. Die Kameraden in den anderen beiden Zügen bauen bei Bedarf die Wasserversorgung auf langen Wegstrecken auf. Außerdem richten sie Wassergassen und Riegelstellungen ein, um eine weitere Ausbreitung der Flammen zu verhindern. Die Träger des Brandschutzes haben in den vergangenen Jahren Millionensummen in neue Einsatztechnik investiert. Brandschutzeinheiten, die nach den Vorgaben des Landes konzipiert wurden, gibt es übrigens in allen Kreisen.

Wie schnell ist die Brandschutzeinheit im Ernstfall einsatzbereit?
Neumann: Es gibt zwei Alarmierungsvarianten. Wird das sofortige Ausrücken angeordnet, sollten die Fahrzeuge in einer Stunde den aktuellen Bereitstellungsraum erreichen. So war es zum Beispiel 2013 beim Einsatz gegen das Elbehochwasser in Magdeburg, wo die Aral-Tankstelle in Wollin als zentraler Sammelpunkt vorgegeben war. Die zweite Alarmierungsvariante kann eine Vorlaufzeit von bis zu zwölf Stunden bedeuten. Dann treffen sich die drei Züge in ihren regulären Bereitstellungsräumen Lehnin, Wenzlow und Brück, um von dort zum Einsatz zu rollen.

Treffen die freiwilligen Feuerwehren bei Waldbrandgefahrenstufe 5 besondere Vorkehrungen?
Neumann: Wir sprechen derzeit von einer erhöhten Alarmbereitschaft. Mit einer wie zu DDR-Zeiten üblichen Sitzbereitschaft in den Gerätehäusern hat das aber nichts zu tun. Die gab es übrigens auch bei Gewitter. Heute geht es darum, die Fahrzeuge lieber einmal mehr auf ihre Einsatzbereitschaft zu überprüfen. Es ist auch nicht verkehrt, Getränke an Bord zu nehmen. Grundsätzlich sind Feuerwehrleute bei trockenen Wetterlagen besonders sensibilisiert. Sie wissen, dass sich die Lage jede Minute ändern kann.

Größtes Problem für die Feuerwehren in Wald und Flur ist die Versorgung mit Löschwasser. Um die Waldwege steht es auch nicht immer zum Besten.
Neumann: So ist es. Hier müssen die Träger des Brandschutzes abwägen, wo sie mit zusätzlichen Brunnen für den Ernstfall gerüstet sein wollen. Gleiches gilt für die Befahrbarkeit von Anmarschwegen. Da sollten sich Kommunen, Eigentümer und Forstbehörden an einen Tisch setzen. Im Amt Ziesar zum Beispiel wird über einen Brunnen im großen Waldgebiet zwischen Grebs, Gräben und Rottstock nachgedacht. Ob die Bohrung vom Land gefördert wird, kann ich jetzt nicht sagen.

Wie arbeitet denn die Brandschutzeinheit mit der Forstbehörde zusammen?
Neumann: Es gibt jährliche Abstimmungsrunden auf der Führungsebene. Auch im Ernstfall gehört der enge Kontakt zur Forst zum Alltag. Es geht darum Brandwachen zu organisieren, den Eigentümer zu verständigen und die abgelöschte Brandstelle zu übergeben.

Welche Bewährungsproben hat die Brandschutzeinheit bereits hinter sich?
Neumann: Unvergessen ist wohl der Einsatz im Jahr 2000, als ein Feuer vom Truppenübungsplatz Altengrabow auf Hohenlobbese zuraste. Eine Evakuierung des Dorfes konnte gerade noch verhindert werden. Zur ehemaligen Deponie Neuendorf bei Brück musste zweimal ausgerückt werden. Haarig war auch der große Waldbrand bei Wiesenburg bis hinein nach Sachsen-Anhalt, weil bei einem Güterzug die Bremsen heiß gelaufen waren.

Übungen der Brandschutzeinheit sind mit einem großen Aufwand verbunden. Warum ist das Training so wichtig?
Neumann: Es kommen immer neue Kameraden hinzu. Sie sollen sich Ortskenntnisse von anderen Teilen des Landkreises aneignen. Kraftfahrer lernen in der Kolonne und im Gelände zu fahren. Auch das Zusammenwirken verschiedener Wehren muss klappen.

Die Brandschutzeinheit macht vor Ländergrenzen nicht halt.
Neumann: Auf Anforderung kann das passieren. Wie beim Elbehochwasser 2013. Damals haben die Mittelmärker den Magdeburger Stadtteil Werder vor der Überflutung gerettet. Aber auch das richtige Sandsackstapeln will gekonnt sein. Deshalb wird es noch dieses Jahr ein Seminar zu dem Thema für unsere Führungskräfte geben.

Foto: Führt die Brandschutzeinheit des Kreises: Manfred NeumannMit Beginn der Waldbrandsaison am 1. März dieses Jahres hat das Land Brandenburg das fünfstufige System der Waldbrandgefahrenstufen eingeführt. Damit wird das internationale System in ganz Deutschland einheitlich verwendet. Waldbrandgefahrenstufen sind:1 – sehr geringe Gefahr; 2 – geringe Gefahr; 3 – mittlere Gefahr; 4 – hohe Gefahr; 5 – sehr hohe Gefahr. Die Oberförsterei Dippmannsdorf unter Leitung von Karin Heintz ist zuständig für 45.000 Hektar Wald im Südwesten Potsdam-Mittelmarks. Die Waldbrandwarnzentrale , die in der Landeswaldoberförsterei Bad Belzig eingerichtet wurde, ist der Behörde angegliedert. Als so genannte Hoheitsförsterei kümmert man sich von Dippmannsdorf aus um rechtliche Belange

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