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Potsdam-Mittelmark 12 500 Euro in 50 Jahren: Was Brandenburg Feuerwehrleuten zahlen will
Lokales Potsdam-Mittelmark 12 500 Euro in 50 Jahren: Was Brandenburg Feuerwehrleuten zahlen will
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20:19 19.12.2018
Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (M.) informierte bei seinem Besuch in Rietz auch über Details der künftigen Geldzahlungen an ehrenamtliche Feuerwehrleute. Quelle: Rüdiger Böhme
Mittelmark

Ehrenamtliche Feuerwehrleute in den Einsatzabteilungen sollen künftig eine jährliche Aufwandsentschädigung von 200 Euro erhalten. Darüber hinaus erfolgt alle zehn Jahre eine materielle Anerkennung in Höhe von 500 Euro. Diese und andere Einzelheiten eines vom Land auf den Weg gebrachten Gesetzentwurfs hat Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) in dieser Woche bei seinen Besuchen in Rietz und Ziesar erläutert. „Mit dieser Stärkung des ehrenamtlichen Brandschutzes liegt Brandenburg deutschlandweit vorn“, sagte Schröter am Rande der Übergabe von zwei Förderschecks für Investitionen in Gerätehäuser.

Für das Alter oder einen Urlaub

Die Einführung des Prämiensystems erfolgte auf Anregung des Landesfeuerwehrverbandes. Dagegen war die sogenannte Feuerwehrrente auf wenig Gegenliebe gestoßen. „So bleibt es jedem Kameraden selbst überlassen, was er mit dem Geld macht. Man kann es für das Alter oder für den Urlaub mit der Familie zurücklegen“, meinte Schröter. Der Minister hat schon mal nachgerechnet. Wer anspart, kommt im Laufe von 50 aktiven Dienstjahren auf insgesamt 12 500 Euro.

Aktive Mitglieder von freiwilligen Feuerwehren bekommen ab 2019 eine jährliche Aufwandsentschädigung. Quelle: Julian Stähle

Schröter geht davon aus, dass die neuen Bestimmungen im Januar vom Kabinett beschlossen und im frühen ersten Halbjahr 2019 vom Landtag verabschiedet werden. Der genaue Zeitpunkt ist dabei unwesentlich, denn die Regelung für die Geldzahlungen soll rückwirkend zum 1. Januar 2019 in Kraft treten. 16 Millionen Euro sind dafür im neuen Doppelhaushalt des Landes bereits eingestellt. Bei den Feuerwehren in Potsdam-Mittelmark stößt die Initiative der Landesregierung grundsätzlich auf Zustimmung, auch wenn noch nicht alle Feinheiten klar sind. Zum Beispiel sei offen, wer das Geld am Ende auszahle, räumte der Innenminister auf Nachfrage ein. Das könnte der Landesfeuerwehrverband, das Innenministerium oder der Landkreis sein.

Nur für aktive Kameraden

Ziesars Amtsbrandmeister Andy Laube begrüßte in dieser Woche die Ankündigung des Innenministers: „Unsere Kameraden wurden im laufenden Jahr zu 150 Einsätzen gerufen. Sie haben sich eine Aufwandsentschädigung redlich verdient.“ Allerdings sieht Laube auch den Aufwand für die Nachweisführung in den Löschgruppen. Denn nur aktive Kameraden kommen in den Genuss der Geldzahlung. Welche Rolle dabei die tatsächliche Teilnahme an Einsätzen, Ausbildungen und Qualifizierungen spielt, muss abgewartet werden.

Mit finanziellen Anerkennungen will das Land das Ehrenamt im Brandschutz stärken und attraktiver machen. Quelle: aireye

„An der Verwaltung soll die Auszahlung der Gelder nicht scheitern“, sagte Kloster Lehnins Bürgermeister Uwe Brückner der MAZ. So laufen Gespräche mit der Gemeindewehrführung über die jährliche Erfassung der aktiven Kameraden. „Die Kameraden sind ohnehin bekannt. Außerdem zahlen wir aus der Gemeinde jetzt schon Aufwandsentschädigungen an Funktionsträger der Feuerwehr.“ Ähnlich gelassen sehen die Verwaltungschefs der Ämter Beetzsee und Ziesar, Guido Müller und Norbert Bartels, eine mögliche Mehrarbeit für ihre Behörden. „Heikel wird es erst, wenn ein Löschgruppenführer bei einer Beurteilung in Entscheidungsnot über aktiv oder nicht aktiv gerät“, gibt Beetzsee-Amtsdirektor Müller zu bedenken. Auch halte er die vom Minister ins Spiel gebrachten 50 aktiven Dienstjahre für eher lebensfremd, so Müller.

Von Frank Bürstenbinder

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