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Werder (Havel) AfD feiert Wahlparty in Werder
Lokales Potsdam-Mittelmark Werder (Havel) AfD feiert Wahlparty in Werder
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13:41 01.09.2019
Das traditionsreiche Ausflugslokal Bismarckhöhe in Werder/Havel. Quelle: Bernd Gartenschläger
Werder

Die Alternative für Deutschland (AfD) will ihre Landtagswahlparty am Sonntagabend auf der Bismarckhöhe in Werder feiern. Das bestätigte der Pressesprecher des Brandenburger Landesverbandes der Partei, Detlev Frye, auf MAZ-Anfrage. „Es ist uns nicht gelungen, in der Landeshauptstadt eine entsprechende Lokalität zu finden“, sagt Frye, „die Wirte sind teilweise massiv bedroht worden, von der Antifa und linksextremistischen Kreisen nahestehenden Gruppen in Potsdam.“ Diese Informationen habe er in den Polizeiberichten der vergangenen Wochen gelesen, so Frye. Über angemeldete Demonstrationen auf der Bismarckhöhe habe er indes keine Informationen.

Keine Demonstrationen bei der Polizei angemeldet

Auch Heiko Schmidt, Sprecher der Polizeidirektion West, teilt mit: „Der Versammlungsbehörde liegen keine Versammlungsanmeldungen für den 1. September in Werder vor.“ Und weiter: „Die Polizei führt eine ständige Lagebeurteilung durch und plant ihre Einsätze auf dieser Grundlage der Lage angepasst. Einzelheiten zu diesen Planungen werden im Vorhinein grundsätzlich nicht veröffentlicht.“

Ob tatsächlich keine Kundgebung gegen die AfD am Wahlsonntag auf der Bismarckhöhe stattfinden wird, ist allerdings noch offen. Denn das Aktionsbündnis „Weltoffenes Werder“ teilt mit, dass es sich einer Demonstration anschließen wird. „Jemand aus Werder will eine Kundgebung organisieren“, sagt Simone Holzwarth, Sprecherin des Aktionsbündnisses, auf Nachfrage der MAZ.

„Weltoffenes Werder“ wundert sich, warum in ihrer Stadt die AfD feiern will

Derzeit läuft die Aktionswoche „Weltoffenes Werder“. Mit Workshops, Theaterstücken und Festen will das Bündnis mit den Werderanern gemeinsam Diskriminierung, Beleidigung und Hass entgegentreten. Am Sonnabend findet das Abschlussfestival der Aktionswoche statt. „Wir werden ganz schön müde sein, aber wir werden auf jeden Fall am Sonntag vor Ort sein“, kündigt Simone Holzwarth an.

Dass die AfD sich Werder für ihre Wahlparty ausgesucht hat, wundert sie. „Es ist erstaunlich, weil die Partei schon bei der Kommunalwahl keinen starken Zuspruch hier hatte. Aber es ist schon die zweite große Veranstaltung innerhalb kurzer Zeit.“ Mitte des Monats hatte die AfD zu einem Bürgerdialog ins Schützenhaus eingeladen. Auch zu diesem Anlass protestierten verschiedene Gruppen. Holzwarth sagt, sie habe auch mitbekommen, dass verschiedene Lokalitäten in Potsdam Druck von AfD-Gegnern erfahren haben. „Aber hier in Werder ist es andersherum“, sagt sie weiter, „ich hatte damals mit dem Betreiber des Schützenhauses gesprochen und gefragt, warum er der AfD seine Räume zur Verfügung stellt. Die Antwort war, dass er Drohungen von Rechten fürchte, wenn er die Veranstaltung ablehnt.“

„Ganz normale Dienstleistung“

Der Betreiber der Bismarckhöhe, der Berliner Rainer Wohlthat von „Wohlthat Entertainment“, teilte auf MAZ-Anfrage mit: „Die AfD ist letzten Endes eine demokratische Partei. Und sie die Räume nutzen zu lassen, ist für mich eine ganz normale Dienstleistung.“

Die Bismarckhöhe im Wandel der Zeit

Erstmals erwähnt wurde das ehemalige Hotel und Ausflugsrestaurant Bismarckhöhe Ende des 19. Jahrhunderts. Damals trug es noch den Namen „Galgenberg“, benannt nach dem ältesten Weinberg außerhalb der Insel Werder.

1896 wurde das Restaurant in Bismarckhöhe unbenannt. Auf der Bergkuppe wurde das Gebäude zwischen 1896 und 1914 kontinuierlich erweitert.

Bekannt in der ganzen Region ist das Gebäude bis heute vor allem für seinen Ballsaal. Seine Ausstattung erinnert an das Innere eines Schlosses.

Seit seiner Errichtung ist es Veranstaltungsort für Feste. Doch heute wird es nicht mehr als Hotel und Restaurant genutzt. Kulturelle Veranstaltungen, private Feiern, das Christian Morgenstern Literatur-Museum und das Baumblütenfest locken die Menschen auf die Bismarckhöhe.

Simone Holzwarth entgegnet: „Diese Einstellung kann man haben, aber es gibt doch Handlungsspielraum. So eine große Agentur ist sicher nicht darauf angewiesen, jedem seine Räume zu vermieten.“ Das Aktionsbündnis wolle die Wahlparty nicht unbeantwortet lassen. Gemeinsam mit anderen Akteuren aus der Stadt wollen sie „deutlich machen, dass wir nicht damit einverstanden sind, dass eine Partei, die so starke Kontakte in die rechte Szene pflegt, wie es die Brandenburger AfD tut, unwidersprochen ihren erwarteten Wahlsieg feiert“. Mit möglichst vielen Menschen wolle das Bündnis vor Ort sein und zeigen, dass Werder eine vielfältige und bunte Gesellschaft sei.

Von Annika Jensen

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