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Werder (Havel) Amazon baut Verteilzentrum
Lokales Potsdam-Mittelmark Werder (Havel) Amazon baut Verteilzentrum
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09:27 19.06.2019
Der Online-Händler Amazon will in Werder ein neues Verteilzentrum bauen. Voraussichtlich im Herbst soll es in Betrieb gehen. Quelle: Julian Stähle
Werder

Der Online-Händler Amazon wird in Werder/Havel (Potsdam-Mittelmark) ein neues Verteilzentrum eröffnen. Das Zentrum soll in dem privat geführten Gewerbegebiet „Magna Park“ bei Plötzin entstehen. Dort sollen nach Angaben des Unternehmens „in einem ersten Schritt“ etwa 110 Arbeitsplätze geschaffen werden. Das teilte das Unternehmen am Dienstag mit. 

Für die Auslieferung der Pakete an die Kunden im Großraum Potsdam werden nach Amazon-Informationen „mehr als 300 Fahrer“ zuständig sein, die bei Lieferpartnern angestellt sein sollen. Für einen Standort der geplanten Größe werde Amazon mit fünf bis acht Lieferpartnern zusammenarbeiten, heißt es aus der Deutschlandzentrale des US-amerikanischen Unternehmens. Es sei nicht ausgeschlossen, dass sich auch Klein- und mittelständische Betriebe aus der Region unter diesen Logistikpartnern befinden werden.

Mehr als 300 Fahrer von eigenständigen Logistikdiensten werden die Sendungen von Werder aus zu den Kunden im Großraum Potsdam bringen.

Die Bürgermeisterin der Stadt Werder, Manuela Saß (CDU), erwartet, dass „in mehreren Schritten direkt beziehungsweise indirekt 450 Arbeitsplätze bei Amazon und den Lieferpartnern entstehen werden“. Am Standort bei Plötzin selbst rechnet das Unternehmen mit bis zu 150 neuen Jobs. Die ersten Stellen für den neuen Standort in Werder seien bereits ausgeschrieben. Weitere Mitarbeiter werden noch gesucht. Die Region verfüge über engagierte Fachkräfte, die Amazon gern in sein Team aufnehmen würde, ist das Unternehmen überzeugt.

Direkt am Berliner Ring bekomme die Stadt Werder mit der Ansiedlung von Amazon eine weitere Ausprägung als moderner Logistik-Standort im Metropolenraum, erklärt Saß weiter. Die Stadt stehe für wirtschaftliche Dynamik in der deutschen Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg.

Schub für den Magna Park

„Wir versprechen uns von der Niederlassung des Online-Händlers einen Schub für die Vermarktung der verbliebenen freien Flächen im Magna-Park“, sagt auch Werders Erster Beigeordneter Christian Große (CDU). Der Park war nach der Wende das erste Gewerbegebiet im damaligen Landkreis Potsdam-Land und orientiert sich vorwiegend an der Ansiedlung von Logistikunternehmen.

Werders Erster Beigeordneter Christian Große erhofft sich von der Ansiedlung von Amazon einen Schub für die Vermarktung der noch freien Flächen im Magna-Park bei Plötzin Quelle: Luise Fröhlich

Die Zusammenarbeit mit den unabhängigen Transportdiensten steht im Mittelpunkt des Projekts der Unternehmenssparte „Amazon Logistics“. Das Konzept: In dem Verteilzentrum werden Pakete aus Amazons Sortierzentren angenommen. Private Lieferfirmen holen sie dann dort ab. Auf diese Weise will Amazon „zusätzliche Kapazitäten und Flexibilität auf die letzte Meile bringen“. So wolle man der wachsenden Kundennachfrage gerecht werden. Über die Höhe des Warenumschlags möchte Amazon noch nicht spekulieren. Es werde eine Anlaufphase geben, bevor die volle Leistungsfähigkeit erreicht werde, teilt das Unternehmen mit.

Die Anlage soll voraussichtlich bereits im Herbst dieses Jahres in Betrieb gehen. Die Bauleute haben in der vorigen Woche mit den Erdarbeiten begonnen. In der zweiten Phase soll ein weiteres und größeres Gebäude errichtet werden, in dem dann im folgenden Jahr die Versandarbeit aufgenommen werden soll. Die Hallen haben eine Nutzfläche von annähernd 4200 Quadratmetern.

Lukrative Verkehrsanbindung

Amazon ist bereits mit einem großen Logistikzentrum in Brieselang (Landkreis Havelland) im westlichen Berliner Umland vertreten. Dort sind mehr als 600 Menschen beschäftigt. In Schönefeld-Kiekebusch (Dahme-Spreewald) errichtet der Konzern ebenfalls eine große Niederlassung – sie befindet sich nahe am Schönefelder Autobahnkreuz. Auch für den Standort Werder habe vor allem die lukrative Anbindung an das überregionale Verkehrsnetz gesprochen, sagt Bernd Gschaider, Direktor von Amazon Logistics in Deutschland.

Von Ulrich Wangemann und Heinz Helwig

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