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Werder (Havel) Personalnot in der Ausländerbehörde hält an
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01:16 20.01.2019
Immer wieder gehen Flüchtlinge unverrichteter Dinge nach Hause, weil sie bei der Ausländerbehörde nicht rankamen. Quelle: Felix Kästle/dpa
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Werder

Die Ausländerbehörde des Kreises in Werder erlebt derzeit einen Ansturm, den sie kaum bewältigen kann. Viele Asylbewerber, die zwischen 2015 und 2016 nach Deutschland kamen, haben drei Jahre gültige Aufenthaltstitel erhalten, die jetzt verlängert werden müssen. Wegen Krankheit ist aber nur etwa die Hälfte der Mitarbeiter in Werder im Einsatz, wie Kreissprecher Kai-Uwe Schwinzert auf MAZ-Nachfrage bestätigte. Für die Geflüchteten bedeutet der hohe Krankenstand lange Wartezeiten, Frust und Angst vor der Abschiebung.

So ging es auch einem Syrer, der seit 2015 in Langerwisch lebt. Michael Holstein, Vorsitzender des Vereins für Geflüchtete „Beelitz hilft“, berichtete der MAZ, dass der Mann mehrmals ab 4 Uhr morgens vor der Behörde kampiert hat, um überhaupt einen Termin zu erhalten. „Die Situation soll unerträglich sein und das Wachpersonal vor der Eingangstür hat ihn unfreundlich abgewiesen“, schilderte Michael Holstein. Teilweise blieb der Syrer bis zum Ende der Sprechzeiten, in der Hoffnung, seinen Aufenthaltstitel verlängern zu können. Der gilt nur noch bis zum 8. Februar. „Die Geflüchteten haben natürlich Sorgen, dass es nicht rechtzeitig klappt“, erklärte Michael Holstein. Am Donnerstag folgte dann endlich die erlösende Nachricht: Wieder wartete der Syrer ab 4 Uhr vor der Behörde und „hatte Glück“, wie er es selbst beschrieb. Sein Aufenthaltstitel, an den auch eine Arbeitserlaubnis gekoppelt ist, besteht fort.

Neue Mitarbeiterin und Vertretung eingestellt

„Durchaus kommt es mitunter vor, dass Ausländer abgewiesen werden müssen“, sagte Kai-Uwe Schwinzert. Es passiere vor allem dann, wenn ein Gespräch mit einem Mitarbeiter an diesem Tag einfach nicht möglich ist. Aktuell seien von sieben Sachbearbeitern drei bis vier regelmäßig abwesend. Schon im vorigen Jahr sorgte Krankheit in der Behörde für Wartestress und Beschwerden (MAZ berichtete). Damals hieß es aus dem Landratsamt, dass zwei von elf Mitarbeitern schon längere Zeit ausfallen, was die Belastung auf die verbliebenen unweigerlich erhöhte. Jeder der sieben Sachbearbeiter für Aufenthaltsrecht betreute 1177 Personen.

Auf diese Notsituation folgten Gespräche innerhalb der Behörde und es gab Kritik aus den politischen Reihen. Der Kreisverband der Linken bemängelte lange Wartezeiten, Beratungen auf dem Flur und abgeschaltete Wartekartenautomaten. Inzwischen wurde laut Kreissprecher eine neue Mitarbeiterin im Bereich des Eingangsservices eingestellt. Zudem ersetze ein weiterer Kollege eine erfahrene Sachbearbeiterin, die seit August 2018 in Elternzeit weilt. „Aufgrund der fehlenden Erfahrung beziehungsweise der erforderlichen Einarbeitung hat sich die Personalsituation in diesem Bereich eher verschlechtert“, räumt Kai-Uwe Schwinzert ein. Im Stellenplan für dieses Jahr sei aber eine zusätzliche Stelle für die Ausländerbehörde vorgesehen, deren Besetzung gerade vorbereitet wird.

Demo am Übergangswohnheim in Brück

Probleme hatte es unlängst auch im Asylbewerberheim in Brück gegeben. Etwa 15 Bewohner blockierten dort die Hofzufahrt zum Gelände und forderten damit unter anderem einen schnelleren Übergang in eigene Wohnungen. „Die betreffenden Asylbewerber versuchten, mit ihrer Demonstration massiv, persönliche Einzelangelegenheiten zur Sprache zu bringen“, hatte Kreissprecherin Andrea Metzler erklärt. Die Demonstranten hatten dem zuständigen Mitarbeiter den Zugang zum Gelände an der Paul-Ruoff-Straße versperrt und das Hoftor des einstigen Werkgeländes mit einem Schloss verriegelt. Die Polizei musste die Demo schließlich auflösen. Etwa 200 Bewohner leben derzeit im Brücker Übergangswohnheim.

Insgesamt rund 1330 Asylbewerber im Kreis

Bis Anfang Februar soll der Landkreis Potsdam-Mittelmark etwa 200 neue Flüchtlinge aufnehmen. Das wurde Ende November 2018 bekannt.

Die 144 Plätze, die durch den Umzug der Menschen von Brück nach Werder freigeworden sind, werden in Brück nun direkt wieder besetzt.

Aktuell leben im Landkreis etwa 1330 Asylbewerber in neun Unterkünften oder in Wohnungen. Die Heime liegen in Teltow, Stahnsdorf, Bad Belzig, Brück, Kuhlowitz, Werder und Neuseddin. Zudem gibt es 241 Wohnungen, die von Asylbewerbern im Landkreis genutzt werden.

Von Luise Fröhlich

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