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Werder (Havel) Hier lässt es sich in Werder am besten baden
Lokales Potsdam-Mittelmark Werder (Havel) Hier lässt es sich in Werder am besten baden
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11:07 26.06.2019
Im Strandbad Glindow gibt es nicht nur eine Liegewiese, sondern auch einen breiten Strandabschnitt mit echtem Ostseesand. Quelle: Foto: Gabriele Spiller
Werder

Neben unbewachten Badestellen kann Werder auch mit zwei echten Strandbädern aufwarten. Der günstige Eintrittspreis ist dabei Programm. Trendy oder traditionell? Das ist die Frage, wenn man sich in Werder in die Fluten stürzen will. Zur Wahl stehen das Strandbad Werder am Plessower See oder das Strandbad Glindow.

Schwimmbadchef Mario Müller in Werder. Quelle: Gabriele Spiller

Mit dem Strandbad Werder steht eine Institution zur Wahl, die bereits 1935 auf Wunsch der Bürger eingerichtet wurde. „Das haben wir im Archiv erforscht“, erzählt Betreiber Mario Müller, „die Wasserqualität an der Insel wurde damals als zu schlecht bemängelt, sodass man die bereits bekannte Badestelle am Großen Plessower See zum Strandbad erhob.“

Der Ort entwickelte sich zu einem ausgesprochenen Familienbad für alle Generationen. „Dadurch ist es für alle relaxt“, beschreibt Müller die Atmosphäre. Die Gäste würden sich untereinander respektieren und helfen – wenn es zum Beispiel gilt, mit einem Kinderwagen die 72 Stufen vom Parkplatz bis hinunter an den See zu überwinden. „Und sonst packen wir mit an.“

Auch der Ortsteil Kemnitz hat seinen lauschigen Platz für entspanntes Baden am Plessower See.

Rund 300 Meter hinter dem Ortseingang befindet sich, von Werder kommend, links ein Waldweg, der zur öffentlichen Badestelle führt.

Der Grund ist beim Einstieg sanft abfallend, später wird es aber so tief, dass die Badegäste sogar tauchen können. Hinter den Schilfgürteln geht es ab 2,5 Meter Wassertiefe recht steil abwärts bis auf 15 Meter Tiefe.

Anfahrt: Bis zur Bushaltestelle Kemnitz Dorf (Linien 630, 632, 635) und von dort sind es rund 300 Meter bis Seestraße/Waldstraße. Auch mit dem Auto erreichbar.

Der See ist nach wie vor sehr klar, aber bedingt durch den letzten Hitzesommer und den trockenen Winter hat er relativ wenig Wasser. Dies hält die Besucher aber nicht davon ab, die neuen Paddleboards auszuprobieren, die Müller und seine Mitarbeiter zur Ausleihe ins Sortiment genommen haben.

Zwei Strandbäder und vier Badestellen hat Werder. Wir geben einen kleinen Eindruck davon.

Ebenso sind Sonnenliegen und -schirme im Programm. Auf Sand darf Volleyball und Badminton gespielt werden; insgesamt hat das Strandbad eine rustikale, gemütliche und persönlich geführte Anmutung. Das Feierabend-Angebot, ab 18 Uhr nur ein Euro Eintritt, ist auf die vielen Werderaner Stammgäste gemünzt. Mario Müller trifft aber auch auf andere Urlauber, aus den Niederlanden oder sogar den USA, die gezielt zu ihm kämen.

Eine Institution in Werder

Sie machen dann Bekanntschaft mit dem typischen kulinarischen Imbiss der Region: Pommes, Bratwurst und Boulette, aber ebenso Chicken Nuggets oder frischer Salat. Bei den Getränken ist alles erlaubt, auch Bier oder Prosecco. Ein Rettungsschwimmer ist immer vor Ort. Allerdings muss Mario Müller manchmal auf den eingegrenzten Bereich für Schwimmer und für Nichtschwimmer hinweisen, den nicht jeder akzeptieren will. „Dahinter beginnt eine Abbruchkante und es fällt steil ab, deshalb kann man nicht auf den See hinausschwimmen, es wäre zu gefährlich.“

Diese Badestelle liegt an der Havel, kurz bevor sie in den Kleinen Zernsee übergeht.

Der Zugang ist ganz leicht zu finden: Vom Dorfplatz Alt Töplitz kommend läuft man links die Straße An der Havel bis zum Wegweiser und biegt schließlich rechts ab. Der befestigte Weg führt flach bis ans Wasser, es sind nur rund 500 Meter zu überbrücken.

An der Badestelle, die sehr aufgeräumt und übersichtlich auf den Besucher wirkt, bieten einige Bäume etwas Schatten.

Die große Liegewiese wird in den kommenden Tagen, für die in ganz Brandenburg außergewöhnliche hohe Hitzegrade versprochen sind, ganz sicher ordentlich bevölkert sein. Außer einigen Bänken gibt es allerdings keine weiteren „Annehmlichkeiten“.

Eine Bojemarkiert den relativ flachen Bereich, in dem man sich bewegen darf, denn es herrscht Bootsverkehr im Fluss.

Anfahrt: Bushaltestelle Alt Töplitz der Linie 634, der Fußweg dauert circa sechs Minuten. Parken im Ort.

Die verkehrstechnischen Einschränkungen, die Sperrung in Geltow, meint er schon zu spüren: Während am Wochenende einiges los war – zu Spitzenzeiten kommen bis zu 400 Gäste – waren am Montag trotz Hitze und Sommerferien gerade mal 50 Besucher am Strand. Grundsätzlich ist er aber mit dem frühen Ferienbeginn zufrieden und auch den prognostizierten heißen Tagen sieht er gelassen entgegen.

Glindow: Zweites Jahr mit Ostseestrand

Das Strandbad am Glindower See hat den pinken Flamingo zu seinem Wahrzeichen gewählt und möchte mit einer schicken Bar und Lounge-Ecken punkten. Seit vergangenem Sommer hat die neue Pächterin den Betrieb aufgemöbelt, im wahrsten Sinne des Wortes. Katrin Kratzenberg setzt auf eine gehobenere Klientel, wie sie betont.

Strandbad Glindow: nur echt mit Flamingo. Quelle: Gabriele Spiller

„Das Strandbad verdiente es, schön zurecht gemacht zu werden“, sagt sie, ein Hauch von Exklusivität ist ihr recht: „Wir wollen nicht von jedem gefunden werden.“ Das Bad ist etwas versteckt gelegen – man muss schon fast aus Glindow in Richtung Klaistow herausfahren, im Kreisverkehr in die Alpenstraße abbiegen und dann die Erschließungsstraße zum Campingplatz finden. Angekommen ist auf jeden Fall der Gas-trobereich ohne Eintritt zugänglich. Auf der Menükarte stehen neben Cocktails auch gegrillte Steaks und Burger.

Wer es beschaulichermöchte und sich mit Wasser, Wiese und Dixie-Klo begnügt, ist mit der Badestelle in Phöben gut beraten.

Selbst am ersten Sonntag in den Sommerferien war auf der Liegewiese an der Havel noch viel Platz frei und die Stimmung entspannt. Die Gäste waren bunt gemischt, die Familie mit kleinen Kindern war hier ebenso vertreten wie das junge Pärchen oder die kleine Seniorengruppe.

Der Weg ins Wasser der Havel ist flach und auch für Kinder gut geeignet. Einen Bademeister gibt es hier allerdings nicht, das Baden erfolgt auf eigene Gefahr. Auch einen Kiosk oder ein Restaurant gibt es in unmittelbarer Nähe nicht, ein paar hundert Meter entfernt kann man allerdings im Phöbener Fischergarten einkehren. Tiere sind an der Badestelle nicht gestattet.

Erreichbar ist die Badestelle mit dem Auto, es gibt Parkmöglichkeiten in direkter Nähe. Mit dem Fahrrad braucht man vom Bahnhof in Werder etwa 20 Minuten. Da wegen Bauarbeiten aktuell die Straße zwischen Werder und Phöben gesperrt ist, ist die Anreise etwas umständlicher.

Zum Upgrade dieser Badestelle gehört der Original-Ostseesand, den die Betreiberin hierher transportieren ließ und einen breiten Strandstreifen schuf, wo vorher nur die typische Gras-Sand-Kante war. Ein extra Hundestrand ist entstanden, ein Kinderspielplatz, ein Beach-Volleyballfeld. Man kann Darts spielen und Kanus mieten – oder wiederum das Accessoire der Saison, ein Stand-up-Paddleboard. Wer sich anmeldet, darf mit seinem Boot am Privatsteg anlegen und die Services des Strandbads in Anspruch nehmen, inklusive Catering. Die Nichtschwimmerzone ist markiert und Schwimmer finden einen eigenen Sprungsteg.

Wasserqualität ist einwandfrei

Insgesamt umfasst das Areal rund 4500 Quadratmeter, die vor allem auf die weitläufige Liegewiese entfallen. Bis zu 250 Besucher werden an Wochenenden erwartet, der Platz ist großzügig bemessen. Durch den angrenzenden Campingplatz nutzen auch Urlauber und Dauercamper das Bad.

Während es selbstverständlich WC- und Umkleidekabinen gibt, stehen keine Duschen zur Verfügung; der Glindower See sei sauber genug. „Wir waren nicht gesperrt im vergangenen Sommer und hatten keine Probleme mit Schlick“, sagt Katrin Kratzenberg. Die Wasserqualität ist wie an allen Badeplätzen rund um Werder mikrobiologisch nicht zu beanstanden. Die Saison dauert im Land Brandenburg offiziell noch bis 15. September.

Strandbad Werder: Ein 300 Meter langer Waldweg führt von Am Plessower See 56 zum Strandbad. 24 Gratis-Parkplätze und Fahrradständer. Die Buslinie 631 hält Margaretenstraße, von dort sind es 15 Minuten zu Fuß. Geöffnet: täglich 9 bis 20 Uhr. Eintritt: 3 Euro, ab 18 Uhr 1 Euro, bis 18 Jahre 1,50 Euro. Tel. 03327/4 21 11.

Strandbad Glindow: Ab Glindow Kirche (Bus 633/641) führt ein Spazierweg über das Jahnufer am Wasser entlang (zehn Minuten). Es gibt 20 Gratis-Parkplätze sowie Radständer.

Geöffnet: täglich 9 bis 21 Uhr.

Eintritt: 5 Euro, ab 16 Uhr 2,50 Euro, bis 14 Jahre 1,50 Euro.Tel. 03327/5 47 37 85.

Die naturbelassene Badestelle am Großen Plessower See wird von Anwohnern, unter ihnen auch etliche Anhänger des Nacktbadens, gern genutzt. Sie liegt direkt am Wanderweg entlang des Sees, der „Einstieg“ erfolgt jedoch über die Sentastraße.

Am Endeder asphaltierten Quartierstraße leiten einige Treppenstufen in Richtung Wasser. Der Weg ist gar nicht zu verfehlen. Man kann in aller Ruhe vor dem Eintauchen ins Nass sein Fahrrad festmachen, falls man aus Werder oder Potsdam vorbeikommt oder beim Radwandern pausiert.

Für eine Erfrischung zwischendurch ist diese Badestelle genau richtig. Sind die Räder erst einmal gesichert, sind es rechter Hand nur noch rund 350 Meter bis zur Liegewiese.

Der Zugangist wie an allen Badestellen flach und damit für Kinder geeignet. Die Infrastruktur fällt spartanisch aus: eine Sitzbank ist vorhanden, ein Papierkorb am Weg sowie ein Dixi-Klo.

Anfahrt:Bushaltestellen Hans-Sachs-Straße oder Kesselgrundstraße mit mehreren Buslinien, dann circa zehn Minuten zu Fuß. Keine Parkplätze.

Von Gabriele Spiller

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