Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Werder (Havel) Bauunternehmer führt über Baustelle der Havel-Therme
Lokales Potsdam-Mittelmark Werder (Havel) Bauunternehmer führt über Baustelle der Havel-Therme
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:56 30.10.2019
Andreas Schauer zeigt seinen Gästen eine der drei Pollbars. Quelle: fotos: Annika Jensen
Werder

Viel frisch getrockneter Beton, kahle Säulen und Kabel, die von der Decke hängen: Die Baustelle der Havel-Therme verlangt ihrem Besucher viel Vorstellungsvermögen ab, um sie als vielfältige Saunen- und Bäderlanschaft zu sehen.

Am Mittwoch waren die Stadtverordneten Werders und die sachkundigen Einwohner des Badausschusses dazu aufgefordert. Der Bauunternehmer des Millionen-Projektes Andreas Schauer hatte sie eingeladen, sich ein Bild vom Fortschritt der Bauarbeiten zu machen.

Der Familienbereich der Havel-Therme Quelle: Annika Jensen

Und die liegen im Zeitplan. Demnach arbeiten derzeit noch recht wenige Handwerker auf der Großbaustelle. Das wird ab Januar allerdings anders aussehen. Und im Sommer werden schließlich zwischen 60 und 80 Arbeiter gleichzeitig werkeln. Denn: „Fast alle Gewerke sind inzwischen vergeben“, sagte Andreas Schauer und erklärte seinen Gästen, wann welches Gewerk auf der Baustelle zu tun haben wird. Im kommenden Jahr kommen die meisten, etwa der Innenputz, die Fliesenarbeiten, der Saunenbau, die Heizung- und Sanitär-Anlagen und die Elektronik, die fast bis zum Ende, April 2021, verlegt werden wird. Vor wenigen Wochen begeisterte Andreas Schauer die Stadtverordneten und Verwaltung mit der Neuigkeit, dass er die meisten Gewerke an regionale Unternehmen vergeben konnte.

500 Quadratmeter zusätzlicher Platz für Technik

Schauer führte seine Besucher in die verschiedenen Bereiche des Gebäudes. Er startete vor dem Komplex, auf dem späteren Parkplatz, wo nach seinen Angaben 300 Stellplätze entstehen sollen. Der Eingangsbereich soll Drehkreuze und an den Wänden links und rechts jeweils einen holzbefeuerten Ofen beherbergen. Auch das Herz der Havel-Therme konnten sich die Stadtverordneten ansehen: Der Bereich, in dem die Bädertechnik untergebracht ist. „Wir haben 500 Quadratmeter Technikfläche angebaut“, sagte Andreas Schauer. „Die vorherige Fläche hätte nicht gereicht.“ Gewaltige Rohre, unzählige Pumpen und viele Filter werden in einem Jahr die vielen Becken ein Stockwerk höher mit sauberem und warmem Wasser versorgen.

Den Familienbereich hat Schauer gänzlich angebaut. Dort soll neben drei Rutschen ein Wildbach entstehen, der die Besucher mit Geschwindigkeit von einem Ende ans andere befördert. Und wie es sich für einen Bach gehört, freilich um zahlreiche Kurven. Zwei Millionen Liter Wasser pro Stunde schießt dafür durch den Wildbach. Über dem Vielzweckbecken, in dem unter anderem Kinder ihren ersten Schwimmunterricht bekommen werden, wird ein Glasdach eingebaut. Das wird 80 Quadratmeter groß sein und in seiner vollen Fläche gen Westen geöffnet werden können.

Im April 2021 soll die Havel-Therme eröffnet werden. Quelle: Annika Jensen

Dann traten Andreas Schauer und die Stadtverordneten hinaus in den Außenbereich. Dort sollen Liegen aufgestellt und mehrere Saunen gebaut werden. Unter anderem wird eine Event-Sauna errichtet. Sie bietet bis zu 100 Gästen gleichzeitig Platz und eignet sich für’s Feiern in der Sauna. Außerdem geht von jenem Außenbereich die Steganlage in die Havel ab.

Auch eine der zukünftigen drei Poolbars zeigte Schauer seinen Gästen: Er stieg in das Becken der Poolbar, dessen Treppen noch mit provisorischen Holzgeländern eingefasst sind, und demonstrierte den Männern und Frauen, wo die Thermen-Gäste stehen werden, wenn sie ein Getränk bestellen.

Havel-Therme als Magnet in der Region

Neben dem Sport-und Familienbad, den zwei Großrutschen, dem Wildbach und den drei Kinderbecken wird es den Thermenbereich geben. Dort werden Sanftsolebecken untergebracht sein, Dampfbäder, Liegebereiche und ein Restaurant mit 120 Sitzplätzen. Die Havel-Therme soll mit diesem breiten Angebot an Wellness und Sportmöglichkeiten sowie der guten Anbindung an Berlin ein Magnet für Menschen aus der ganzen Region werden. Zu den Eintrittspreisen konnte Andreas Schauer indes noch keine Angaben machen.

Direkt im Anschluss an die Besichtigung für die Stadtverordneten tagte im Schützenhaus der Badausschuss. Esther Hartwich (SPD) ist Mitglied und im Mai erstmals in die Stadtverordnetenversammlung gewählt worden. „Es ist ein schönes Angebot, dass man sich ein Bild vor Ort machen kann. Die Havel-Therme quasi zum Anfassen“, sagte sie. „Das ersetzt aber natürlich nicht die vertiefte Auseinandersetzung mit dem Thema im Badausschuss.“ Zudem freue sie sich über die Gelegenheit, Andreas Schauer persönlich kennenzulernen.

Auch die Bürger bekommen die Gelegenheit, sich die Baustelle der Havel-Therme anzusehen. Schauer kündigte an, im Mai oder Juni einen „Tag der offenen Baustelle“ zu veranstalten.

Von Annika Jensen

Stadtverwaltung, Akteure und Betroffene der kommenden Feier haben sich Gedanken darüber gemacht, wie die „Baumblüte in Höfen und Gärten“ aussehen soll. Das Fest für die Zukunft ist damit nicht gemeint. Dafür ist nach wie vor ein Bürgerbeteiligungsverfahren geplant.

29.10.2019

Der Prozess um den Todesschützen von Werder steht kurz vor dem Ende: Verteidigung und Staatsanwaltschaft haben ihr Plädoyers verlesen. Nun muss das Gericht entscheiden: War es Mord oder Totschlag?

29.10.2019

Der Mann, der im Februar 2019 in Werder einen Nachbarn mit zwei Schüssen aus der Schrotflinte getötet hat, ist wegen Mordes angeklagt. Der Staatsanwalt sieht diesen Vorwurf als bewiesen an – der Verteidiger hingegen hält an einer anderen Version fest.

28.10.2019