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Werder (Havel) Werder will Brauchwasserwerk modernisieren
Lokales Potsdam-Mittelmark Werder (Havel) Werder will Brauchwasserwerk modernisieren
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08:25 23.12.2019
Das Brauchwasserwerk in Glindow soll in nächster Zeit umfassend modernisiert werden. Dazu verhandelt die Stadt Werder mit dem Land über eine Förderung. Quelle: Elvira Minack
Glindow

Für die dringend notwendige Sanierung und künftige Betriebsführung des Brauchwasserwerkes in Glindow will die Stadtverwaltung Werder den Stadtverordneten bis zum Frühjahr 2020 ein Konzept vorlegen. Derzeit führt sie Gespräche mit dem brandenburgischen Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz über die erforderlichen Voraussetzungen für eine finanzielle Förderung vom Land für die technische und bauliche Sanierung des Brauchwasserwerkes und des Brauchwassernetzes.

Stadt will Werk selbst betreiben

Darüber hinaus müsse geklärt werden, wie das Werk perspektivisch wirtschaftlich betrieben und der Betrieb gegebenenfalls ebenso gefördert werden könnte, sagt Werders Erster Beigeordneter und Vizebürgermeister Christian Große (CDU). Die Landtagswahlen im Herbst hätten diese Gespräche etwas hinausgezögert.

Etwa vor einem Jahr hatte die Stadtverwaltung verkündet, sie wolle das Brauchwasserwerk in Glindow selbst betreiben. Die vormaligen Beschlüsse zur Gründung einer Brauchwasser GmbH seien vom Tisch. Ein Eigenbetrieb, so hieß es damals, hätte größere Chancen, Fördermittel zu erhalten. Fördermittel seien auch dringend nötig, um das in die Jahre gekommene Werk grundlegend zu sanieren.

Brauchwasser für Obstbauern lebenswichtig

Im Beschluss, den die Werderaner Stadtverordneten vor einem Jahr mit nur einer Gegenstimme fassten, beauftragten sie die Bürgermeisterin Manuela Saß (CDU), bis zum 30. Juni dieses Jahres ein Sanierungskonzept für das Werk vorzulegen.

Was ist geworden aus diesem Auftrag? Was wird getan für den Erhalt der langen Geschichte des Brauchwassers, das für die Bewässerung der Obstplantagen auf der Glindower Platte und dem Kammeroder Obstplan lebenswichtig ist?

Brunnen sind keine Alternative

Glindows Ortsvorsteher Sigmar Wilhelm (Freie Bürger), ein engagierter Verfechter für die Sanierung des Werkes, schüttelt den Kopf. Er kenne kein Konzept. Doch jährlich würden etwa 700 000 Kubikmeter Wasser gebraucht für die Großabnehmer, zu denen der Werderaner Tannenhof, die Havelfrucht GmbH und mehrere große Obstbauern gehören, und für die privaten Abnehmer. Brunnen, erklärt er, seien keine Alternative, denn die Gegend sei vom Brandenburger Umweltministerium als Trinkwasserschutzzone ausgewiesen.

Die Havelfrucht GmbH in Werder gehört zu den Großabnehmern des Brauchwassers aus der Glindower Pumpstation. Quelle: Elvira Minack

Wilhelm ist froh, dass der jetzige Betreiber, die TW Biogas Betreuungs GmbH aus Damsdorf, auch für 2020 die Betriebsführung des Werkes übernommen habe. Aber aus seiner Sicht seien langfristige Sicherheiten erforderlich. Er wisse, dass sowohl die Pumpstation, als auch das 300 Kilometer umfassende Netz ständiger Wartung und Reparatur bedarf.

Technik wird regelmäßig gewartet

Das kann Timo Wessels, Geschäftsführer der mit der Betriebsführung betrauten Gesellschaft, aus eigener Erfahrung nur unterstreichen. „Wir lassen die Pumpen regelmäßig in einem Fachbetrieb warten und haben eine neue Steuerung eingebaut. Technisch ist das Werk auf einem Stand, dass wir es im nächsten Jahr weiter betreiben können.“ Das könne noch Jahre so weiter gehen, sei aber letztlich teurer als eine grundsätzliche Sanierung. Wessels hat das Pumpwerk in seinem eigenen Unternehmen in Kloster Lehnin saniert und auf den aktuellen Stand der Technik gebracht. Dass es automatisch gesteuert wird, spare hohe Lohnkosten.

Pumpstation könnte rentabler arbeiten

Gegenwärtig arbeiten in Glindow zwei Mitarbeiter in Vollzeit. In absehbarer Zeit werden sie Rentner. Es würde also niemand arbeitslos, wenn die Steuerung automatisiert und gleichzeitig ein großer Preistreiber beseitigt würden. Wessels ist überzeugt: „Wir könnten das Werk preisgünstiger betreiben und wären sofort rentabel.“

Marode und sanierungsbedürftig

Seit 1936 werden vom Pumpwerk in Glindow die Werderaner Obstplantagen mit Wasser versorgt – das Werk fördert Wasser aus dem Glindower See.

Das Werk wurde seit seiner Erbauung nicht grundlegend saniert – es gilt daher als marode und dringend sanierungsbedürftig.

Zum Investitionsbedarf für Werk und Leitungsnetz gibt es unterschiedliche Aussagen. Die Summe beginnt bei 1,8 Millionen Euro.

Das Leitungsnetz war einst für 3500 Hektar ausgelegt. Heute bewässern die Obstbauern nur noch 60 Hektar.

Nach der Wende wurde das Werk vom Brauchwasserverein Glindow betrieben. Seit 2008 ist das Werk im Besitz der Stadt Werder. Betrieben wurde es in deren Auftrag bis zum Jahr 2014 vom Wasser- und Abwasserzweckverband (WAZV).

Der Versuch, eine private Gesellschaft zu gründen, ist gescheitert.

Wäre das Herzstück der Anlage erst einmal saniert, stünden umfassende Arbeiten im Netz an. „Zehn bis zwanzig Rohrbrüche beseitigen wir im Jahr“, berichtet Wessels. Der Geschäftsführer bricht eine Lanze für das Brauchwasserwerk. „Die Erbauer der Anlage haben sich damals in den 1930-er Jahren etwas dabei gedacht. Wir sparen Trinkwasser in großen Mengen und sorgen für eine Grundwassermehrung. Das ist aus Umweltgesichtspunkten enorm wichtig.“

Keine Reaktion auf Sanierungsangebot

Weil ihm das Thema wirklich sehr am Herzen liegt, ist Timo Wessels inzwischen selbst aktiv geworden, hat Angebote eingeholt für eine Sanierung und Modernisierung des Brauchwasserwerkes und sie den Verantwortlichen der Stadt unterbreitet. Eine Antwort hat er bislang nicht erhalten.

Von Elvira Minack

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