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Werder (Havel) Stadt Werder soll Kulturpalast Scala kaufen
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01:15 25.02.2019
Filme, Gastronomie und Veranstaltungen: Das „Scala“ in der Eisenbahnstraße ist ein Ort der kulturellen Begegnung. Quelle: foto: Luise Fröhlich
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Werder

Werders Kulturpalast „Scala“ soll erhalten bleiben: Bürgermeisterin Manuela Saß (CDU) soll Kaufverhandlungen zum Scala mit dem Eigentümer Knuth Steenwarth und dem Pächter Gösta Oelstrom in der Eisenbahnstraße 182 aufnehmen. Das fordert die CDU in einem Antrag, den die Fraktion am Donnerstag, dem 21. März, zur Stadtverordnetenversammlung im Schützenhaus einbringen will.

„So eine Einrichtung wie das Kino sollte erhalten bleiben“, sagte CDU-Fraktionsvorsitzender Hermann Bobka gegenüber der MAZ. Betreiber Gösta Oelstrom erachtet diese Lösung als sinnvollste: „Ich versuche seit Jahren, die Stadt dazu zu bringen. Es ist ein Kulturdenkmal der Stadt, jeder hat seine Erinnerungen daran“, sagt der 56-Jährige. „Insofern freue ich mich jetzt darüber.“ Im März sei es noch „kategorisch abgelehnt“ worden.

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Der Betreiber des „Scala“ in Werder Gösta Oelstrom. Foto: Claudia Krause

Erst im Oktober letztes Jahr hatte Gösta Oelstrom seine Absichten erklärt, das Kino zu kaufen. Via Facebook startete er damals einen Spenden Aufruf für 36 000 Euro, um zumindest einen Bruchteil der Kosten einzufahren. „Das war eigentlich nur eine Notidee, um den Fortbestand zu sichern, weil wir viel aus unseren Mitteln und unserer Arbeit reinstecken“, erklärte Oelstrom. Letztlich hatte er auch probiert, über den Ende 2018 aktiv gewordenen Verein „Freundeskreis Scala Kulturpalast“ Fördermittel zu bekommen.  

Verein Kauf nicht finanzieren

„Es geht schleppend voran – der Verein kann das Geld nicht alleine aufbringen“, sagte Hermann Bobka. Er hob noch einmal die kulturelle Bereicherung des Kinos für die Blütenstadt hervor. Erste Vorabgespräche mit dem Scala hätten bereits stattgefunden und seien positiv verlaufen. „Die Vorarbeiten sind gemacht. Jetzt muss die Bürgermeister beauftragt werden“, erklärt Hermann Bobka. Der Antrag sei noch frisch und erst am Montag in der Fraktion diskutiert worden. Über die Kosten und Zeitpläne könne man allerdings noch nichts Konkretes sagen.

Geld müsste dringend in die Hand genommen werden, um das Haus weiter zu bespielen. „Es ist viel im Haus, aber auch außen zu tun“, sagt Gösta Oelstrom. Priorität hätte das Dach, durch welches es bei Starkregen an zwei Stellen ins GEbäude hineinregnete. Immer wieder wurde es notdürftig geflickt, um Schlimmeres zu vermeiden. Auch die Treppe im Eingangsbereich müsse einmal richtig sicher gemacht werden. Darüber hinaus wäre auch eine bessere Dämmung sinnvoll.

Haus mit Tradition

Das Gebäude des Scala-Kinos wurde 1940 gebaut und wurde unter dem Namen „Fontane-Lichtspiele“ bis zur Schließung 2000 geführt. Das denkmalgeschützte Gebäude beherbergt einen Saal mit 200 Plätzen, eine Bühne sowie sechs Logen.

Der Berliner Investor Knuth Steenwerth hatte das Stadtkino mit Arkade und Freitreppe im Frühjahr 2003 ersteigert und 2014 saniert. Ein Jahr später hat Gösta Oelstrom im November als neuer Pächter das „Scala Kulturpalast“ mit Mediencafé im Foyer und Fontane Saal eröffnet. Das neue Konzept aus Kino, Gastronomie und Veranstaltungsort bewährte sich. Im Januar diesen Jahres verzeichnete das Kino laut Angaben des Betreibers mit 1500 Besuchern pro Monat einen Rekord. „Das zeigt uns auch, dass es in die richtige Richtung geht“, so Oelstrom.

Jährlich stellt er ein umfangreiches Programm auf und bietet neben dem Kino auch Kabarett oder Satire Abende an. Zudem findet auch wie berichtet das dreitägige Jazzfestival „Werder klingt“ Mitte März in dem Haus statt.

Von Anne Knappe

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