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Werder (Havel) Schluss mit den Exzessen: Baumblütenfest soll neu aufgestellt werden
Lokales Potsdam-Mittelmark Werder (Havel) Schluss mit den Exzessen: Baumblütenfest soll neu aufgestellt werden
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12:03 13.08.2019
Der Ursprung und Inhalt des Baumblütenfestes ist verloren gegangen, sagt Werders CDU. Sie fordert eine Rückkehr zu den Traditionen. Quelle: Vavara Smirnova
Werder

Eine Neuausrichtung des Blütenfestes fordert die CDU in der Stadt. Dabei sollen die Werderaner aktiv am neuen Konzept mitarbeiten. Bereits im laufenden Vergabeverfahren soll die Stadtverwaltung die Weichen dafür stellen, dass das Fest seinen ursprünglichen Charakter zurückerhält. „Die stärkere Ausrichtung als Familienfest greift bislang nicht ausreichend. Familien fürchten sich zu bestimmter Zeit vor aggressiven Festteilnehmern, die vielfach schon stark berauscht aus dem Zug aussteigen“, sagt dazu CDU-Stadtverordneter Peter Kreilinger.

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Die Baumblütenfeste seien eine wichtige Tradition für die Stadt und ihre Einwohner. Doch bei künftigen Entscheidungen zu den nächsten Veranstaltungen müssten sowohl die Wünsche der Gäste nach einem erlebnisreichen Event als auch die Auswirkungen für die Anwohner stärker berücksichtigt werden.

Szenen beim letzten Baumblütenfest Ende April. Quelle: Varvara Smirnova

Das jüngste Fest in diesem Jahr habe besonders auf der Insel die Belastbarkeit der Anwohner überstrapaziert. Verschärfte Sicherheitsmaßnahmen hätten zu verstärkten Einschränkungen für die Bewohner geführt. Einzelne Festteilnehmer hätten sich infolge von Drogenmissbrauch abstoßend und schädlich verhalten, so Kreilinger. Mit mobilen Soundanlagen im Rucksack und mitgebrachten alkoholhaltigen Süßgetränken zogen sich Gäste in Bereiche zurück, die nicht zum Festgelände gehörten.

„Darum brauchen wir ein neues Konzept ohne Denkverbote, das mit den Bürgern erarbeitet und auch von ihnen entschieden werden soll“, sagt Kreilinger. Dabei sei auch vorstellbar, dass sich der Festbetrieb künftig auf die Gärten und Obstplantagen außerhalb der Stadt konzentriert, ergänzt CDU-Fraktionschef Hermann Bobka. Dazu könnte die Stadt einen Shuttleverkehr zwischen dem Zentrum und den Gärten und Plantagen organisieren. Weil die Werderaner unmittelbar vom Festtrubel betroffen seien, könne nur direkt mit ihnen über die Zukunft des Baumblütenfestes entschieden werden.

Einigkeit unter den Parteien

Darin sind sich auch die anderen Fraktionen in der Stadtverordnetenversammlung einig. Das Blütenfest sollte stärker in den Obstplantagen und Höfen rund um Werder ausgerichtet werden, deren Zulauf in den vergangenen Jahren gestiegen ist, sagt beispielsweise Markus Altmann, Fraktionschef der Bündnisgrünen. Findet sich kein Veranstalter mit einem Konzept im Sinne der Bürger, sollte die Stadt auf das zentrale Festgelände verzichten, schlagen die Bündnisgrünen vor.

Das Blütenfest gehört zu Werder, stellt auch SPD-Fraktionschefin Anja Spiegel fest. Doch es sei nicht einfach, die unterschiedlichen Interessen von Besuchern, Anwohnern und Obstbauern unter einen Hut zu bringen. Was alle zusammen allerdings nicht brauchen, seien Gäste, die nur auf Ärger aus seien. „Wie wir das verhindern können, darüber wird mit allen zu beraten sein“, so Spiegel.

Partymeile soll kleiner werden

Die „Partymeile“ sollte verkleinert werden und die Stadt vor allem im Jugendschutz stärker investieren, meint die Fraktion Stadtmitgestalter/Ingo Krüger. Der Alkoholausschank müsse intensiver kontrolliert und müssten Verstöße härter geahndet werden. „Wenn die Gärten und Höfe stärker beworben werden, wandelt sich das Image des Festes“, ist die Vize-Fraktionsvorsitzende Anika Lorentz überzeugt.

Fraktionsvorsitzender Marlon Deter von der AfD in Werder will jetzt noch nicht spekulieren, sondern erst die Informationen der Stadtspitze abwarten. Als Werderaner sei er natürlich für ein Fortbestand des Festes.

Die Stadtverwaltung will sich nicht näher zum CDU-Antrag äußern und verweist auf das noch laufende Vergabeverfahren. „Es gibt aber keine Denkverbote“, sagt der 1. Beigeordnete Christian Große (CDU). Sobald es das Verfahren zulasse, will die Stadt öffentlich informieren und die Bürger befragen. „Das Fest braucht die Akzeptanz der Einwohnerschaft. Das ist ein Leitfaden der aktuellen Verhandlungen“, so Große.

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Von Heinz Helwig

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